Warum hilft Cannabis bei Entzündungen, Schmerzen… Veränderungen der microRNA könnte die Lösung sein

Die Forscher Prakash Nagarkatti und Mitzi Nagarkatti untersuchen seit Jahrzehnten an der USC (University of South Carolina) Medizinschule die Effekte der aktiven Inhaltsstoffe von Marihuana bei Autoimmunkrankheiten. Ihre Forschung in Bezug auf die molekulare Ebene und dem Effekt von THC darauf könnte neue medizinische Behandlungen hervorbringen.

In ihrer Studie behandeln die Forscher die Effekte von THC auf die microRNA, einer erst kürzlich entdeckten Variante von Molekülen. RNA reguliert die genetische Aktivität und die Verarbeitung im Körper und microRNA sind kleine RNA-Moleküle, die auch die Gene regulieren. Eine Veränderung der Moleküle, zum Beispiel in ihren Aktivitätslevel, könnte bei Krankheiten wie Arthritis, MS (Multipler Sklerose) und Diabetes helfen.
Die Forscher injizierten Labormäuse THC und analysierten die Effekte auf 609 verschiedene microRNA-Typen. Sie fanden heraus, dass 13 microRNA durch THC deutlich verändert  wurden. Die Ergebnisse werden im The Journal of Biological Chemistry veröffentlicht.Der nächste Schritt der Studie wäre herauszufinden, welche microRNA rauf- oder runtergeregelt erden müssten um bestimmte Wirkungen auf Gene zu haben, und damit auf bestimmte Krankheiten. Forscher fanden eine starke Verbindung von microRNA und der Unterdrückung von Entzündungen. Sie glauben, dsas ihre Forschung Grundlegend sei für die Entwicklung potentieller Behandlungsmöglichkeiten für Entzündungskrankheiten und Krebs.

via smellthetruth

Das große Marihuanaexperiment: Die zwei Kriege gegen Drogen

Während in Colorado und Washington neue Gesetze und Regeln für den Umgang mit Cannabis herrschen, gehen die Zahlen für Verhaftungen für Cannabisdelikte auf einen neues Rekordniveau. Von Bruce Barcott (Rolling Stones Magazine)

Legales Marihuana in den USA wird zur Zeit als eine 1,43 Milliarden Dollar Industrie angesehen. Es wird davon ausgegangen, dass sie 2014 auf 2,34 Milliarden US-Dollar anwachsen wird. Wenn diese Zahlen stimmen, immerhin eine Anstieg um 64% – stärker als der globale Verkauf von Mobiltelefonen, wird Gras bald einer der am stärksten wachsenden Geschäftsfelder der Welt sein.

Eine aktuelle Umfrage von Gallup zeigt, dass 57% der US-Amerikaner die Legalisierung befürworten – 10% mehr als im letzten Jahr.
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Verfrühter Aprilscherz zu 37 Todesfällen durch eine Überdosis Cannabisrauchen nach der Legalisierung in Colorado

Ein verfrühter Aprilscherz über den Todesfall von 37 Personen durch eine Überdosis beim Grasrauchen nach der Legalisierung von Cannabis in Colorado übernahm das Internet in der letzten Woche. Auf diversen Plattformen kursierte das Gerücht, welches originär von dem „The Daily Currant“ gepostet wurde, einer Satireseite.

Seit der Legalisierung von Marihuna Anfang des Jahres ist noch niemand an einer Überdosis gestorben. Tatsächlich ist es so, dass Studien zeigen, dass es nahezu unmöglich ist, sich beim Cannabiskonsum zu überdosieren. Warum soviele Personen auf diese Story ‚reingefallen ist, ist unbekannt.

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Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte? Tote nach der Cannabislegalisierung.

Der Überdosisscherz ging insbesondere gut ab, da ein „lokaler Doktor“ zitiert wurde mit dem Namen Dr. Jack Shepard, der seinen Angaben nach, jede Menge Personen in Totensäcke stecken musste.

Auch weitere Personen mussten daran glauben: Einer der ersten Toten sollte ein gewisser Jesse Pinkman sein, ehemaliger Methamphetamindealer.

Wem dass dann noch nicht aufgefallen ist, dass es ein Scherz ist, schaut wohl aktuell keine Fernsehserien. Jack Shepard ist aus der Serie „24“ und Jesse Pinkman einer der Protagonisten der Serie „Breaking Bad“.

