Die Hanflegalisierung hilft der Umwelt

Die Wähler in Kalifornien müssen sich bei der Abstimmung im November überlegen, ob sie THC-produzierendes Cannabis legalisieren und besteuern wollen. Mitten in der Debatte um das Für- und Wider, kommt dabei ein weiteres Argument zu Tage: Die Umweltschäden, die durch die Produktion von Marihuana, also die THC-reichen Blüten der Hanfpflanze, entstehen können. Illegale Pestizide und Verschmutzung des Grundwassers bei illegalen Outdoorplantagen sind gut dokumentiert. Aber auch die Sorgen um Schäden durch den illegalisierten Indooranbau nehmen zu.

Viele Menschen verbinden Öko’s mit dem Kifferklischee. Aber ironischerweise hat der Marihuanaanbau nicht viel mit Ökologie zu tun. Einem Bericht von NPR zufolge erzeugen sowohl legale als auch illegale Grasproduzenten so einige Umweltschäden.

So hat sich Lisa Morehouse von NPR auf Humbold County in Kalifornien konzentriert. Zwei Arten von illegalen Marihuanaproduktionen gibt es in dieser Gegend: Anbau innerhalb von Häusern und der Freilandanbau. Freilandfarmen gibt es schon so lange wie es die Berge dort gibt. Auf diesen größen Flächen nutzen die Bauern öfters illegale, giftige Pestizide und leiten Flusswasser um, um ihre Farm zu versorgen. Andere Produzenten pflanzen den Hanf in Nationalparks, was ein großes Problem darstellt, da diese Gebiete die Umwelt erhalten sollen und unter Schutz stehen.

Vor 20 Jahren hat Humbolt County angefangen, den illegalen Freilandanbau zu verfolgen – und steht nun vor dem nächsten Problem: der Anbau im Haus. In vielen Fällen artet diese Form von Anbau in noch größeren Schäden aus. Meistens sehr abgelegen, müssen diese Produzenten Dieselgeneratoren für die Stromversorgung nutzen. Vor kurzem sind mehr als 3700 Liter Diesel in einen Zufluss des Salmon Creek Flusses gelaufen. Auch andere Indoorproduktionen lassen Diesel auslaufen, lagern Motorenöl und Frostschutzmittel nicht richtig oder transportieren Diesel durch schadhafte Rohre und lassen es damit zu, dass giftige Substanzen in den Boden und in das Grundwasser gelangen. NPR sagt, dass die Umweltbehörde von Humboldt County in 50 Fällen mit Schäden durch dieselbetriebene Indoorproduktion umgehen musste.

Was auch viele nicht Wissen ist, dass auch die legale Produktion von Marihuana die Umwelt schaden kann. Das Humboldt Patienten Zentrum, welches Cannabis zur Gewinnung von medizinischem Marihuana anbaut, benötigt Unmengen von Strom. NPR sagt, dass mit all den Lichtern, Lüftern, Entfeuchtern und Sicherheitskameras, die benötigt werden, die Manufaktur auf eine Stromrechnung von 4.500 Dollar kommt, mehr als die Miete des Gebäudes. Alleine die Kohlendioxidemission dadurch ist genug, um jeden etwas Cannabis benötigen zu lassen, um wieder zu chillen.

Mit all diesen Informationen führt das zu der Multi-Millionen-Dollar Frage: Kann die Legalisierung der Umwelt helfen?

Die Debatte rund um die Legalisierung von Cannabis enthält meistens jede soziale, ökonomische und politische Faktoren. Aus einem ökologischen Blickwinkel ist es vernünftig anzunehmen, dass sich durch die Legalisierung von Marihuana ökologischere Formen der Produktion entwickeln. So merkt auch NPR an, dass viele Grower denken, dass wenn Marihuana legal wäre, der Preis so stark sinkt, dass die hohen Stromkosten und Dieselrechnungen es nicht mehr ausgleichen würden. Das würde die Anbauer in eine Richtung drängen, die auf biologischeren Anbau setzt anstelle der ressourcenintensiven Aktionen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass der Marihuanaanbau dann nicht mehr außerhalb der Gesellschaft stattfindet. Grower suchen sich meist abgelegene Gebiete, bei denen sie aber wieder auf Stromgeneratoren und Pestizide angewiesen sind. Denke nur daran, wie viel Kohlendioxid und Verschmutzung vermieden werden könnte, wenn Produzenten auf normalen Biobauernhöfen anbauen würden.

Offensichtlich spielen viele Faktoren eine Rolle wenn es um die Legalisierung von Marihuana geht. Was in diesem Artikel geschrieben steht, ist, dass die Umwelt schon genug Probleme hat. Wenn eine Gesetzesänderung nur einen Stressfaktor davon eliminiert, hat sie meine Stimme.

via Change.org

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