Buchreview: Bröckers – Keine Angst vor Hanf

Das neueste Buch von Mathias Bröckers nennt sich „Keine Angst vor Hanf“. Es ist eine gute und aktuelle Einleitung in die politische Diskussion und ein Aufruf für die Legalisierung von Cannabis. Ein guter Einstieg, für alle die sich für das Thema interessieren.

Buchcover Grafik: Mathias Bröckers - Keine Angst vor Hanf

Buchcover Grafik: Mathias Bröckers – Keine Angst vor Hanf

Mathias Bröckers durchschreitet in dem Buch die Historie, von den Anfängen der Verbotspolitik globalen Opiumkonferenzen bis hin zu den ersten US-Bundesländern, die in dem „Quasi“-Ursprungsland der weltweiten Verbote legalisierten.

Es geht weiter mit den medizinischen Aspekten und dem Risiko des berauschenden Cannabiskonsums mit dem ständigen Ruf nach Legalisierung, Jugend-, Verbraucherschutz und ehrlicher Aufklärung.

Was mir leider negativ auffiel, ist, dass Bröckers zwar die weltweiten Cannabisverbote auf die Durchsetzungskraft von Harry Anslinger im Interesse des „starken Staates“ zurückführt, aber leider dabei vergisst zu erwähnen, dass diese Hetzkampagne nicht nur gegen Hanf geführt worden ist, sondern auch gegen Schlafmohn, genauer gesagt „chinesische Opiumraucher“, oder noch mehr Vereinfacht: „einem Genussmittel der ausländischen Minderheiten“.

Wikipedia meint dazu, aus der Biografie von Anslinger, dass seine Interessen immer nur der „äusseren Rechten“ gedient hätten. Leider wird dieser staatliche, durch Drogengesetze legitimierte und noch immer immanente Rassismus (auch struktureller Rassismus genannt) in dem Buch nur sehr kurz abgehandelt. Auch weiter hinten im Buch gibt es zur Geschichte, dass durch die Alkoholverbote in den USA „Gangsterbanden mit italienischem, irischem und jüdischem Migrationshintergrund“ entstanden. Das ist zwar wahr, aber auch dies sind Minderheiten mit rassistisch belegten Vorurteilen. Bekannt seien die, dass Iren Trinker seien und Antisemitismus gegen Juden. Dazu kein weiteres Wort im Buch.

Meiner Meinung nach kann eine rassistische Verbotspolitik gegen Menschen auf substanzistischer Art und Weise auch ohne Cannabis geführt werden – und noch immer mit den gleichen Werkzeugen die Leben harmloser Menschen gefährden.

Als Mindesforderung kann man sich also der Forderung im Buch anschliessen: [..] die Legalisierung von Cannabis, der nützlichsten Pflanze deieser Erde, kann hier tatsächlich einmal als „Einstiegsdroge“ fungieren: für den Einstieg in eine Wende der Drogenpolitik und das Ende des ebenso unmenschlichen wie ineffizienten und destruktiven Ära der Prohibition.“

Mathias Bröckers, Keine Angst Vor Hanf – Warum CAnnabis legalisiert werden muss, Westend Verlag, €9,99, ISBN 987-3-86489-071-0, 94 Seiten

Wie wird Ecstasy hergestellt?

In der Seitenstatistik fand sich die interessante Frage “Wie wird Ecstasy hergestellt?”. Also mal ebend youtube angeworfen, und siehe da, es findet sich ein Video über die Herstellung von Ecstasy.

Auf der Seite Drogenkult.net / Fachinformationen zu Ecstasy finden sich ausführliche Informationen zur Substanz, zu Wirkung, Nebenwirkungen und Safer-Use.

Drugchecking bezeichnet die Untersuchung solcher Ecstasyprodukte. Auf der Drugchecking Seite von Eve&Rave können aktuelle Pillenwarnungen abgerufen, und sich über das Konzept des Drugchecking informiert werden. Für nicht-deutsche Pillenlisten, schaue auf meinen Artikel zu Pillenlisten im Netz.

Wie genau Ecstasy hergestellt werden kann, steht in dem Buch “Psychedelische Chemie” von Daniel Trachsel und Nicolas Richard. In diesem Buch werden detailliert die gängisten 50 psychoaktiven Substanzen beschrieben, mit deren Herkunft, Wirkungsart und -dauer, Dosierung, Einnahmearten, Gefahren und Risiken, Pharmakologie und historische Aspekte. Weiterhin liegen umfassende und übersichtliche Synthesevorschriften und alternative Synthesestrategien mit Literaturangaben vor. Einfach ist es dennoch nicht! Die Wirkungen der Substanzen wird in Form von Erlebnisberichten beschrieben.

Das Buch ist in der 3. Auflage beim Nachtschatten Verlag für etwa 30 Euro erhältlich. ISBN: 978-3-907080-53-5, 430 Seiten, 14 x 21 cm, Erscheinungsjahr: 2000.

Zur gesetzlichen Seite: Vielerorts wird behauptet, die Herstellung von Ecstasy wäre illegal oder verboten. Dies ist nicht richtig. Die Herstellung ist von Substanzen, die dem Betäubungsmittelrecht unterstehen, ist in Deutschland genehmigungspflichtig! Dass heisst, wenn du ein Pharmazeut oder Apotheker bist, kannst du einen Antrag bei dem Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte stellen. Diese Genehmigung ermächtigt dich ganz legal, z.b. für Forschungen, diese Substanzen herzustellen.

Noch eine kleine Erklärung am Rande: Ecstasy wird auch häufiger Exstasy, XTC oder Extasi geschrieben. Ecstasy ist der richtige Begriff und der ursprüngliche (!) Hauptwirkstoff ist das MDMA.