Hat dich der „Aprilscherz“ ‚reingelegt?

u.a. im Examiner

Studie: US-Bundesstaaten, die Medizinalhanf Legalisieren, haben weniger Tote bei Verkehrsunfällen

Eine Studie von 2011 zeigt eine Verbindung auf, zwischen US-Bundesstaaten die Medizinisches Cannabis legalisiert und weniger Tote bei Verkehrsunfällen haben. Die Studie wurde von D. Mark Anderson durchgeführt, einem Ökonomieprofessor an der Montana State Univerity und Daniel Rees, ein Professor an der University of Colorado, Denver.

Sie schauten sich die Daten der einzelnen Bundesstaaten an, darunter die Nationalen Umfragen zu Drogenkonsum und Gesundheit. Anderson und Rees entdeckten, dass Bundesstaaten, in denen Medizinalhanf legalisiert worden ist, durchschnittlich Neun Prozent weniger Todesfälle bei Verkehrsunfällen zu verzeichnen waren.

„Wir waren sehr Überrascht, dass die Zahlen sanken,“ so Rees gegenüber dem Denver Post.

In einem Versuch, die Ergebnisse zu erklären, sagte Rees, dass die Gesetzesgrundlage eine Möglichkeit bietet, dass junge Personen in der Folge weniger Alkohol konsumieren. Anderson, Rees‘ Mitforscher, sagte dem Missoulian, dass die Forschung zeige, dass Cannabis Rauchen nicht weniger Beeinflussend sei als Alkohol, könne dies dennoch immer eine Möglichkeit sein.

„Es könnte so sein.“ sagte Anderson der Zeitung, „Wir sagen, dass unsere Ergebnisse damit konsistent wären.“

Aber das Discover Magazin bleibt skeptisch gegenüber einer starken Kausalität gegenüber legalem Medizinalhanf und weniger Todesfällen:

Aus dem Discover:

Es gibt keine kristall-klaren Beweise, dass Gesetze für Medizinalhanf dazu führen, dass die Leute mehr Gras rauchen – in drei diskutieren Staaten, Montana, Rohde Island und Vermont, haben unterschiedlich viele Personen sich für das Medizinalhanfprogramm eingeschrieben, und dennoch wurde kein größerer Anstieg an Cannabiskonsum berichtet

Die Studie schaute sich auch keine Bundesstaaten an, in denen es nicht legalisiert worden ist.

Die Forschung wurde auf der Webseite des Institute for the Study of Labor’s website gepostet ist ist im Peerreview im Journal of Law and Economics.

Weitere Erklärungen könnten sein, dass Fahren unter dem Einfluss von Cannabis weniger gefährlich ist als Betrunken zu fahren. Eine Studie von 2012, veröffentlicht vom British Medical Journal  zeigte eine 10-fach höhere Gefährdung einen Unfall zu riskieren durch den Blutalkoholspiegel von 0.08, gegenüber einfachem Cannabiskonsum. „Clean“ fahren wurde noch immer als sicherste Option gegenüber Marihuana oder Alkohol angesehen.

via TimesPopular Science

Studie: Cannabinoide können Magenkrebszellen töten

Grafik zum MedizinalhanfEine neue Studie, die in dem Journal für Chemotherapie erschien, berichtet, dass die Aktivierung der Cannabinoidrezeptoren zum Tod von Magenkrebszellen führte. Cannabiskonsum und Cannabinoide können dies hervorrufen. Der Effekt, Antineoplastisch genannt, zeigte im Mausmodell Erfolg, so dass der Tumor sich nach 14 Tagen um 30% bei einer Gabe des synthetischen Cannabinoids WIN 55,212-2 verkleinerte. Autophagie, das gezielte Sterben von Zellen konnte deutlich in der behandelten Gruppe beobachtet werden.

Die gesamte Studie kann auf der Webseite der U.S. Library of Medicine eingesehen werden.

via The Joint Blog

Ruhige Feiertage? Nicht für Medizinalhanfpatienten

Grafik zu Cannabis als MedizinEs ist soweit, die Weihnachtsfeiertage stehen vor der Tür. Eigentlich eine schöne Zeit, um mal etwas mehr abzuschalten. So aber nicht für etwa 150 Patienten in Deutschland, die eine Ausnahmegenehmigung besitzen und damit Cannabisblüten aus der Apotheke beziehen können. Meldungen diverser Patienten auf Facebook zufolge kann der einzige Großhändler Fagron nicht mehr liefern und habe seine „Notvorräte“ bis Januar aufgebraucht.

