Paar gibt 17 Millionen Pfund für die Cannabisforschung

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Ein australisches Paar hat 17 Millionen Pfund (ca. 29 Millionen Euro) für die Erforschung von medizinischem Cannabis an eine Universität in Sydney gegeben, nach dem ihre Enkelin mit lähmender Epilepsie diagnostiziert wurde.

Barry und Joy Lambert haben die größte Spende in der australischen Geschichte für Forschung überreicht, welches den Vizekanzler der Universtität von Sydney dazu veranlasste, es eine „Geschichte der Liebe und Hoffnung“ zu nennen.

„Die Erfahrung unserer Enkelin .. hat unsere Augen geöffnet für die aussergewöhnlichen Möglichkeiten von Cannabinoiden, die nicht nur ihre Krankheit behandeln können, sondern auch eine ganze reihe chronischer Krankheiten, die sonst oft nicht auf konventionelle Behandlungen ansprechen.“ so Lambert.

Lambert ist der Gründer von Count Financial, Australiens größtem unabhängigen Netzwerk von Finanzplanern, welches er dann an CBA für 186 Millionen Pfund in 2011 verkaufte. Er und seine Frau haben drei erwachene Kinder, aber haben eine Tochter wegen der Wasserkopf-Krankheit verloren.

Personen, die unter Epilepsie leiden, haben berichtet von einigen positiven Effekten und Verminderungen der Krämpfe, wenn sie medizinisches Cannabis anwenden. Die Studie des New York University Langone Comprehensive Epilepsy Centre, gab 213 Kindern und Erwachsenen Patienten mit 12 verschiedenen Formen von Epilepsie Cannabidiol, täglich für 12 Wochen. Es stellte sich heraus, dass von 137 Personen, welche die Studie abschlossen, die Anzahl der Krampfanfälle um 54% sank – auch wenn einige Nebenwirkungen berichtet wurden.

Die Wissenschaftler begrüßten die Spende als „spielverändernd“ auf einer Pressekonferenz der Universität, wo auch Premierminister Maike Baird den Lamberts dankte: „Was für ein historischer Tag .. für unseren Bundestaat und für unser Land, Vielen Dank“.

via London Cannabis Club: Couple give £17m to cannabis research at Sydney university und ABC: Medicinal marijuana research at University of Sydney receives record $33m donation from Barry and Joy Lambert

EIHA meldet Rekordanbaufläche bei Hanf in Europa

Mehr Hanfanbaufläche - Rekord in 2015: 22000 Hektar Hanf

Die Europäische Industriehanfvereinigung EIHA berichtet in ihrem aktuellen Newsletter, sowie in einer Pressemitteilung Rekordanbau von Hanf in 2015, dass 2015 ein Rekordanbaujahr wird: Etwa 22000 Hektar Land werden in Europa mit Hanf bestellt! Laut PM gibt es eine steigende Nachfrage nach Fasern, Samen und Cannabinoiden in der Medizin.

Auch die Mitte Mai stattgefundene internationale Konferenz der EIHA hatte einen Teilnehmerrekord: 260 Personen aus 38 Ländern nahmen an diesem Fachkongress teil, so der Veranstalter.

Der Verein EIHA ist ein Fachverein für die Industriehanfbranche. Weitere Informationen gibt es auf ihrer Webseite, www.eiha.org sowie beim Ansprechpartner Dominik Vogt, Telefon +49 (0)2233-48 14 49.

SensiSeeds bespricht Verdunklung im Freien

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Aktuell bespricht SensiSeeds in ihrem Blog die Technik der Outdoor-Verdunkelung. Die Tipps, die du dort finden kannst, beziehen sich erst mal auf den Eigenbedarfsanbau auf dem Balkon, kann aber auch für größere Felder genutzt werden.

Aber warum sollte man eigentlich Verdunkeln?

Dafür möchte ich etwas aus dem Originalartikel von Seshata zitieren, damit du entscheiden kannst, ob es sich lohnt:

In gemäßigten Zonen ist es für gewöhnlich unnötig, eine frühzeitige Blüte der Pflanzen zu forcieren. Doch wenn die Züchter näher an den Tropen leben, kann dies ausgesprochen vorteilhaft sein – in den wärmsten Gebieten der gemäßigten Zonen ist es aufgrund der günstigen Temperaturen und der langen Anbausaison nämlich häufig möglich, zwei oder sogar drei Ernten pro Jahr zu erzielen. Das gilt beispielsweise für viele Teile des Südens der USA sowie für einige Regionen des Mittelmeers und Teile Zentralasiens.

