Hanfparade Pressespiegel und -vergleich

Kurz nach der Hanfparade stellen wir immer einen Pressespiegel zusammen, in dem man die Realität mit den offiziellen Pressemedien vergleichen kann. Und es ändert sich was: Dieses mal gab es keinen negativen oder ironischen Bericht über die Hanfparade. Selbst die Springer-Presse berichtete neutral, was man ja durchaus schon als kleinen Sieg sehen kann. Möglicherweise hängt das damit zusammen, dass mit der Änderung der Gesetze für Cannabis als Medizin bzw. „Cannabisfertigarzneimittel“ nun Geld gemacht werden kann:

Hier ein kurzer Auszug aus der News der Hanfparade, auf der ihrer Webseite geht es weiter mit der Analyse sowie den Links zu den Presseartikeln.

Von der Berichterstattung über den Behördenstress und die angestrebte Klage gegen die Berliner Versammlungsbehörde wollen wir hier gar nicht erst anfangen, diesem Thema räumt dann leider wieder nur das Hanfjournal mehr als einen Absatz ein.

Leider entsteht beim Lesen insgesamt der Eindruck, als hätten sich kaum Journalisten die Mühe gemacht, zur Parade zu gehen, und stattdessen lieber den Text der dapd Nachrichtenagentur recycelt, welcher allerdings relativ positiv ausfiel. Das tat er wohl nicht zuletzt dank unserer gewissenhaft vorbereiteten Pressekampagne. Schade, dass die großen Medien für so ein wichtiges und vielseitiges Thema anscheinend nicht mehr als „Copy&Paste-Journalismus“ übrig haben. Dieser fällt besonders auf, wenn man den Artikel von Focus Online mit dem von Spiegel Online vergleicht.

Interessanterweise gibt es trotz dapd-Text große Unterschiede bei den veröffentlichten Besucherzahlen. So berichtete die Tagesschau von gerade einmal 1000 Besuchern, Spiegel und Focus Online von 2500 und die TAZ von 2700. Allerdings wurde am häufigsten angegeben, dass 2500 Besucher dagewesen wären, was ja erfreulich ist. Etwas kurios ging es bei der Berliner Morgenpost zu, diese berichtete einmal von „mehrere[n] hundert Menschen“ und einmal von „rund 2700 Menschen“.

Künast: Sind die Grünen nicht mehr für die Legalisierung von Cannabis?

Als Reaktion auf die Ansage von Renate Künast in der SUPER Illu, dass das „Recht auf Rausch“ aus dem letzten Jahrtausend stamme und nicht mehr aktuell sei, hat auf Abgeordnetenwatch Sandra Müller am 4.8. gefragt: „Sind Sie und die Grünen nicht mehr für Cannabis Legalisierung?. So sei Künast‘ Ziel, die drogenfreie Gesellschaft zu schaffen, ein Ziel, dass schon auf UNO-Ebene gescheitert ist.

Update – die Antwort

Sehr geehrte Frau Müller,

Wir Grünen sind nach wie vor für die Entkriminalisierung von Cannabis. Die Kriminalisierung von Cannabis-KonsumentInnen ist gescheitert. Das Festhalten an den gesetzlichen Vorgaben im Betäubungsmittelgesetz hat sich in der Praxis längst als kontraproduktiv erwiesen. Die Forderung nach einem Ende dieser Politik ist deshalb nur vernünftig: Denn eine nachhaltige Prävention, einen guten Jugendschutz und eine effektive Eindämmung der Drogenkriminalität wird es nur mit einem regulierten Markt für Hanfprodukte geben.

Unser Ziel ist es gleichwohl, dass die Menschen drogenfrei leben können oder zumindest auf gesundheitlich riskante Konsumformen verzichten. Dazu wollen wir die Prävention stärken.

Wer ein Leben mit Drogen führen will, dem können und wollen wir diese Sicht nicht aufzwingen. Schon gar nicht mit den Mitteln des Drogenstrafrechts. Selbstbestimmung spielt für uns auch in der Drogenpolitik eine zentrale Rolle.

Gleichwohl bin ich der Meinung, dass es kein „Recht auf Rausch“ gibt, das sieht auch das Bundesverfassungsgericht so.

Mit freundlichen Grüßen,
Renate Künast

Der BVerfG-Spruch zum „Recht auf Rausch“, auf den sich Künast bezieht, hat übrigens den Rahmen gegeben mit dem Kommentar, dass sich die gesellschaftliche Akzeptanz wandeln kann – und damit auch der Rahmen.

PSI-TV: Rausch und Terror mit Bommi Baumann

Medienprojekt PSI-TV präsentiert eine Videodokumentation der Lesung und Diskussion mit Bommi Baumann aus seinem neuen Buch „Rausch und Terror“ im Hanf Museum in Berlin.

„Ein Buch über die Architektur des Drogenkapitalismus und die Zerstörung der radikalen Linken durch Heroin – ein politischer wie persönlicher Erlebnisbericht“

Stern schickt wieder Kinder auf den Strich

Das Image einer Generation: Es scheint derzeit eine Neuauflage des Drogenhorrorklassiker-Films „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ von 1981 zu geben. Jedenfalls hängen in Berlin so einige Plakate, die den Film anpreisen. Interessanterweise gibt es keinen Urheber für die Plakate, nur der Filmvertrieb wird genannt.

Meine liebe 70er/80er Generation, die dort angesprochen wird, wie fühlt ihr euch dabei, dass ihr auf „Heroindrücken im Bahnhofsklo“ reduziert werdet? Dass für eine Drogenhorrorstory ein „fast noch“ Kind auf den Strich geschickt und für das geifernde Stern-Magazin ausgenutzt wurde? Dass dieser Film für die Gehirnwaschung von tausenden junger Menschen verantwortlich ist und eine realistische und effektive Herangehensweise an die Drogenproblematik durch die Stigmatisierung blockiert?