Ich will endlich leben dürfen wie jeder Mensch ohne Ängste und Schmerzen…ich möchte Glücklich sein und das geht nur wenn man ohne Angst leben darf (Ein Cannabispatient)

Aus den ACM-Mitteilungen: Nach Auskunft des Importeurs Fagron muss das Unternehmen der Bundesopiumstelle zu Beginn eines Jahres das zu erwartende Kontingent an zu importierendem Cannabis mitteilen. Fagron weißt darauf hin, dass dieses Kontingent allerdings unterjährig nicht modifizierbar ist und demnach bei nicht vorhersehbar exponentieller Entwicklung der Abverkaufszahlen möglicherweise in den Engpass führt. [..]

Andererseits wäre es auch wünschenswert, wenn die Bundesopiumstelle flexibler auf eine Zunahme des Bedarfs reagieren und eine Erhöhung des Kontingents im Verlaufe eines Jahres zulassen würde, denn es erscheint in der Tat nicht einfach zu sein, den zu erwartenden Jahresbedarf im voraus abzuschätzen.

Der Forderung nach einer Flexibilisierung der Bürokratie können wir uns nur anschliessen!

Havard-Uni: Cannabis verursacht keine Schizophrenie

Grafik zum MedizinalhanfEine neue Studie von der Harvard-Universität könnte Bedenken über den Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Schizophrenie ausräumen. Während viele weiterhin das Potenzial von Cannabis zur Verursachung einer Schizophrenie diskutieren, erklären Forscher der Medizinischen Fakultät der Harvard-Universität, dass es „bisher keine überzeugenden Beweise dafür gibt, dass Cannabiskonsum Psychosen verursachen kann“. Ihre jüngste Studie, die in der Zeitschrift Schizophrenia Research veröffentlicht wurde, unterstützt die Rolle genetischer Faktoren bei der Schizophrenie, und dass Cannabiskonsum allein nicht das Risiko für die Entwicklung der Erkrankung erhöht.

„Zusammengefasst folgern wir, dass Cannabis selbst keine Psychosen verursacht. Bei genetisch prädisponierten Personen gibt es keinen Hinweis, dass Cannabis Psychosen verursacht, während er den Beginn der Erkrankung, die Schwere und das Therapieergebnis beeinflussen kann.“

Das Team, das von Dr. Lynn DeLisi, Professor für Psychiatrie an der Harvard-Universität, geleitet wurde, analysierte die Krankengeschichten von Familien von 108 Schizophrenie-Patienten und 171 Personen ohne Schizophrenie, um zu bestimmen, ob Cannabis ein Faktor bei der Entwicklung der Erkrankung ist. Sie fanden heraus, dass eine Schizophrenie in den Krankengeschichten der Familien das Risiko für die Entwicklung einer Schizophrenie erhöhte, unabhängig davon, ob eine Person Cannabis konsumierte oder nicht. Die Autoren folgerten, dass „die Ergebnisse der aktuellen Studie nahe legen, dass ein erhöhtes familiäres Krankheitsrisiko für Schizophrenie die zu Grunde liegende Basis für eine Schizophrenie bei Cannabiskonsumenten ist und nicht der Cannabiskonsum selbst“.

Veröffentlicht auf Pubmed: Proal AC, Fleming J, Galvez-Buccollini JA, Delisi LE. A controlled family study of cannabis users with and without psychosis. Schizophr Res, 2. Dezember 2013 und Leaf Science vom 8. Dezember 2013.

via AG Cannabinoide als Medizin

Uni Graz: Cannabis effektiv bei der Behandlung von Morbus Crohn

Grafik zum MedizinalhanfEine neue klinische Studie, die in dem Journal für Pharmakologie und auf Pubmed veröffentlicht wurde, hat ergeben, dass Cannabis effektiv ist bei der Behandlung der Krankheit Morbus Crohn. Morbus Crohn ist eine Form chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

