Streik in den Coffeeshops am Neunten Juni 2010

Die Coffeeshopbesitzer in Holland rufen zu einem Streik am 9. Juni auf, um die Aufmerksamkeit auf ihre wichtige Rolle in der niederländischen Gesellschaft zu richten. Der Streik wird von dem Coffeeshopbesitzer Nol van Shaik, der den Willie Wortel Cannabis Shop in Harlem gegründet hat, organisiert. Nol van Shaik will mit dem Streik die Coffeeshopbetreiber und ihre Kunden darauf aufmerksam machen, dass sollte eine rechts-konservative Regierung gewählt werden, sie nicht nett zu dem Handel sein werden.

Wenn die Mitte-Rechts Christlich-Demokratische Partei (CDA) oder die Geert Wilders Freiheitspartei nach den Wahlen in den Niederlanden am 9. Juni 2010 dominieren, könnten sich die berühmten liberalen Cannabisgesetze ändern.

Auf seiner Webseite hat van Shaik ein Manifest mit den Argumenten für lizensierten Cannabis Coffeeshop Handel veröffentlicht, in denen er herausstellt, dass sie jedes Jahr 400 Millionen Euro in Steuern beitragen und dass, wenn sie schliessen müssen, die Kunden auf den unkontrollierbaren Schwarzmarkt angewiesen sein werden. Van Shaik möchte auch die strengen Regeln in den Coffeeshops betonen, die auch durchgesetzt werden. Kein Alkohol und keine harten Drogen sollen in den Läden konsumiert werden und es bestehen strenge Altersbeschränkungen.

Banner Grafik zum Streik der Coffeeshops in Holland im Jahre 2010

Trotz dem Fakt, dass Holland eine der gemäßigsten Cannabisgesetze in der Welt besitzt, rauchen statistisch weniger Niederländer Marihuana als in jedem anderen europäischen Land. Daten des Europäischen Überwachungszentrum für Drogen und Drogenabhängigkeit sagen, dass etwa 5.4% der niederländischen Erwachsenen Cannabis rauchen, verglichen zu 14.6% in Italien. Spanien, die Tschechische Republik und Frankreich haben auch höhere Cannabiskonsumwerte. Nol van Sheik besteht darauf, dass Hollands Cannabis Coffeeshop Experiment auch ein positives Modell für andere Staaten in Europa und Amerika sei.

Nach Informationen auf van Shaiks Webseite wurden 750 Cannabis Coffeeshops seit 1996 geschlossen auf Druck der konservativen Regierung. Aber die Dinge könnten sich auf zum Positiven für eine legale Cannabisindustrie wenden. Job Cohen, ehemaliger Bürgermeister von Amsterdam, wurde als neuer Kandidat für die Niederländische Arbeiterpartei (PvDA) genannt, nachdem der Vorsitzende Wouter Bos letzten Monat zurückgetreten ist. Herr Cohen ist schon lange bekannt als Unterstützer von entspannten Gesetzen zu weichen Drogen und hat in modernen Gesetzen zum Umgang mit der Prostitutionsindustrie mitgearbeitet. Cohen hat sich auch für die Coffeeshops ausgesprochen, und sagte, dass 25% der Touristen die Amsterdam besuchen, auch ein solches Cafe besuchen, aber dennoch weniger Probleme als die Touristen machen, als jene die Alkohol konsumieren. Er ist auch für eine Legalisierung der Cannabisproduktion als Maßnahme, das organisierte Verbrechen zurück zu drängen.

Sowohl die Coffeeshopbesitzer als auch die Coffeeshopkritiker sind sich darin einig, dass die Existenz des organisierten Verbrechens in dieser Industrie eine echte negative Seite ist. Dennoch schlagen die Coffeeshopbetreiber eine bessere Gesetzgebung für alle Aspekte der Cannabisindustrie vor, anstelle eines vollständigen Verbots. Im Moment sind die Gesetze für die Coffeeshopindustrie eher vage gehalten. Unter dem gedoogbeleid (Toleranzregelung) ist der Besitz von mehr als fünf Cannabispflanzen illegal als auch der Besitz von mehr als fünf Gramm Marihuana- oder Haschischprodukte.

Weiteres auch auf Nol van Shaik’s Webseite

via talkingdrugs

Raucher in einem Coffeeshop in den Niederlanden