Den Züchtern in den kühleren Regionen der gemäßigten Zonen ist ebenfalls zu empfehlen, eine etwas frühere Blüte zu forcieren, denn die ideale Länge der Wachstumssaison wird in diesen Gebieten oft um zwei oder drei Wochen unterschritten. Zu dieser Zone gehört der Großteil Nordeuropas, einschließlich Großbritanniens und der Niederlande.

Auch Züchter in den Städten könnten gezwungen sein, den Beginn der Blüte zu forcieren, wenn nachts keine vollständige Dunkelheit herrscht. Die Lichtverschmutzung in der Nacht macht insbesondere Menschen zu schaffen, die ihre Pflanzen auf Balkonen an hell erleuchteten Straßen ziehen.

Neuere und ältere Literatur [MARQUART 1919] weisen darauf hin, dass Deutschland unter Umständen nicht so gut geeignet ist, Samen zu bilden. In der heutigen Praxis mit den aktuellen Hanfpflanzen funktioniert dies ganz gut. Die Blüte selbst ist oft zu schaffen, aber in unserer Klimazone schon mit dem Problem Feuchtigkeit verbunden. Also ein guter Tipp von Sensi Seeds, die übrigens auch dieses Blog unterstützen!

Drogenbeauftragte Mortler und der Mythos der Einstiegsdroge Cannabis

Bei der Bundespressekonferenz zum Drogenbericht 2014 erwähnt Drogenbeauftragte Mortler, dass Cannabis der Einstieg in den Drogenkonsum sei. Dies ist von der Wissenschaft schon lange wiederlegt, das steht sogar auf drugcom, einer Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, also von der Regierung. Ich frage sie bei abgeordnetenwatch.de, warum ihre Aussage und die der Regierung so weit auseinander liegen.

Es liegt eine Antwort vor – die weitere Fragen aufwirft und ich Frage nach!

Zur Anfrage bei Abgeordnetenwatch über die Einstiegsdroge Cannabis

Wenn dich die Antwort so wie mich interessiert, schreibe dich auf der Abgeordnetenwatch-Seite zur Anfrage mit einer eMailaddresse ein. Du wirst informiert, sobald eine Antwort vorliegt!

Update

Am 11. Juni sind schon 115 Personen eingetragen, welche an einer Antwort interessiert sind! Ich freue mich über jede/n, den es noch interessiert, warum so widersprüchliche Informationen vorgetragen werden!

Text der Anfrage vom 26.4.2015

Werte Frau Drogenbeauftragte und MdB Mortler,

in der Bundespressekonferenz am 21.4.2015 zum vorgestellten Drogenbericht (siehe etwa ab Minute 6:30 in der Sendung unter www.tagesschau.de ) geben Sie die sogenannte „Einstiegsdrogentheorie“ wieder, welche die These aufstellt, dass Cannabis als Einstieg in anderen Drogenkonsum fungieren würde.

Nun schreibt aber die Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, dass dies nicht der Fall sei ( siehe www.drugcom.de ). Auf Nachfrage bei der BzgA (bei Frau Evelin Strüber, Referat 1-13, Prävention des Substanzmissbrauchs, Suchtprävention, Durchwahl, 0221-8992-294), ob dies noch stimme, wurde dies bejaht und auf den folgenden, erweiterten Artikel einer WHO Studie über 17 Länder hingewiesen, bei dieser auch kein Einstieg in den Drogenkonsum bzw. weiterer Drogen nachgewiesen worden konnte. ( siehe www.drugcom.de )

Können Sie mir sagen, warum Ihre Aussage und die offizielle Information der Bundesregierung so weit auseinander liegen?

mit freundlichen Grüßen,

Die Antwort vom 22.7.

Sehr geehrter Herr..

Sie sprechen in Ihrer Email die These der „Schrittmacherfunktion“ an. Studien haben belegt, dass es eine Reihenfolge beim Ausprobieren psychoaktiver Substanzen gibt. So haben fast alle Konsumenten sog. harter Drogen mit Cannabis begonnen, allerdings dürfen Alkohol und Tabak hierbei nicht vergessen werden. Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren, die Cannabiskonsumenten eher zu weiteren illegalen Drogen greifen lassen, u.a. psychische Störungen. Hier wird der Cannabiskonsum oft zur Problembewältigung eingesetzt. Zumindest bei denjenigen Cannabiskonsumenten, die sich in einer Behandlung befinden, ist bekannt, dass sie neben Cannabis weitere psychoaktive Substanzen konsumieren, neben Tabak und Alkohol auch Amphetamine, Kokain und Ecstasy, was zu noch intensiveren Gesundheitsbeeinträchtigungen führen kann