Laut den Forschern vom Institut für experimentelle und klinische Pharmakologie an der medizinischen Universität von Graz in Österreich „[..] ist Cannabis eine uralte Medizin, die weithin als Heilmittel gegen Entzündungen des Darms eingesetzt wird. Eine neue klinische Studie zeigt, dass die Medizinalpflanze Cannabis sativa die Erwartungen erfüllt hat und höchst Effektiv bei Fällen mit entzündlichen Darmerkankungen ist.“

Schon vorher wurde Berichtet, dass Cannabis sowohl bei den Symptomen hilft, als auch den Krankheitszustand verbessert, in einer Studie um 90% auf dem Crohn-Aktivitätsindex der Patienten. Dies ist nun die erste klinische Studie mit echtem Cannabis. Es konnte gezeigt werden, dass Cannabinoide anti-entzündliche Wirkungen hat und die Symptome lindert.

„In einer vielversprechenden plazebokontrollierten Studie wurde bestätigt, was durch anekdotische Berichte bekannt war, d.h. Cannabis produziert signifikante klinische Vorteile bei Patienten mit Morbus Crohn. Die beteiligten Mechanismen sind noch nicht klar, aber sie umfassen höchstwahrscheinlich periphere Aktionen der Cannabinoidrezeptoren 1 und 2 and auch könnten auch andere zentralnervöse Aktionen beinhalten.“

Die Studie kann im Volltext hier gefunden werden (Cannabis Finds Its Way into Treatment of Crohn’s Disease. Schicho R, Storr M., Pharmacology. 2013 Dec 17;93(1-2):1-3. [im Druck]) .

via The Joint Blog

Interessant ist auch..

..die folgende Meldung bei der AG Cannabinoide als Medizin: Studie – Wissenschaft/Mensch: Viele Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen verwenden Cannabis, um ihre Symptome zu behandeln.

Der Drogenpolitische Livetalk – 13 Mal Weiß der Geyer

13 Mal „Weiß der Geyer“
Der Drogenpolitische Talk im Google Hangout/Youtube

Länge: je Folge ca. zwei Stunden

Drogenpolitischer Jahresrückblick 2013 – Weiß der Geyer? Nr. 13
auf Youtube

Tu nix ohne Liebe… – Weiß der Geyer? Nr. 12
auf Youtube

An der schönen blauen Donau, Cannabis in Österreich – Weiß der Geyer? Nr. 11
auf Youtube

Die Partei, die Partei, die hat immer Recht… – Weiß der Geyer? Nr. 10
auf Youtube

Research Chemicals – Weiß der Geyer? Nr. 9
auf Youtube

DopePollution, Umweltschutz und Drogen – Weiß der Geyer? Nr. 8
auf Youtube

Wenn Wählen etwas ändern würde – Weiß der Geyer? Nr. 7
auf Youtube

Hopfen und Malz, Gott erhalts – Weiß der Geyer? Nr. 6
auf Youtube

Dampf machen für Cannabis als Medizin – Weiß der Geyer? Nr. 5
auf Youtube

Von Hanf ist die Rede – Weiß der Geyer? Nr.4
auf Youtube

Gedenken, Aktionen, Vorsorge – Weiß der Geyer? Nr. 3
auf Youtube

Mit Cannabis Social Clubs auf Du und Du – Weiß der Geyer? Nr. 2
auf Youtube

Drogenpolitischer Live-Videochat aus dem Hanf Museum Berlin – Weiß der Geyer Nr. 1
auf Youtube

Kanada: Datenschutzkatastrophe für 40.000 Medizinalhanf-Patienten

Grafik Cannabis als MedizinEnde November bekamen über 40.000 Medizinalhanfpatienten Briefe von einer Abteilung von Health Canada. Health Canada ist so etwas wie das Gesundheitsministerium. Die Briefe sollten die Patienten auf die Änderungen zum nächsten 1. April vorbereiten.
Aber die Briefe wurden in Umschläge verpackt, die nicht nur mit dem Namen des Patienten bedruckt waren, sondern auch explizit auf das Medizinalhanf-Programm hinwiesen.

George Da Pont, stellvertretender Minister bei Health Canada hat sich auf der Webseite entschuldigt und nannte es einen Verwaltungsfehler.

Der Nutzer von medizinischem Cannabis Marcel Gignac sagte, die Aktion hat eine Zielscheibe auf den Rücken der Patienten in ganz Kanada gemalt – viele haben nun Angst vor Überfällen.

