Genetische Forschung zeigt, dass Hanfsorten oft falsch bezeichnet sind

Hanfsamen gleich Hanfsamen? Oder was ist das in der Tüte?

In einer vor kurzem veröffentlichen Studie zeigen die Forscher auf, dass Hanfsorten oft falsch von ihren Produzenten bezeichnet werden. Viele in der Hanfscene kennen es: Die Hanfsorten haben bestimmte Namen wie Purple Kush, White Widdow und so weiter. Viele Hersteller geben eine Art kennzeichung nach Indica/Sativa an. Aber bekommt man eigentlich auch das, was versprochen wird? Dies dachten sich die Forscher und begaben sich in ein Labor.

Sie haben die größte vergleichende genetische Untersuchung von Cannabis bis zum heutigen Tage durchgeführt. Sie haben über 14000 Marker in 81 DNA-Proben verglichen. Bei einem Drittel der Vergleiche waren die Sorten genetisch gleicher zu Sorten mit unterschiedlichen Namen, als mit Sorten mit gleichen Namen. Es ist also oft so, dass man nicht das bekäme, was man wolle: Die genetische Identität einer Sorte kann nicht verlässlich über den Namen fest gemacht werden.

Auch die Herkunft der Marihuanasorten sei oft falsch angegeben. Die Unterscheidung in „Sativa“ und „Indica“ ist weit verbreitet in der Hanfgemeinschaft. Sativapflanzen sollen eher groß werden und eher Blüten mit einem stimulierenden Effekt hervorbringen während Indica kleiner sein sollen und eher Blüten mit einer entspannenden Wirkung hervorbringe. Die Untersuchung zeigt nun, dass nur wenig Übereinstimmung mit der durch den Produzenten berichteten Herkunft vorhanden sei. In einem Fall könnte es nicht falscher sein: Eine 100% Sativasorte (Jamaican Lambs Bread) war quasi genetisch identisch mit einer Sorte aus Afghanistan, welches 100% Indica sein sollte.

Gleichzeitig erkannten sie, dass Faserhanf und Rauschhanf sich auf genetischer Ebene signifikant unterscheiden. Die Unterscheidung der Population scheint sich nicht nur auf die Gene zur THC-Produktion zu beschränken.

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass die medizinischen und kommerziellen Potentiale der Hanfpflanze erst vollständig genutzt werden können, wenn ein verlässliches Klassifizierungssystem vorhanden ist. Ähnlich wie beim Wein oder Äpfeln möchte niemand viel Geld ausgeben, und dann nicht dass bekommen, was er oder sie möchte.

Es ist an der Zeit, dass Cannabisnutzer bemerken, dass sie oft nicht das bekommen, was sie möchten.

Darüber hinaus ist es an der Zeit für die Hanfsamenproduzenten, ihren Kunden die genetische Wahrheit zu erzählen anstelle 100 Jahre alter Klassifikationen, ihren genetischen Grundstock aufzuräumen und ihr Geld damit zu verdienen, verlässliche Sorten zu liefern.

Update

Zum Welt Hanf Kongress in Slovenien 2015 gab der Tjalling Erkelens von Bedrocan NL zu diesem Thema an, dass ihrer Forschung zufolge der Unterschied von Sativa/Indica eher in den Terpenzusammenstellung als in der Cannabinoidzusammensetzung.

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