Die Gedanken sind frei

Die Gedanken sind frei, wer kann sie
erraten? Sie fliegen vorbei, wie
nächtliche Schatten. Kein Mensch kann
sie wissen, kein Jäger erschiessen mit
Pulver und Blei.
Die Gedanken sind frei!

Ich denke, was ich will und was mich
beglücket, doch alles in der Still und
wie es sich schicket. Mein Wunsch und
Begehren kann niemand verwehren, es
bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei!

Und sperrt man mich ein im finsteren
Kerker, das alles sind rein vergebliche
Werke; denn meine Gedanken zerreissen
die Schranken und Mauer entzwei:
Die Gedanken sind frei!

Melodie und Text: aus der Schweiz um 1800 (Lied war 1848 bereits verboten)