Gignac, der auch Sprecher für die Allianz der Medizinalhanfpatienten ist, sagte, das Outing stelle die Patienten sozial blank, als auch als Zielscheibe für Diebstähle. Er sagte, bisherige Briefe vom Programm hätten keine Hinweise darauf enthalten.

Health Canada ändert zur Zeit das Medizinalhanfprogramm, so dass einige dutzend lizensierte kommerzielle Unternehmen das Produkt für die Patienten zur Verfügung stellen und den Eigenanbau zurückdrängen sollen.

via globalnews u.a.

Buch: Hanf heilt von Wernard Bruining

bruining-hanf-heiltMich erreichte das neue Buch „Hanf heilt“. Es stellt sich dar als das erste Buch, das ausführlich anhand von 42 Fallstudien die therapeutische Wirksamkeit von psychoaktivem Hanfblütenöl bei diversen Problemen und Krankheitsbildern dokumentiert. Leider bleibt es auch dabei.

Ähnlich wie Rick Simpson, dessen Video-Dokumentation „Run from the Cure“ eine heilungsfördernde Wirkung von Hanfblütenöl bei bestimmten Krebsarten aufzeigt, dokumentiert Wernard Bruining in seiner Arbeit, dass der Einsatz von psychoaktivem Hanföl auch in vielen anderen Fällen, zum Beispiel bei chronischen Schmerzen, Autismus und „sozial unangepasstem Verhalten“ zu Besserungen führen kann.

Leider ist das Werk wenig wissenschaftlich. Zum einen kommen die Patienten nicht zur Sprache, bei denen es nicht geholfen hat – zum anderen ist das Gesülze über Indigokinder völlig daneben. Klar – alle möchten sich gerne „besonders“ Fühlen. Aber nicht mit solchen Allgemeinplätzchen!

Was die Seriösität des Verlags angeht – dieser Macht am Buchende Werbung für „Wundermittel“ wie MMS (Chlordioxid-trinken, klar – trinken auch alle immer Klo-Chlorreiniger gegen ihre Krankheiten) – rege ich mich gerade über die weiteren Inhalte deren Verlagsprogramms auf (Verschwörungen, Quacksalberei usw.). Es fragt sich, warum das Buch nicht in einem seriösen Verlag, wie Nachtschatten o.ä. rausgegeben wurde.

Hanf heilt – erschienen im Mosquito Verlag. 24€, 250 Seiten, durchgehend farbig bebildert, ISBN: 978-3-9814098-8-8

Buch: HIGH, das positive Potential von Marihuana von Sebastián Marincolo

Cover Grafik vom Buch High von Sebastián Marincolo„High – das positive Potential von Marihuana“ ist das erste Buch von Sebastián Marincolo und ist jüngst im Tropen Verlag erschienen und nun liegt es mir vor.

Ihm ist eine Unterhaltsame und interessante Mischung gelungen. Ohne in das esoterische Abzugleiten führt der Autor die Leserschaft durch verschiedene Aspekte des Cannabisrausches und wie dieser im positiven Sinne genutzt werden kann. Es startet mit einer Beschreibung des Rauschs, geht in den Bericht und der Erklärung bekannter Phänomene über und endet mit – leider in diesen Jahrzehnt wohl unumgänglich – der Prohibition, was sein könnte und dem Aufruf zur Legalisierung.

„Es ist höchste Zeit, aus dem Albtraum aufzuwachen, in den Menschen wie Harry Anslinger unsere Gesellschaft versetzt haben.“

Ausgezeichnete Kapitel sind dem Zusammenhang von Marihuanablütenkonsum und der Persönlichkeitsentwicklung, der Empathie, Liebe&Sex und dem kreativen Denken gewidmet.

Unnötig erscheint mir das Kapitel zur Sucht, welche sich mir als Vergleich „Meine Droge ist besser als deine Droge“ darstellt und danach einen zu kurzen Schluss findet. Vielleicht wäre noch eine Seite Kapitalismuskritik angebracht gewesen, denn die angezählte Desinformation und „manipulative Werbung“ findet ja nicht im luftleeren Raum statt. Wäre Cannabis legal, würde dabei im kapitalistischen System genau die gleichen Funktionalitäten und ausbeuterischen Machtverhältnisse wie bei Alkohol, Medikamenten oder Facebook zum Tragen kommen.