Mit freundlichen Grüßen

Ich musste auf diese Antwort mit dem Artikel Drogenbeauftragte Mortlers „gefährlicher Umkehrschluss“ reagieren. Dadurch hat an dieser Stelle das update etwas lönger gedauert. Denn hier begeht unsere Drogenbeauftragte, die sich schon etwas besser auskennen müsste, einen eklatanten Denkfehler zu Lasten der Betroffenen. Das lässt sich an dem einfachen Beispiel belegen, wenn man nur ein paar Wörter tauscht: Alle Heroinkonsumenten haben schonmal Möhren gegessen. Aber nicht jeder Möhrenesser wird Heroinkonsument. Weder ist es wissenschaftlich angebracht, hochproblematische Teilgruppen zu betrachten (Klinikpatienten), noch deren Probleme auf die gesamte Gesellschaft zu generalisieren.

Die Nachfrage auf Abgeordnetenwatch ist also quasi schon ein muss:

Zur Anfrage bei Abgeordnetenwatch über die Einstiegsdroge Cannabis

Wenn dich die Antwort so wie mich interessiert, schreibe dich auf der Abgeordnetenwatch-Seite zur Anfrage mit einer eMailaddresse ein. Du wirst informiert, sobald eine Antwort vorliegt!

WEED3 – Die neue Sendung von CNNs Dr. Gupta

Auf dem Höhepunkt des Cannabis-Feiertages, dem 20. April (4/20), feuert Dr. Sanjay Gupta, der Neurochirug und Star-Journalist für medizinische Themen bei CNN seine neue Salve gegen die förderalen Verbote der Pflanze Hanf.

Präsident Obama wird über die Legalisierung von medizinischem Cannabis in dem CNN Spezial „WEED 3“ von Dr. Sanjay Gupta auftreten. Dr. Gupta fragt Präsident Obama, ob er den Senat bei dem Vorhaben unterstützt, den Krieg gegen medizinisches Marihuana auf förderaler Ebene zu beenden.

Dem Bericht zufolge sagt der Präsident, dass er sich das weiter im Detail anschauen müsse, aber vorsichtig verschriebenes medizinisches Marihuana scheint tatsächlich in einigen Fällen die einzige Lösung zu sein, und man solle der Wissenschaft folgen und nicht den Ideologien.

Weed 3 bietet eine der am besten besetzten Plattfomen für die Geschichten der Patienten, die durch mediznisches Marihuana gerettet wurden. Dr. Gupta fokussiert sich auf die Fälle von reinem Cannabis gegen die Symptome von PTSD und Sichelzellenanämie und als Alternative zu tötlichen Schmerzmedikamenten. Dr. Gupta sagt, die Amerikaner wurden systematisch an der Nase herumgeführt über Cannabis und die Nation benötige eine „medizinische Cannabisrevolution“. Dr. Gupta dazu:

„Es gibt interessante neue Forschung über die Nutzung von Marihuana, die sich auf die Leben von zehntausenden Personen, darunter Kinder und Erwachsene, positiv auswirken könnte. Dazu gehört die Behandlung von Krebs, Epilepsie und Alzheimer, um nur einige zu nennen. Alleine auf das Thema Schmerz bezogen, kann Marihuana den Bedarf an Schmerzstillern senken und gleichzeitig die Zahl der versehentlichen Überdosierungen durch Schmerzstiller senken, welche eine der am meisten vorkommenden und verhinderbare Todesarten in diesem Land ist.“

Journalisten sollten keine Position einnehmen. Es macht Sinn. Objektivität ist der König. Aber an irgendeinem Punkt sollten die offenen Fragen beantwortet werden. An irgendeinem Punkt sollten umstrittene Positionen gelöst werden. An irgendeinem Punkt sollte der gesunde Menschenverstand herrschen.

Also hier ist es: Wir sollten medizinisches Marihuana legalisieren. Wir sollten es National umsetzen. Und – wir sollten es jetzt machen.“

CNN bringt WEED3 nach den Wiederholungen von WEED und WEED3, start ist 19 Uhr östliche Zeit, 16 Uhr pazifische Zeit

via SfGate: Dr. Sanjay Gupta drops bomb with ‘WEED 3’ on eve of 420

Kanada: Liste der erlaubten Cannabissorten für 2015 erschienen

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Die für Industriehanf zuständige Behörde in Kanada, das Gesundheitsministerium „Health Canada“, hat die Liste der zugelassenen Hanfsorten für 2015 veröffentlicht. Ich erhielt sie wegen einer Nachfrage per eMail am Tag der Veröffentlichung.

