Isomerisierung von CBD und THC

ISOMERISIERUNG
…IST KEIN ZU UNTERSCHÄTZENDER VORGANG!

Isomerisation von CBD nach THC ist mit den hier beschriebenen Stoffen möglich, aber nicht ungefährlich. Einige Stoffe sind Giftig oder Ätzend. Desweiteren sollte, wenn man es macht, der Vorgang die ganze Zeit über Überwacht werden, sofern ihr nicht wirklich Ahnung habt, was da vor sich geht. Desweiteren sollte man das ersteinmal mit kleinen Mengen probieren, etwa 1/10 von dem hier Vorgeschlagenem. Wenn man sich die Chemiewerke mit ihren riesigen und sehr druckstabilen Chemiekalienbehältern anschaut, sollte man wissen warum.

Auch wird es hier keinen Chemiegrundkurs geben. Wer nichts mit den Werten oder Ausdrücken anfangen kann, sollte es lieber sein lassen.

Von Isomeren oder isomeren Verbindungen spricht man, wenn zwei Moleküle aus denselben Atomen zusammengesetzt sind, deren Anordnung sich jedoch unterscheidet. So bestehen beispielsweise sowohl CBD als auch delta-9-THC als auch delta-8-THC aus jeweils 21 Kohlenstoffatomen, 30 Wasserstoffatomen und 2 Sauerstoffatomen, (= Summenformen C21H30O2), die allerdings verschieden kombiniert sind.

Bei der Isomerisierung wird die Struktur des nicht psychoaktiven CBD durch den Einfluß von Säuren als Katalysator zu den wirksamen delta-8-THC oder delta-9-THC verändern (hier: cyclisiert). Dabei ist zu bedenken, das delta-8-THC etwa die dieselbe Wirksamkeit wie delta-9-THC aufweist, dabei gleichzeitig jedoch chemisch stabiler ist, sich also weniger zum unwirksamen CBN abbauen läßt.

Als Grundstoff zur Isomerisierung kommt CBD meist in der Form von CBD-haltigen Extrakten in Frage. Jedes Dope enthält einen gewissen Anteil CBD. CBD kann von der durchschnittlichen 20-60% (bei Haschisch oder Marijuana) oder gar über 90% (bei Faserhanf) der gesamten vorhandenen Harzmenge ausmachen. Anteile, die sonst nicht psychoaktiv sind.

Vorgang:

  1. CBD cyclisiert in Gegenwart von Bortriflourätherat zu THC. Aus einem Gramm CBD werden ca. 0.6g delta-9-THC und 0.25g delta-8-THC.
  2. CBD cyclisiert in Gegenwart von p-Toluolsulfonsäure zu delta-8-THC. Aus einem Gramm wird 0.68g THC.
  3. CBD cyclisiert in 0.005 N äthanolischer Salzsäure zu delta-8-THC. Aus einem Gramm CBD werden ca. 0.5g delta-9-THC.

Maße und Gewichte:

Der Genauigkeit halber werden hier die Versuche für jeweils 10 Gramm reines CBD beschrieben. CBD findet sich zu 0.5-2.5% in Grass, Faserhanfsorten und mehrere Jahre im gemäßigten Klima weitervermehrten Sorten enthalten mehr CBD und dafür weniger THC. Fühlen sich die Pflanzen besonders klebrig an, kann man von einem hohen Harzgehalt ausgehen.

Damit das im unbehandelten Material vorhandene delta-9-THC durch die Isomerisation nicht leidet, kann man ohne Sorgen 10g CBD mit ca. 700g Grass oder 170g Haschisch oder 20g gereinigtes Harzöl oder 30g unraffiniertes Harzöl (Rohextrakt) gleichsetzen. Die Isomerisierung läßt sich leichter durchführen, wenn die Harzstoffe zuerst mit einem geeigneten Lösungsmittel von dem Pflanzenmaterial (Grass oder Hasch) extrahiert wurden. Aufgrund der anfallenden Harzmenge nach dem Eindampfen des Rohextraktes und eines Rauchtests lassen sich sowohl Harzmenge (Wiegen, geschätzte Verunreinigungen abziehen) als auch Qualität (kaum Wirkung = viel CBD) abschätzen.