Das ganze Buch ist verfeinert mit vielen Zitaten, dazu Quellen und Vergleiche. Geschmückt ist das Buch mit Makroaufnahmen von Cannabisblüten, die durch eine Fototechnik, Focus stacking genannt, eine unglaubliche Detailiertheit hervorzaubern.

Auf jeden Fall ein interessanter Tipp als Weihnachtsgeschenk für den Konsumenten, der angeblich schon alle Cannabisbücher hat, sowie Nicht-Konsumenten für einen Einblick in die Erlebniswelt.

Ein positives High in unserer Bibliothek!

HIGH – Das positive Potential von Marihuana, 158 Seiten, durchgehend farbig, ISBN: 978-3608503234, Tropen Verlag bei Klett-Cotta, nur 19,95€ bei deinem Buchdealer oder für 15,95€ als E-Book.

USA: Marihuana in vier Städten legalisiert

Der Wahltag in diesem Jahr hat noch vier weitere US-Städte mit der Entkriminalisierung beglückt. Die Wähler und Wählerinnen in Portland, Maine und Ferndale, Jackson und Lansing, Michigan haben Gesetzesvorschlägen für die Entkriminalisierung oder Legalisierung des Eigenbedarfs von Marihuana zugestimmt. In allen vier Städten kam die Cannabisreform mit einer überwältigenden Mehrheit durch.

Portland, Maine stimmte für die Legalisierung von 2,5 Unzen (etwa 60 Gramm) Cannabisblüten. Wähler unterstützten den Vorschlag mit 67% der Stimmen. Der Vorschlag legalisiert nicht den Anbau oder Verkauf, aber erlaubt erwachsenen Personen über 21 Jahren in der Stadt Portland „in Aktivitäten verwickelt zu sein, die den Besitz von Marihuana und Konsumzubehör beinhalten“, was offensichtlich auch das Teilen unter Erwachsenen untereinander erlaubt.
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Pressemitteilung zur Razzia der Growshops in der Tschechischen Republik von Legalizace

Foto der Demo am Samstag, 9. November gegen die Schliessung der GrowshopsAm Montag, den 4. November hat die Polizei der Tschechischen Republik eine unerwartete Operation gestartet, die offensichtlich auf die Schliessung der Growshops zielte, also Läden, die Equipment zum Anbau von Pflanzen anbieten. Diese Läden verkaufen völlig legale Produkte, hauptsächlich Anbauprodukte, Dünger und Pflanzensamen. Die landesweiten Razzia gegen mehr als 50 solcher Läden wurde ohne Vorwarnung durchgeführt. Viele dieser Läden haben seit vielen Jahren ihre Geschäfte ordentlich geführt.

All das Basiert auf einem fragwürdigen rechtswissenschaftlichen Artikel, welcher die Ausbreitung einer „Drogenwelle“ anspricht sowie einer Entscheidung des höchsten Gerichts von 2012, welche Ausgesetzt worden ist und gegen einen Gartenbauladen ging wegen dem Verbreiten der „Drogenwelle“.

Diese Vorgänge zeigen wieder einmal, wie einfach es ist, ein unfunktionales System und veraltete Gesetze zu nutzen, nicht um die Probleme mit Drogen zu lösen, sondern als effektives Werkzeug für die Polizei gegen die Bürger. Es ist absolut offensichtlich, dass die Durchsuchungen der Polizei hauptsächliuch den großen Fischen auf dem Schwarzmarkt zuspielen sowie den zukünftigen staatslizensierten Firmen für den Anbau von medizinischen Cannabis. Ausserdem gehen die Aktionen der Polizei gegen den globalen Trend, die Verbote von Cannabis zu lockern, da sich die öffentliche Meinung und das Interesse gewandelt hat.

Die Organisation Legalizace.cz wird nicht still sein und diese katastrophale Verletzung der Menschenrechte und Freiheiten hinnehmen.
Deswegen rufen wir zu einer DEMONSTRATION GEGEN DIE SCHLIESSUNG DER GROWSHOPS auf, die am Samstag, den 9. November 2013 um 20 Uhr auf dem alten Stadtplatz in Prag stattfinden wird.

