9000 Jahre alte Hanftextilien aus Çatalhöyük sind eine Falschmeldung

Angebliche Hanftextilien aus Çatalhöyük, die eigentlich Flachs sindAnfang 2014 machte eine Meldung die Runde, dass in der archologischen Ausgrabungsstätte Çatalhöyük 9000 Jahre alte Textilien aus Hanf gefunden worden wären. Da in dem betreffenden Ausgrabungsbericht von 2013 keine Rede von Hanf ist verwundert diese Meldung etwas. Um diese Meldung zu verifizieren, habe ich die Forscher, die den Bericht erstellten, angemailt und nachgefragt.

Ich schrieb Prof. Ian Hodder an, welcher den Bericht 2013 über die Ausgrabungen verfasst hatte. Er verwies mich an die Mitarbeiterin Prof. Amy Bogaard. Sie schrieb mir, dass es keine Anzeichen für Hanf an dem Fundort gäbe aber dafür einige Flachssamen und -textilfragmente.

We have no evidence of hemp at the site, but we do have some seeds and textile fragments of flax/linen. (Prof. Amy Bodaard)

Wenn sich jemand wundert, warum man das Bild oben nicht findet: Es wurde vom Portal mit der Falschmeldung um 180 Grad gedreht, zu sehen an der Zentimetermarkierung.

Cannabisbezogene Kryptowährungen

Vor einiger Zeit hatte ich hier einen Artikel über die mathematisch gesicherte Währung “PotCoin” berichtet. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan: Mehr und mehr Hanfliebhaber/innen kommen auf die Idee, eine solche Währung zu starten. Nicht alle davon werden erfolgreich, bzw. überleben. Hier ist eine kleine Liste von bekannteren solcher “Alternativen Coins”, die neben Bitcoin existieren. Darüber hinaus gibt es ein Projekt, die Cannabis-Coins zusammenzuführen: The Epic 420 Alliance Joint Force – United we stand!.

Defekt, Offline, Verschwunden, Unklar

Einige Systeme sind Verschwunden, andere werden unter neuer Führung weiterentwickelt:

Wenn ihr eine neue solche Währung seht, gebt Bescheid!

NDR Journalisten ohne Faktencheck: Kiffer immer Jünger

Schon vor 150 Jahren schrieb die Zeitung Figaro, dass die Kiffer immer Jünger werden würden. Grund war Gustave Courbets Selbstporträt Mann mit Pfeife (1848-1849), bei dem sich der Künstler Haschisch-rauchend malte. Gustave Courbet gilt als Mitbegründer des Realismus in Frankreich. Der Figaro tobte, dass es ein Vergnügen zeige, dass den Alten vorbehalten wäre. Nun wärmt der NDR diese Geschichte wieder auf.

Würde das so stimmen, müssten die Kiffer jetzt im Kindergarten anfangen.

Zu sehen ist das Bild hier, es ist relativ beliebt und wurde oft kopiert:

Courbet Autoportrait

Eine weitere Zusammenstellung, wer dieses Gerücht genutzt hat, findet sich hier im TAZ Drogerie Blog: NDR: Cannabis-Konsum: Einstiegsalter sinkt von Hans Cousto.

Amsterdam will mit regulierter Cannabisabgabe experimentieren

NRC berichtet, dass nun auch Amsterdam mit der regulierten Cannabisabgabe experimentieren möchte. Cannabisblüten und Produkte als Genussmittel sind auch in den Niederlanden noch immer illegal – nur der Umgang damit Privat oder im Coffeeshop ist “toleriert”. So wurde das Lieferproblem für die Coffeeshops als “Backdoor”-Problem, als Hintertürchen-Problem, bekannt. Nun möchte die Stadt, auch die Regierungspartei, die Produktion regulieren.

Die Koalition lehnt sich an einen bemerkenswerten Fall vor Groningens Gericht an. Das Gericht liess zwei Cannabisbauern laufen, weil sie “innerhalb der Hauptziele der von der Regierungspolitik für weiche Drogen gehandelt hätten”.

NRC: Ook Amsterdam wil experiment met gereguleerde wietteelt

US-Drogenfahnder brandheiss auf US-Investoren im kanadischen Cannabismarkt

Hightimes verbreitet gerade die Neuigkeit, dass einem Reuters Interview zufolge mit dem Sprecher der Drogenverfolgungsbehörde der USA, Rusty Payne, sie genau schauen, wer in Kanadas Medizinalhanfmarkt investiert. Die steinzeitliche Meinung des Beamten ist, dass der Markt sehr riskant und ein rückgradloses Geschäft sei.

Bisher gehen die Investoren davon aus, dass es in Ordnung sei, in einem anderen Land ein Geschäft aufzubauen, welches im eigenen Land als illegal angesehen wird.

Bislang wurde noch niemand verhaftet. Allerdings, so Payne, sei dies vor allem auf die limitierten Resourcen bei der Verfolgung zurückzuführen.

Der Verkauf und Besitz von psychoaktiven Cannabisblüten, als Marijuana bezeichnet, ist noch immer illegal unter den Föderalgesetzen der USA. In Kanada hingegen ist die Herstellung und der Handel von Medizinalhanf legal. Dass die erwirtschafteten Gewinne wieder in die USA fliessen, könnte eine “rote Flagge” für die US-Strafverfolger sein, da es dann um Geldwäsche und Verbreitung einer “Liste 1 Substanz” ginge.

“Es sind zwei Verletzungen von US-Föderalgesetzen. Ich sehe keinen Weg drumherum” so Timothy White, Bankers Toolbox gegenüber Reuters. Seine Firma hilft Banken, Geldwäsche zu finden und gegenüber den Behörden zu dokumentieren.