Versuche:

CBD zu THC mit Bortrifluorätherat:

Einer Lösung von 10g CBD in 416 ml Methylenchlorid wird unter Rühren 2.08 ml Bortrifluorätherat beigegeben und die Lösung dann für 30 Min. bei Zimmertemperatur stehengelassen.

Das Ergebnis wurde mit Florisil (1000g) als Adsorbens an der Säule chromatorgraphiert und mit Pentan und zunehmenden Mengen Äther (bis 4% Äther in Pentan) eluiert. Insgesamt waren 30 l Lsgm. nötig. Zuerst eluierte delta-8-THC (bei 1% Äther in Pentan), dann eine Mischung aus delta-8- und delta-9-THC, dann delta-9-THC mit leichten delta-8-Anteilen (alles bei 1% Äther in Pentan), schließlich reines delta-9-THC (2-4% Äther in Pentan).

Ausbeute: THC 86% der Theorie, bzw. delta-8-THC 26%, delta-9-THC 60%.

CBD zu THC mit p-Toluolsulfonsäure

10g CBD wurden mit 0.6g p-Toluolsulfonsäremonohydrat („Fluke“, puriss.) in 500 ml Benzol 90 Min. unter Rückfluß gekocht. Die abgekühlte Lösung wurde in Äther aufgenommen und Nateriumhydrogencarbonat-Lösung/Wasser einmal ausgeschüttelt, dann getrocknet und eingedampft: 9.5g Rückstand, der an 300g Silicagel (=SiO2, eine Adsorbens) mit Benzol in der Säule chromatographiert wurde. Als erste Fraktion wurde ca. 7g sauberes (-)-delta-8-6a,10a,-trans-THC gewonnen, das durch Eindampfen vom Lsgm. befreit wurde. Statt 0.6g p-Toluolsulfonsäre kann man auch 4.1g Trifluoressigsäure verwenden. Methode 2 eignet sich für alle relativ nichtpolaren Lsgm., also praktisch alle Lsgm. auß Alkoholen: Petroäther, Benzol etc.

CBD zu THC mit äthanolischer Salzsäure

10g CBD wurden mit 555 ml 0.005 N äthanolischer Salzsäure 4 Stunden unter Rückfluß gekocht. Nach der üblichen Aufbereitung (in Äther aufnehmen, mit Natriumhydrogencarbonat-Lösung/Wasser einmal ausschütteln, dann trocknen und eindampfen) wurden 9.17g Rückstand erhalten, der mit Silicagel/Silbernitrat (5:1) an der Säule chromatographiert wurde. Es traten neben verschiedenen (-)-1-Äthoxyhexahydrocannabinolen auch ca. 50% der Theorie (= etwa 5g) delta-9-THC aus, die durch Eindampfen des Lsgm. gewonnen wurden.

0.005 N Salzsäure: 120g konzentr. Salzsäure langsam in 900 ml Wasser einrühren.

Statt Salzsäure kann auch Schwefelsäure verwendet werden:

0.005 N äthanolische Schwefelsäure:

1 N Schwefelsäure: 30 ml konzentr. Schwefelsäure langsam in 1000 ml Wasser. Methode 3 läßt sich nur mit relativ polaren Lsgm. durchführen, ist also vorwiegend für Alkohole geeignet.

Wertung:

Die einfachste Form der Isomerisierung (Extrakt oder rohes Cannabis in Lsgm. in Anwesenheit eines Katalystors reagieren lassen bzw. kochen) läßt sich mit normalen Kochtöpfen und einigen Beuteln Eis durchführen, die hier beschriebenen Reinigungsmethoden brauchen nicht angewendet werden. Dennoch empfiehlt es sich, evtl. in der Lösung vorhandene Säurereste durch Zugabe von etwas Soda zu neutralisieren.

Die Isomerisierung ermöglicht die Umwandlung von nichtwirksamen Faserhanfpflanzen oder schwachem CBD-reichen Grass in eine psychoaktive Überraschung. Das zu wissenschaftlichen Versuchen verwendete THC wird auf diese Weise gewonnen, weil dies weit billiger und einfacher als eine Vollsynthese von Cannabinoiden ist.