Neu auf der Liste sind sechs Sorten: GranMa, Picolo, Katani, Grandi, Georgina and Victoria
Es wurden keine Sorten von der Liste gestrichen, dennoch bleibt die Hanfsorte Finola unter Beobachtung.

In der Vergangenheit machte die Sorte Finola von sich wegen relativ hoher THC-Werte von sich reden, was aber laut Hersteller bei dieser Sorte normal sei. Finola wird hauptsächlich wegen der Hanfsamen, die sich aus den Blüten entwickeln, angepflanzt und nicht, wie bei anderen Sorten, wegen der Faser. Ohne eine längere Reifezeit für die Blüte wäre eine gute Ausbeute nicht möglich.

Interessanterweise kann ich diese Liste nicht auf den Webseiten von Health Canada finden. Kannst du sie finden?
Die Liste kann hier eingesehen werden: LOAC 2015 EN, Herausgeber: Health_Canada „List of approved Cultivars Cannabis Sativa“

Studie: „Krankheitsverändernde Ernährung“ bei Multipler Sklerose

Cannabis als Medizin bei Multipler SkleroseHier ist eine aktuelle Studie, die darauf eingeht, dass die analgetischen (betäubenden) und anti-spastischen Effekte von Cannabis, seinen Inhaltsstoffen und weitere endocannabinoid-verbessernde Stoffe und Ernährung sich positiv auf die Krankheit auswirken. Darüber hinaus scheinen auch FAAH-Hemmer des Endocannabioidsystems beteiligt zu sein.

„Disease modifying nutricals“ for multiple sclerosis.

Pharmacol Ther. 2015 Apr;148C:85-113. doi: 10.1016/j.pharmthera.2014.11.015. Epub 2014 Nov 27.

Schmitz K1, Barthelmes J1, Stolz L1, Beyer S1, Diehl O1, Tegeder I2.

Abstract

The association between vitamin D and multiple sclerosis has (re)-opened new interest in nutrition and natural compounds in the prevention and treatment of this neuroinflammatory disease. The dietary amount and type of fat, probiotics and biologicals, salmon proteoglycans, phytoestrogens and protease inhibitor of soy, sodium chloride and trace elements, and fat soluble vitamins including D, A and E were all considered as disease-modifying nutraceuticals. Studies in experimental autoimmune encephalomyelitis mice suggest that poly-unsaturated fatty acids and their ‚inflammation-resolving‘ metabolites and the gut microflora may reduce auto-aggressive immune cells and reduce progression or risk of relapse, and infection with whipworm eggs may positively change the gut-brain communication. Encouraged by the recent interest in multiple sclerosis-nutrition nature’s pharmacy has been searched for novel compounds with anti-inflammatory, immune-modifying and antioxidative properties, the most interesting being the scorpion toxins that inhibit specific potassium channels of T cells and antioxidative compounds including the green tea flavonoid epigallocatechin-3-gallate, curcumin and the mustard oil glycoside from e.g. broccoli and sulforaphane. They mostly also inhibit pro-inflammatory signaling through NF-κB or toll-like receptors and stabilize the blood brain barrier. Disease modifying functions may also complement analgesic and anti-spastic effects of cannabis, its constituents, and of ‚endocannabinoid enhancing‘ drugs or nutricals like inhibitors of fatty acid amide hydrolase. Nutricals will not solve multiple sclerosis therapeutic challenges but possibly support pharmacological interventions or unearth novel structures.

Direkt zur Studie: PubMed: „Disease modifying nutricals“ for multiple sclerosis.

Wieder mehr Drogentote in Nürnberg und nicht mal eine Stellungnahme der Drogenbeauftragten?

21Juli-gedenktag-der-verstorbenen-drogengebraucher

21Juli-gedenktag-der-verstorbenen-drogengebraucherIm letzten Jahr gab es in Nürnberg, der Metropole Frankens, in Relation zur Einwohnerzahl mehr Drogentote als in jeder anderen deutschen Großstadt (6,1 pro 100.000 Einwohner laut Drogen- und Suchtbericht 2014). Auch in diesem Jahr wird Nürnberg wohl wieder diesen traurigen Rekord erzielen. Aber warum ist das der Drogenbeauftragten nicht mal eine Pressemitteilung wert? Hingegen gibt es sogar Konferenzen zu den statistisch kaum erfassbaren Legal Highs? Ich frage nach auf Abgeordnetenwatch:

Update: Es ist am 23.4.2015 eine Antwort eingetroffen. Weiter unten im Text findest du die Antwort und die Bewertung.
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