69 Anregungen und Fragen zum Coffeeshop in Kreuzberg

Die Grüne Bezirksführung in Kreuzberg möchte einen bzw. mehrere Coffeeshops zur Abgabe von Cannabis ermöglichen. Die Diskussion läuft – leider vor allem unter Fachleuten. Was nun die Betroffenen dazu sagen, oder wie sie sich einen solchen Coffeeshop vorstellen, wurde noch nicht gefragt. Bis jetzt. Fragen und Anregungen sollten auf der Internetplattform ASKFM eingegeben werden. Innerhalb von 10 Tagen sind 69 Anregungen und Fragen zum Coffeeshop-Modell in Kreuzberg eingegangen. Hier die Liste:

Stand: 6.10.2014
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IFG-Anfrage: Protokoll des Sachverständigenausschauss für Betäubungsmittel zur 28. BtMÄndVO

Der Sachverständigenausschuss für Betäubungsmittel, welcher Empfehlungen zur Änderung oder Ergänzung der in Anlage I bis III des BtMG aufgeführten Stoffe und Zubereitungen beschließt, tagt nicht öffentlich. Man kann nur vermuten, warum bestimmte chemische Substanzen “verboten” werden. Ich habe eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz gestellt um das Protokoll des Sachverständigenausschuss zur 28. BtMÄndVO zu erhalten. Wenn dich die Antwort interessiert, kannst du dich bei FragDenStaat einschreiben und wirst benachrichtigt, sobald eine vorliegt.

Es steht die 28. Betäubungsmittelgesetz-Änderungs-Verordnung an, mit der wieder neue chemische Substanzen einem vermeitlichen Kontrollregime durch die Behörden unterstellt werden. Neben der nicht-öffentlichen Tagung werden die Protokolle des Ausschuss nicht öffentlich zugänglich. Daher kann über die genauen Begründungen zum Verbot von chemischen Substanzen nur spekuliert werden. Auch die Personen in diesen Ausschuss nicht persönlich fragen, da diese sich laut der Geschäftsordnung des Sachverständigenausschusses am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zur Verschwiegenheit verpflichtet haben.

Zur Anfrage geht es hier: https://fragdenstaat.de/a/7628

Industriehanf ist Drogenhanf!

Kulicke, Manfred; Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung schrieb mir auf eine Anfrage, warum Nutzhanf so oft kontrolliert werde:

Sehr geehrter Herr Steldinger, der Anbau von Nutzhanf unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz. Demnach ist Hanf grundsätzlich nicht verkehrsfähig. Unternehmen der Landwirtschaft im Sinne § 1 Abs. 4 des Gesetzes über die Altersversorge der Landwirte ist der Anbau erlaubt, wenn die geforderte Größe der Betriebsfläche erreicht bzw. überschritten wird.

Ich finde es in diesem Zusammenhang sehr seltsam, dass sich viele – nicht alle (!) – Nutzhanfhersteller sich aus der politischen Debatte rausziehen. Man kann ja selber schauen, wer in den letzten Jahren auf der Hanfparade präsent war und sich die entsprechenden Schlüsse ziehen.

IFG-Anfrage zur “Fuck Drugs” Kampagne der Bravo an die Drogenbeauftragte

Logo der Bravo Fuck Drugs Kampagne

Logo der Bravo Fuck Drugs Kampagne

Vor kurzem startete die Bravo eine Anti-Drogenkampagne, die es in sich hat: Vor allem manipulative Texte, welche im Endeffekt keinerlei schadensmindernde Wirkung haben werden. Schon öfters haben solche Kampagnen, die ausschliesslich negatives über Drogen publizieren, ihr Ziel verfehlt. Ich habe mehrmals bei der Bravo-Redaktion angefragt: Keine Antwort. Ich habe die genannten Experten angemailt: Keine Antwort. Nun erhoffe ich mir mit einer Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz über die “Fuck Drugs” Kampagne bei der Drogenbeauftragten des Bundes eine Einsicht in das Konzept.

Die neue Aufklärungs-Kampagne von Europas größter Teenager-Multimediamarke wird von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler unterstützt.

Da die Drogenbeauftragte des Bundes die Kampagne unterstützt, muss es dort auch Unterlagen dazu geben.

Auf der Webseite “FragDenStaat” kannst du dich für meine Anfrage “interessieren”, und bekommst eine Infomail, sobald eine Antwort vorliegt.

Australien: Produzenten erwarten Legalisierung von Hanf als Nahrungsmittel

Wikipedia: Australien

Wikipedia: Australien

Die industriellen Hanfverarbeiter von Australien rufen die Bauern zum Anbau von Hanf auf. Interessanterweise ist der Anbau von Nutzhanf unter den gleichen Bedingungen des Opiumgesetzes legal, aber noch immer illegal, Nutzhanfprodukte als Nahrungsmittel zu verarbeiten. Einem Artikel bei ABC zufolge wird die Legalisierung von Hanf als Nahrungsmittel in Australien in 2015 erwartet.

“Wir konnten die Nachfrage in Australien nicht decken. Wir mussten sogar einiges [an Hanf] importieren.”

Die Hanfindustrie betreibt schon lange Lobbyarbeit bei der Regierung und bei der Nahrungsmittelsicherheitsbehörde für Australien und Neuseeland um Hanfsamen zu legalieren. Sie werden als Schlüsselelement betrachtet, um die australische Hanfindustrie anzufeuern.

via ABC: Call out to Aussie farmers to grow hemp