Isomerisierung in der Küche, Vorrichtungen

Hier werden die schon von den Extraktionsarbeiten her bekannten Apperate verwendet. Leichte Abwandlungen ergeben sich aus der Natur der Sache.

[ Bild 1: Rückfluss ][ Bild 2: Abdampfung ][ Bild 3: Grass im Beutel ][ Bild 4: R&uum;ckgewinnung ]
Im Rückfluß kochen: im inneren Topf befindet sich Lsgm. (schräge Striche) und Grass. Im äußeren Topf wird Wasser (waagerechte Striche) auf 90 °C erhitzt. Durch die Wärme des Wasserbads verdunstet das Lsgm., welches oben an dem verkehrt herum aufgesetzten eisgekühlten Deckel kondensiert und zurücktropft.Lsgm. wird abgedampft: Gestell mit Auffangschale. Zurück bleibt Öl.Grass im Beutel im Sieb. Rücktropfendes Lsgm. lauft Cannabis aus. Öl durch Abdampfen ziehmlich sauber.Lsgm.-Rückgewinnung mit Entsafter auf einem größeren Topf. Wärme durch Wasserdampf.

Beschaffbarkeit, Kosten, Schwierigkeitsgrad

Beschaffbarkeit:

[ Bild : Cannabislabor ]Die Anschaffung von Laborgeräten (Glaskolben, Heizer, Thermostat, Magnetröhre etc.) ist unbedingt legal und ausschließlich eine Kostenfrage. In entsprechenden Laborbedarfshandlungen und Versandfirmen findet der Interessierte eine reiche Auswahl an für jeden Zweck geeigneten Apperaten und Glasgegenständen.
Lösungsmittel werden bei chemischen Arbeiten in großen Umfang benötigt und sind ebenfalls leicht zu bekommen. Ein Liter Petroäther kostet etwa 2.60 DM und kann in größeren Drogerien oder Apotheken (meist als “ Leichtbenzin“) gekauft werden. Auch andere Lsgm. unterliegen im Verkauf keinerlei Beschränkungen oder erregen Verdacht.
Weitere Chemikalien (para-Toluolsulfonsäure, Salzsäure, Bortrifluorätherat etc.) werden für eine Reihe von Experimenten gebraucht und können mindestens bestellt werden. In Universitätsstädten findetr man meist Chemikalienhändler, die diese Substanzen sogar im Lager haben. Auch Aluminiumoxyd wird der experimentellen Chemie ständig gebraucht und kann ohne Probleme besorgt werden. Dasselbe dürfte für das teure Florisil gelten, obwohl hier die Bestellung einer größeren Menge evtl. zumindest Aufsehen erregen dürfte.

Kosten:

Chemische Instrumente und Geräte sind sehr teuer. Für die hier beschriebenen Arbeiten sind besonders exakte Versuchsverhältnisse nicht nötig, daher werden sich die meisten illegalen Cannabis-Chemiker mit den billigeren Ausrüstungsartikeln etwa für den Schulbedarf zufrieden geben. Chemikalien sind ebenfalls oft nicht billig, man wird daher darauf achten, nicht zu verschwenderisch mit ihnen umzugehen (z.B. Lsgm. immer wieder destillieren und erneut verwenden.

Schwierigkeitsgrad:

Extraktions- und Destrillationsarbeiten lassen sich ohne Vorbildung von praktisch jedem durchführen. Auch für die Isomerisation braucht man keine besonderen Fähigkeiten. Säulenchromatographie ist da schon schwieriger. Hier läßt sich auch die Verwendung einer geeigneten dünnen und langen Glassäule nicht umgehen. Je mehr man an der Reinigung des Extraktes interessiert ist, desto mehr steigt der Schwierigkeitsgrad und der Aufwand. Parallel allerdings steigt auch die Reinheit und also Potenz des Endprodukts.

Weiterführende Literatur

Quelle: Auszug aus Das Hanf Handbuch von Hainer Hai & Ronald Rippchen, ISBN: 3925817735 (2te Auflage), 1ste Auflage.

Bücher zum Thema:
Cannabis Alchemy: The Art of Modern Hashmaking for Preparation of Extremly Potent Cannabis Products und Hashish

 

 

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