Zu der Geschichte des Films, frei aus Wikipedia:

Christiane F Kinoplakat

Bei Recherchen zum Thema Drogenszene und Beschaffungsprostitution beobachtete Horst Rieck, ein Journalist der in den 1960er Jahren unter anderem für Spiegel, stern, Die Zeit und Quick schrieb, am 8. Februar 1978 am Amtsgericht Moabit in Berlin einen Prozess gegen einen Geschäftsmann, der jugendliche Prostituierte für sexuelle Dienstleistungen mit Heroin bezahlt hatte.

Dabei bat er eine der Zeuginnen, die damals 15-jährige Christiane Felscherinow, um ein Interview. Rieck erkannte, dass die Aussagen des jungen Mädchens Stoff für eine größere Veröffentlichung boten. Aus dem ursprünglich für das Interview geplanten Nachmittag wurden zwei Monate, in denen sich Rieck und sein von ihm hinzugezogener Kollege Kai Hermann fast täglich aus der Lebensgeschichte der jungen Christiane berichten ließen. Die von Rieck und Hermann niedergeschriebenen Tonbandprotokolle erschienen nach einem teilweisen Vorabdruck im stern im Herbst 1978 als Buch unter dem Titel Wir Kinder vom Bahnhof Zoo. Dieses wurde in den Jahren 1980 und 1981 zum meistverkauften Buch in der Bundesrepublik Deutschland, in 15 Sprachen übersetzt und weltweit in mehr als drei Millionen Exemplaren verkauft. In zahlreichen deutschen Schulen ist Wir Kinder vom Bahnhof Zoo Pflichtlektüre. Bei der 1980/81 entstandenen Verfilmung des Buchs unter dem Titel Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo von Uli Edel (Regie) und Herman Weigel (Drehbuch) übten Horst Rieck, Kai Hermann und Christiane Felscherinow gewisse Mitspracherechte aus.

Christiane F KinoplakatIch gehe dabei mit der Argumentation von Friedrich Koch, einem Erziehungswissenschaftler:

Der Film ‚Christiane F.‘ umgeht nahezu alle Fakten, die zu wissen nötig sind, um die Genese [Entstehung] drogenabhängigen Verhaltens zu verstehen. Wo das Drehbuch Präventionspädagogik vorgibt, verfolgt die szenische Realisierung eine fragwürdige, weil unglaubwürdige Abschreckungsstrategie, die sowohl in der Drogenprävention als auch in der allgemeinen Erziehung längst als wirkungslos erwiesen ist. Schlimmer noch: unter Umständen kann sie sogar stimulierend wirken. Diese Tendenz wird nicht zuletzt durch eine unkritische Ästhetisierung der Drogenabhängigkeit unterstützt, die in einigen Szenen fast zur Heroisierung der Hauptfiguren wird.“ [Friedrich Koch In: Johannes Bastian (Hg.): Drogenprävention und Schule. Grundlagen, Erfahrungsberichte, Unterrichtsbeispiele. Hamburg 1992, Seite 157 ff.]

Berlin: Hanf-Infos sind nicht politisch Meinungsbildend bei der Hanfparade, sagt die Versammlungsbehörde

Berlin: Die Versammlungsbehörde von Berlin sieht den Abschlussplatz der Hanfparade mit Nutzhanfareal, Markt d. Möglichkeiten und Forum für Hanfmedizin nicht als Demoteil an. Sie sagen, dass bei diesen Teilen „im Einzelfall immer wieder punktuell für kurze Zeit versammlungsimmanente Elemente auftreten, eine Behandlung der gesamten Veranstaltung als Versammlung i.S. des Grundgesetzes und des Versammlungsgesetzes [liesse] sich darauf jedoch nicht ableiten.“ Wir gehen natürlich dagegen vor, denn auch diese Elemente gehören zur politischen Meinungsbildung und -äusserung dazu!

Wir sehen uns alle auf der HANFPARADE am 6.8. in Berlin, Treffpunkt: 13 Uhr Alexanderplatz, Weltzeituhr zur Demonstration durch die Stadt mit dem Motto: „40 Jahre sind genug! BtMG ade!“

Abschluss ab etwa 17 Uhr am Brandenburger Tor, Str. des 17. Juni bis 22 Uhr mit Bühne, Markt d. Möglichkeiten, Forum für Hanfmedizin und Nutzhanfareal!

Mehr Infos: www.hanfparade.de klicken oder auf Facebook auf dem neuesten Stand bleiben: http://facebook.com/hanfparade

Hanfbewegung auf der Spreeparade

Am Samstag, den 16.7.2011 ab 16 Uhr: SPREEPARADE ab Frankfurter Tor. Demothema: Bürgerentscheid umsetzen – steigende Mieten stoppen! Und mittendrin die Hanfbewegung mit dem tollen neuen Paradewagen der Hanfparade!

Grafik Banner der Spreeparade 2011 in Berlin

An dieser Stelle folgt die Kurzinfo zur Demo, weiteres auf der Webseite, um dorthin zu gelangen, klicke den Banner!
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10 für Berlin – Cannabispflanzen für den Eigenbedarf

Die neue Kampagne der Partei die Grünen hat mich inspiriert, hier gleich mal einen Artikel zu setzen: Nachdem wir vor einigen Jahren schon fünf Pflanzen für alle gefordert haben – es war sogar ein Motto der Hanfparade „Gib mir Fünf“ , wollen wir nun 10 Hanfpflanzen für den Eigenbedarf.