Die „neue“ Horrordroge Scopolamin

Mir ist der Artikel News.at: DEVIL’S BREATH – Neue Horror-Droge durch Markus Berger aufgefallen und ich habe die Redaktion sowie den Österreichischen Presserat angemailt. Markus Berger hat darauf verwiesen, dass jede Frau diese Substanz als „Buscopan“ kenne:

[..] Laut dem Österreichischen Pressecodex,
http://www.mediamanual.at/mediamanual/workshop/lo/0105_pressekodex.php
haben sie eine Achtung vor der Wahrheit, der Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit als oberstes Gebot.

Leider ist dies bei dem oben aufgeführten Artikel kaum der Fall.
Sie haben nicht recherchiert, sie verbreiten mit dem Artikel Angst- und Panikmache, zusammen mit einer unterschwelligen rassistischen Botschaft.
Vor einer Substanz, die jede Frau kennt: Frauen, die zu Zeiten ihrer Periode mit Bauchkrämpfen zu kämpfen haben, bekommen diese „Horrordroge“ – als Buscopan. Die Rede ist von Scopolamin, welches als einer der am längsten bekannten und best-untersuchtesten Stoffe gilt.

Sie bereiben mit dem Artikel einfach nur Hysterie.

Ich möchte Sie bitten, den Artikel Offline nehmen oder mir/uns eine entsprechende Erklärung übersenden, warum dieser Artikel mit dem Österreichischen Pressecodex vereinbar ist. Natürlich wird alles darum veröffentlicht.

mit freundlichen Grüßen,

Antwort vom Presserat

Sehr geehrter Herr ..

Der von Ihnen zitierte Satz steht so nicht in unserem Ehrenkodex, aber natürlich finden sich dort (neben zahlreichen anderen) Bestimmungen, die beispielsweise Gewissenhaftigkeit und Korrektheit in Recherche und Wiedergabe oder die Wahrung der Würde der Person fordern. Unseren Ehrenkodex können Sie unter http://www.presserat.at/show_content.php?hid=2 abrufen.

Wenn Sie der Ansicht sind, dass der von Ihnen kritisierte Artikel gegen eine oder mehrere dieser Bestimmungen verstößt, können Sie sich gerne im Rahmen einer Mitteilung an den Österreichischen Presserat wenden, jedoch ersuche ich Sie in diesem Fall darum, und das dezidiert mitzuteilen.

In diesem Fall bitte ich Sie aber auch darum, Ihre Aussagen zu belegen, vor allem auch die, dass es sich bei Scopolamin um die in Buscopan verwendete Substanz handelt, und dass Scopolamin harmlos sein.

Darüber hinaus ersuche ich Sie um eine Ausführung dahingehend, worin Sie in diesem Artikel eine „unterschwellig rassistische Botschaft“ sehen

Beste Grüße,

Wahrscheinlich hat der Österreichische Presserat zur Zeit zu viel zu tun, um mal Buscopan in Google einzugeben um den Artikel des Herstellers zu finden. Dann hätte er Von der Duboisia – Pflanze zum Medikament gefunden: „Die Substanz Scopolamin, die die Grundlage für die Herstellung von Butylscopolamin in Buscopan® bildet, wird aus der Duboisia – Pflanze gewonnen. Anschließend wird Scopolamin durch chemische Umwandlung zu Butylscopolamin weiter entwickelt.“