Britische Medizinerzeitung: Cannabis sollte neben Tabak und Alkohol in Läden verkauft werden

Großbritannien: Am Montag wurde im Editorial (Abstrakt)der Britischen Medizinerzeitung vorgeschlagen, dass der Verkauf von Cannabis ähnlich wie Alkohol lizensiert werden sollte, da die Verbote nicht funktioniert hätten. Das Verbot von Cannabis habe zu vermehrten drogenbezogenen Straftaten und Gewalt geführt, da die Verfolgung den „Schwarzmarktpreis angezogen hat und somit Lukrativer für Gruppen erscheint, um darum zu konkurrieren“.

Auch eine 18-fache Erhöhung des Anti-Drogen Budgets in den USA auf 18 Milliarden US-Dollar zwischen 1981 und 2002 hat es nicht geschafft, den Markt für diese Droge zu beseitigen.

Tatsächlich haben sich die Verhaftungen in den USA von 350.000 in 1990 auf mehr als 800.000 pro Jahr in 2006 erhöhr, mit Beschlagnahmungen bis zu 1.1 Millionen Kilogramm.

Das Editorial, geschrieben vom Professor Robin Room der Melbourne Universität, wird wie folgt zitiert: „An manchen Orten sind staatliche Kontrollinstrumente – wie Lizensierungen, Inspektoren, Verkaufsstellen durch die Regierung – noch immer vorhanden für Alkohol und dies könnte auch auf Cannabis ausgeweitet werden.“

Professor Room schlägt vor, dass staatlich abgegebene Lizenzen wie in Kanada und anderen nordischen Ländern zu „funktionierenden und gut kontrollierten Verkaufsstellen für Cannabis“ führen würde.

Prof. Room zeigte auf, dass das derzeitige Verbot von Cannabis zu ähnlichen Situationen der Alkoholprohibition führe, welche von 11 Ländern im Zeitraum 1914 bis 1920 durchführten. „Danach wurden sie durch restriktive Regulierung belegt, welche den Alkoholkonsum und andere Probleme im Zusammenhang unterbinden sollte – bis diese Hemmnisse nach und nach durch neoliberale Freimarktideologien der letzten Jahrzehnte erodiert wurden.“

Das Editorial zieht die Schlüsse, dass „die Herausforderung für die Wissenschaftler und Gesetzesanalysten nun sei, die Details eines effektiven Regulierungsansatzes zu bestimmen, so wie es am Ende der US-Amerikanischen Alkoholprohibition der Fall war.“

Es gibt auch Gegenstimmen. Mary Brett, eine verrenteten Biologielehrerin sagte dazu: „Die ganze Wahrheit über die schädigenden Effekte von Cannabis, insbesondere auf Kinder mit ihren sich noch zu entwickelnden Gehirnen, wurde niemals richtig veröffentlicht. Die Message wäre, dass die Kinder denken würden, dass wenn es Legal sei, dass es nicht so schlimm sein könnte wenn die Regierung das macht. Ich weiss es. Ich habe jungen Leuten 30 Jahre lang Biologie beigebracht. Somit wird der Konsum weiter steigen, so wie es das immer tut, wenn die Gesetze gelockert werden. Warum sollte man dem Problem, dass durch die zwei legalen Drogen Alkohol und Tabak schon gibt, noch eine Dritte hinzufügen?

Die Antwort ist einfach: Auch jetzt sind alle anderen Drogen – auch Cannabis – überall einfach zu haben. Es wird keine „dritte“ Droge hinzugefügt. Nur wird die Kontrolle einzig und allein dem Schwarzmarkt überlassen – da die staatlichen Verbote und Verfolgungen effektiv nichts bewirken.

Anfang des Jahres hat Fiona Godlee, eine Redakteurin des Journals, dass von der Britischen Ärztegesellschaft verlegt wird, einen Artikel von Steve Rolles, dem Vorsitzenden der Forschung bei Transform, einer Organisation zur Reform der Drogengesetze, für gut befunden. Transform möchte ein Ende des Krieges gegen die Drogen und die Verbote durch ein Rechtssystem der Regulierung ersetzen.

Dr. Godlee schrieb: „Rolles ruft uns auf, die Vision einer Alternative gegenüber dem hoffnungslos verfehlten Kriegs gegen die Drogen zu erdenken. Er sagt, und ich stimme dem zu, dass wir Drogenkonsum regulieren müssen – und nicht kriminalisieren.“

via Telegraph UK

Medizinisches Marihuana als Fertigarzneimittel

In der offiziellen Antwort auf den Aufruf der US-Amerikanischen Ärztegesellschaft AMA, den Klasse 1-Status von Marihuana zu überprüfen, hat das nationale Drogenkontrollbüro des Weissen Hauses geantwortet, dass es hinter der Einschätzung der Arzneimittelzulassungsbehörde FDA stehe, dass natürliches Cannabispflanzenmaterial nicht die Standards von Stärke, Gleichmässigkeit, Qualität und Reinheit erreichen könnte, die für Medizin nötig wäre.

Wir sind schon gewohnt, dass die Regierungsbehörden nicht gerade faktisch korrekt sind, aber diesmal sind sie nicht nur einmal daneben, sondern zweimal.
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