Debatte über den Wietpas im Niederländischen Zweiten

Hier aus dem zweiten Niederländischen Fernsehn, also soetwas wie das ZDF, eine längere Debatte. Interessanterweise geht es mit einem deutschen Päarchen los, das in einem Coffeeshop einkaufen möchte. Aber sie werden auf die Strasse geschickt. Der neueste Trend sind wohl die Weedtaxis, die direkt aus dem Fenster verkaufen.

Der Politiker der CDA, der christlichen Partei, erzählt nur Blabla und das es auch vorher schon Illegal gewesen sei. Dave, Coffeeshopangestellter im Publikum meint, die Strassendealer zeigen mit offenen Händen ihre Euros, die sie durch den Wietpas verdient haben und Spotten darüber. Das einzige was die Polizei macht, ist Flyer verteilen.

Ein Polizeikommissar sagt, klar ist es eine Lösung, aber für welches Problem?

Nol van Schaik, Coffeeshopbesitzer in Haarlem, den wir auch zum Anti-Weedpass-Protest getroffen haben, sagt, dass wenn solche Leute wie dieser Dealer auf dem Ersten Werbung machen darf, wird er auch den Wietpas nicht einführen. Er möchte nur sein kleines Auskommen haben.

Eine Anwohnerin beschwert sich, dass solange der Coffeeshop für alle geöffnet war, ihre Strasse sehr ruhig war. Seit dem der Wietpas eingeführt wurde, ist auf der Strasse die Hölle los, weil alle auf der Strasse kaufen.

Eine eher rechts-aussen blonde Frau sorgt sich, weil bei ihrem Coffeeshop, bei dem es noch keinen Wietpas gibt, lauter französisch sprechende Belgier kommen würden. Nol van Schaik argumentiert, dass durch den Balloneffekt sich alles Richtung Norden verlagern wird.

Die Frau in Grün sagt, dass die Jugendlichen von Cannabis verrückt werden würden. Angeblich hat sie einen Doktortitel, aber der Zuschauer, der ihr Kontra gibt, fragt sie, ob sie überhaupt Ahnung von dem Endocannabinoidsystem und den Inhaltsstoffen von Marihuana habe. So gebe es im Gegenteil >nervenschütze Eigenschaften im Marihuana. Angeblich habe Sie es, aber ihr Gesicht sagt anderes. Ihr werde die Diskussion darüber zu technisch.

Ein Cannabispatient sagt, dass es für ihn normal sei, registriert zu sein. Aber ob das sein Taxifahrer oder Lehrer auch möchte, ist ja garnicht klar. Andere Berichten von selektiven Kontrollen im Coffeeshop. Die Polizei wollte eine Person von vielen in einem Coffeeshop kontrollieren. Der Eigentümer hat daraufhin den Shop geschlossen und damit die Polizei ‚rausgeworfen.

Ein Belgier, der in den Niederlanden wohnt, arbeitet und „verdammte“ Steuern zahlt, sagt er findet es unter aller Sau, dass er alles kann und muss, aber kein Marihuana mehr bekommen kann als Ausländer.

Die Diskussion geht über zur Legalisierung anstelle dieser falschen Lösung. Der CDA Politiker sagt dazu, dass wenn heute Marihuana legalisiert werde, dann kommen morgen die blauen und roten Pillen. Alle auf der Pro-Seite werden als Kriminelle von dem Politiker beschimpft, und die Moderatorin gibt recht, dass es so nicht geht und ruft ihn zu Zurückhaltung auf.

Der Redner von WeSmoke, der Konsumentenvereinigung, sagt, dass er täglich hunderte E-Mails von Personen bekomme rund um die Welt, dass sie traurig sind, dass sie keine Coffeeshops mehr anschauen können. Sie würden nicht konsumieren, aber bloss wegen Tulpen und Holzschuhen würde auch keiner kommen. Die Leute rauchen vielleicht auch mal einen Joint, und können dann Zuhause erzählen, dass es auch anders geht.