Weitere Informationen und die komplette Pressemitteilung auf der Webseite der Organisation Legalizace.cz und ein Artikel Roky se nic nedělo a najednou přijde razie na growshopy, diví se právník obviněných

Petition für Cannabis Social Clubs im Abgeordnetenhaus von Berlin vorerst beendet

Vorschau Grafik Ablehnung Petition Cannabis Social Clubs in BerlinMeine Petition für Cannabis Social Clubs in Berlin beim Abgeordnetenhaus ist beendet. Es wurde mir per Post ein Schreiben zugestellt. Um es kurz zu machen: Es ist eine Ablehnung. Darin sind einige Punkte aufgeführt, die wir für die nächste Petition dieser Art bearbeiten können.

Insbesondere eine „lustige Stelle“ – in der Berliner Drogenpolitik ist Repression = Prävention. DAS ist mal ein Widerspruch!

„Die Berliner Drogenpolitik ist zudem auf Prävention und Hilfe ausgerichtet. Erfolgreiche Prä­vention beruht auf umfassender Information aber auch entsprechenden restriktiven rechtlichen Regelungen.“

Die komplette Antwort als PDF gibt es hier zum Download, zum anderen die Kurzfassung von drei Seiten ohne die mitgesendete Bundestagsdrucksache 17/10328 zur Cannabisagentur.

Unterstützungspetition für Cannabis Social Clubs in Berlin auf change.org gestartet #CSCB

Auf change.org habe ich eine öffentliche Petition zur Unterstützung der im Abgeordnetenhaus laufenden Cannbis-Social-Club Petition gestartet: http://chn.ge/19HYKCC. Sie hat schon am Sonntag Abend über 250 UnterstützerInnen erhalten. Ich freue mich über diese und weitere Unterstützung! Am 26.9.2013 hatte ich eine postalische Bestätigung über den Eingang der Petition für Hanfanbauvereine erhalten. Die Petition hat das Geschäftszeichen 3655/17 im Abgeordnetenhaus erhalten.

Update

Am 15.10.2013 sind es schon über 1470 UnterstützerInnen!

Aus dem Text:

Diese öffentliche Petition soll eine “Unterschriftensammlung” für die Unterstützung der Petition zur Eröffnung eines Hanfanbauvereines, einem sogenannten “Cannabis Social Club”. Die Unterschriftenliste wird dem Abgeordnetenhaus übersendet.

Hier folgt der Petitionstext, welcher schon an das Abgeordnetenhaus von Berlin gesendet wurde, welcher auch auf der Webseite Berlin: Petition für Cannabis Social Clubs eingegangen. Dieser folgt der Kampagne des DHV, kommunale Petitionen einzureichen:

An das Abgeordnetenhaus von Berlin: Cannabisabgabe mit einem nicht-kommerziellen, nicht-öffentlichen Hanfanbauverein zur Eigenbedarfsversorgung Erwachsener Personen ermöglichen.

Colorado: Erste Industriehanfernte seit 56 Jahren

colorado-in-usaDie MPP in den USA verkündet, dass in Colorado die erste Industriehanfernte seit 56 Jahren stattgefunden hat. Die Ernte wurde per Hand durchgeführt mit Hilfe von ehrenamtlichen Helfern. Die Stängel der Pflanze und die Samen sollen genutzt werden. Erstes zur Herstellung von Baumaterial und Tierstreu, die Samen sollen zu Öl gepresst werden für Seifen.

MPP: Colorado Sees First Hemp Crop in 56 Years

Drogenbeauftragte in Südamerika: Sponsoring für den Krieg, aber keine humanitäre Hilfe

Tötung des Regenwaldes mit dem Plan KolumbiaDie Bundesregierung will den südamerikanischen Staaten Bolivien, Ecuador und Peru bei der Anti-Drogen-Politik helfen, aber keine humanitäre Hilfe leisten. Dies geht aus einer kleinen Anfrage der Bündnis90/Die Grünen hervor. So reiste die scheidende Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP) im Mai 2013 in drei Staaten, darunter Bolivien, Peru und Ecuador. Sie führte Gespräche mit Regierungsvertretern über den Kampf gegen die Drogen. In Bolivien sponsorte sie drei Verbrennungsöfen zur Vernichtung von Drogen und Chemikalien mit 32.200 Euro. Auch Besuchte sie Präventions- und Therapieeinrichtungen und gab dazu an, dass diese Bereiche ausgebaut werden müssten. Allerdings gab es dafür kein Geld, sondern nur warme Worte.

