NORML antwortet auf die neuesten Warnungen bezüglich Marihuanakonsum und Schizophrenie

Logo der Legalize-Organisation NORML in den USAWashington, DC: In der letzten Woche wurde in der Zeitung „Archives of General Psychiatry“ eine Studie veröffentlicht, die behauptet, dass das Rauchen von Marihuana die Risiken an einer Psychose oder Schizophrenie zu erkranken, „verdoppele“. Dies steht in Konflikt mit vorherigen Untersuchungen, und somit muss diese Studie mit Vorsicht interpretiert werden, sagte NORML Vorstand Paul Armentano.

„Trotz der Behauptungen, dass der Gebrauch von Marihuana eine mögliche Rolle in der Diagnose von Schizophreniesymptomen hat, existiert kein empirischer Beweis, dass irgendwo auf der Erde in den Gesellschaften, die steigende Konsumraten von Cannabis haben, auch parallel dazu die Anzahl der mentalen Erkrankungen steigt.“ sagte Armentano.

Gerade erst im Jahre 2009 wurde eine systematische Untersuchung in dem Wissenschaftsjournal „Schizophrenia Research“ veröffentlicht, in der die Trends des Marihuanakonsums und die Verbreitung von Schizophrenie in Großbritannien von 1996 bis 2005 untersucht worden sind. Die Forscher berichten, dass das „Eintreten und die prävalenz von Schizophrenie und Psychosen entweder stabil oder abnehmend waren“ während dieser Periode, trotz dem dass der Gebrauch von Cannabis in der Allgemeinbevölkerung anstieg.

Armentano sagte, dass möglicherweise ein Nicht-Kausaler Zusammenhang zwischen Marihuanakonsum und Psychosen besteht, da Geisteskrankheiten meist in den jungen Jahren ausbrechen – in einer Zeit, in denen junge Menschen tatsächlich mit dem Experimentieren von Cannabis beginnen. Er spekuliert auch, dass einige Personen, bei denen psychotische Störungen diagnostiziert werden, möglicherweise bei dem Eintreten der Symptome auf Cannabis zur Selbstbehandlung umsteigen.

Dennoch: Armentano sagte, dass trotzdem alle möglichen ungünstigen Effekte von Marihuana miteinbezogen werden, dann Unterstützen diese Studien die Regelungen für eine Cannabislegalisierung und Regulierung – und nicht die Verbote.

„Gesundheitsrisiken die mit Marihuanakonsum zusammenhängen – wenn sie denn wissenschaftlich Dokumentiert sind – sollten nicht als Grund für eine Strafverfolgung sein, sondern anstelle dessen als guter Grund dienen, die Pflanze auf legale Weise zu Regulieren.“ sagte er. Armentano führte aus „Zum Beispiel, wir als Gesellschaft sehen von einer Regulierung der Alkoholproduktion, Nutzung, Verkauf nicht ab, da er harmlos sei, sondern weil wir wissen, dass der Konsum, in manchen Situationen, möglicherweise Gefährlich ist. In diesem Zusammenhang zeigen Warnungen dieser Art wenig Erfolg für die Position der Regierung, die Verbote anzuziehen und versorgen uns mit Munition um diese Verbote zu demontieren.

Für mehr Informationen dazu, kontaktiere bitte Paul Armentano, NORML Vorstand: paul@norml.org. NORML’s Kommentare zu dem Thema Marihuanakonsum und Geisteskrankheiten sind im NORML Blog zu finden: http://blog.norml.org.

via NORML

Ein Kommentar zu “NORML antwortet auf die neuesten Warnungen bezüglich Marihuanakonsum und Schizophrenie

  1. Eine australische Studie kann auch keinen kausalen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und der Entwicklung von Psychosen finden:
    „Klar ist allerdings, dass eine Beobachtungsstudie nicht beweisen kann, dass der Drogenkonsum die Ursache der Psychose ist oder sie begünstigt. Möglich bleibt immer eine reverse Kausalität, nach der Jugendliche mit einer beginnenden Psychose krankheitsbedingt eine vermehrte Affinität zur Droge entwickeln – so wie Patienten mit Schizophrenie sehr häufig starke Raucher sind, ohne dass der Tabakkonsum ernsthaft als Auslöser für die Psychose diskutiert wird.“
    http://bit.ly/9b0lt2

    Zum gleichen Ergebnis kommt auch eine Studie aus Großbritannien:
    „Matthew Hickman und Kollegen kommen in einer weiteren Studie zu dem Ergebnis, dass der Cannabiskonsum in Großbritannien zwischen 1970 und 2002 um das 18-fache bei unter 18-Jährigen angestiegen ist. [..] Entgegen den Erwartungen ist die Häufigkeit der diagnostizierten Schizophrenien und anderen Psychosen in diesem Zeitraum eher rückläufig gewesen. Bei der Häufigkeit der Neuerkrankungen blieb die Anzahl der an Schizophrenie erkrankten Personen stabil. Andere Psychosen wurden sogar signifikant seltener diagnostiziert.“
    http://bit.ly/dlFJ5B

    Das Psychoserisiko scheint die letzte Bastion der Prohibitionsbefürworter zu sein, nachdem alle anderen Gruselmärchen inzwischen als Lügen und Propaganda enttarnt wurden.

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