Kroatien legalisiert Cannabis

Nach Portugal hat jetzt auch ein weiteres europäisches Land legalisiert: Der Oberste Gerichtshof von Kroatien hat entschieden: Kroatische Kriegsveteranen dürfen jetzt ungestraft Marihuana, die Blüten von Cannabis, rauchen und die Pflanze selbst anbauen. Das geht aus einem Urteil des Obersten Gerichtshofes des Balkanstaates hervor, wie die Zeitungen in Zagreb am Donnerstag berichteten. Das Gericht reagierte auf die Berufung eines Veteranen, der in seinem Hinterhof Cannabis für den eigenen Gebrauch gezüchtet und dafür ein Jahr Gefängnis bekommen hatte. Der Mann ist nun frei.

Marihuana ist ein wirksames Medikament gegen Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS). Viele Ex-Soldaten aus dem Krieg gegen Jugoslawien (1991 bis 1995) leiden daran, heißt es in dem Urteil.

Experten gehen davon aus, dass etwa 18.000 kroatische Veteranen Symptome von PTBS, darunter Depressionen, Persönlichkeitsstörungen und Selbstverletzungsneigungen aufweisen. Auf Deutschland hochgerechnet wären das etwa 328.000 Personen. Die sozialen Verwürfnisse bei dieser Störung sind noch vehemmenter: Fast 1.700 Veteranen hätten seit dem Kriegsende Selbstmord begangen, viele wären kriminell geworden. Auch Israel nutzt Cannabis für seine Soldaten gegen PTBS.

3 Kommentare zu “Kroatien legalisiert Cannabis

  1. Ola!

    Ich weiß ja um die Macht einer guten Überschrift, aber „Kroatien legalisiert Cannabis“ ist zuviel der Übertreibung.

    Letzlich hat nur eine extrem kleine Gruppe der Kroaten überhaupt eine Chance auf legales Cannabis. Wer nicht das „Glück“ hatte, in einem völkerrechtswidrigen Krieg zu kämpfen, weil er z.B. „nur“ an einer unheilbaren Krankheit leidet, muß weiter auf seine Medizin verzichten.

    Von den 99 Prozent, die einfach nur Kiffen wollen, ganz zu schweigen.

    Nix für ungut Tribble, aber das war nur knapp am Bild-Niveau vorbei ;)

    Mit hanfigen Grüßen
    Steffen

  2. Ola!
    Ich weiß ja um die Macht einer guten Überschrift, aber “Kroatien legalisiert Cannabis” ist zuviel der Übertreibung.
    Letzlich hat nur eine extrem kleine Gruppe der Kroaten [..]
    Nix für ungut Tribble, aber das war nur knapp am Bild-Niveau vorbei

    Hejho Steffen,

    dann war die Meldung dem DHV wohl auch gut genug ;)
    Spass beiseite: Wenn das 18.000 Personen in Kroatien jetzt dürfen, und es grad mal 4.5 Millionen Einwohner dort gibt: Dann kennt fast jeder einen der das darf.

    Kann ja sein, dass es für „die anderen“ noch länger dauert – aber der Grundstein ist gelegt. Es ist „ein Anfang“ – im Gegensatz zu Deutschland.

  3. Aber allein die Tatsache, das nun die Veteranen ( also eine im allgemeinen gesellschaftlich geachtete Personengruppe ) dies nun hochoffiziell darf, lässt auf ein Umdenken in diesem Punkt hoffen.

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