Bolivien, Ecuador und Peru gelten nach Angaben der Regierung „als bedeutende Herstellungs- oder Transitstaaten für Kokain“. Die weitere grundsätzliche Sicht der Drogenbeauftragten, bzw. Bundesregierung gegenüber Zahlungen an die Welt-Drogenbekämpfungsagentur UNODC, welche den Krieg führt, kann man auf Abgeordnetenwatch einsehen.

Soetwas kann man als „Kriegstreibend“ bezeichnen, oder?

„Shutdown“ der USA betrifft auch Büro des Drogenbeauftragten

government-shutdown-salaries_full_380Falls du es noch nicht gehört hast: Wegen dem Schuldenstreit in den USA werden mittlerweile große Teile der öffentlichen Verwaltung heruntergefahren und in den Urlaub geschickt – „Government Shutdown“. So schreibt die High Times über einen Artikel aus der New York Times, dass auch das Büro des Drogenbeauftragten Gil Kerlikowske große Personalprobleme habe, seitdem 80 von 88 Mitarbeitern beurlaubt wurden.

Man kann sich natürlich fragen, was die restlichen Mitarbeiter machen. Wie zum Beispiel neue Pläne schmieden um es den Abgabestellen für medizinisches Cannabis schwerer zu machen oder die Krawatten des Drogenzars zu bügeln.

Wäre dies eine gerechte Welt, wären 100% des Büros des Drogenbeauftragten überflüssig, da das Thema von der Lebensmittel- und Gesundheitsbehörde behandelt werden würde. Du weisst schon: Wissenschaftler und Ärzte – nicht Polizisten und Ex-Militärs.
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Grover Norquist will den Medizinalhanfabgabestellen bei ihrem Steuerproblem helfen

Grover-Norquist-199x300Der Prominente konservative Aktivist und Gründer der „Americans for Tax Reform“ möchte den Abgabestellen für medizinisches Marihuana in den USA bei ihrem Steuerproblemen helfen. Die ATR ist eine der politisch am mächtigsten Gruppen der konservativen Rechten.

Das Problem ist, dass die Föderalregierung noch immer Marihuana als Klasse 1 Droge einstuft und somit auch Konsum zu Genusszwecken oder die medizinische Nutzung – wie sie in einigen Bundesstaaten erlaubt ist – nach Föderalgesetzen noch immer illegal ist. In den Steuergesetzen steht, dass „kriminelle Vereinigungen“, die illegale Drogen wie Cannabis verkaufen, ihre normalen Geschäftsausgaben nicht von der Steuer absetzen dürfen. Dies wurde nun auf die Abgabestellen für medizinisches Cannabis angewendet. Es führt bei den Abgabestellen zu Steuerproblemen.

Um diese offensichtlich unfaire Behandlung der Abgabestellen zu beenden, hat die ATR einen Unterstützerbrief für Senator Earl Blumenauers „Small Business Tax Equity Act of 2013“ geschrieben.

Dies ist ein zeigenswertes Beispiel, wie die Regulierung von Marihuana der Mainstream wird. Es ist nicht so, als dass die ATR auf den Zug der Cannabisbewegung aufsteigt. Die ATR sieht einfach, dass es da eine Gruppe von Steuerzahlern gibt, die Diskriminiert werden, und so machen sie dass, was die ATR normalerweise in einem solchen Fall machen würde. Der ATR ist eine grundsätzliche steuerliche Gleichbehandlung wichtig, und dies soll auch für das Cannabisgeschäft gelten.

Vor nicht allzulanger Zeit war noch alles, was mit Cannabis zu tun hat als politisch Hinderlich angesehen worden, insbesondere für konservative Gruppen und Politiker. Nun wird es wie jede anderes legitimes Geschäft angesehen, dass auch genau den gleichen Regulierungen wie jedes andere Geschäft unterliegen sollte: Steuern, Sicherheit und Beschäftigtenschutz sind alle gleich wichtig.

Foto von Gage Skidmore mit Creative Commons Lizenz.

via Grover Norquist Is Going to Help Marijuana Dispensaries With Their Tax Problem von John Walker

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