Ein „Super-CBD“ wurde Patentiert

Die Firma KannaLife Sciences, Inc. stellt Phytomedizin her und hat die Veröffentlichung ihres globalen Patentes WIPO/PCT Patent WO2015/106108A2 – ‚Novel Functionalized 1,3-Benzene Diols and Their Method of Use for the Treatment of Hepatic Encephalopathy‘ vermeldet. Es handelt sich dabei um ein modifiziertes CBD, Cannabindol, zur therapeutischen Nutzung. Das neue Molekül soll 500 mal weniger toxisch sein und wird erstmals für „seltene Fälle“, Orphan Drugs, angemeldet.

Es ist weit bekannt, dass hepatische Enzephalopathie (HE) und chronische traumatische Enzephalopathie (CTE) mit Stress durch freie Radikale in den Neuronen in Verbindung steht. Behandlungen, die diesen neurologischen Schaden beheben zeigen bei den Patienten deutliche verbesserungen bei der kognitiven Funktion, dem Lernen und dem Gedächtnis. Cannabidol (CBD) wurde als möglicher Wirkstoff zur Behandlung von oxidativen Stress in Betracht gezogen, aber hat seine Begrenzungen was Sicherheit und Pharmakokinetik angeht, so dass die effektiven Lieferwege dafür schwierig sind. Das neue Molekül, KLS-13019 genannt, „verbessert“ CBD in Sachen neuroprotektive Eigenschaften und Sicherheit, darüber hinaus zeigt sich eine dramatisch verbesserte orale Bioverfügbarkeit bei Ratten.

Es wird geschätzt dass etwa 1,5 Millionen Personen in den USA an HE leiden, darunter 300.000 Personen mit dem höchsten Grad Drei. Zur Zeit muss ein Patient mit HE etwa 10 verschiedene Pillen pro Tag zu sich nehmen, mit den entsprechenden Nebenwirkungen. Ziel des Super-CBDs ist, diese Mengen deutlich zu reduzieren. Eine Zulassung in den USA als Orphan Drug bedeutet eine exklusive Vermarktung für sieben Jahre.

Die Hepatische Enzephalopathie (HE, Synonyme: portosystemische Enzephalopathie, hepatoportale Enzephalopathie, minimale Enzephalopathie, Hepatoenzephalopathie) ist eine potenziell reversible Funktionsstörung des Gehirns, die durch eine unzureichende Entgiftungsfunktion der Leber entsteht. (Wikipedia)

Cannabidiol (CBD) ist ein schwach psychoaktives Cannabinoid aus dem weiblichen Hanf Cannabis sativa / indica. Medizinisch wirkt es entkrampfend, entzündungshemmend, angstlösend und gegen Übelkeit. Weitere pharmakologische Effekte, wie z. B. eine antipsychotische Wirkung werden erforscht. Für bestimmte medizinischen Anwendungsfelder gibt es schon verfügbare Medikamente mit Anteilen von CBD. Beim Konsum von Hanfprodukten (Haschisch, Marihuana) bewirkt ein hoher CBD-Anteil eine eher sedierende, ein niedriger CBD-Anteil eine eher anregende Wirkung.

Quelle: Reuters

Cannabidiol – Das 507 Patent des NIH auf CBD

National Institute of Health Logo

Ich bin über einen interessanten Artikel bei Medical Marijuana Inc. gestolpert, welcher aussagt, dass das „National Institutes of Health“ ein Patent auf die therapeutische Nutzung von CBD, Cannabidiol, hält. 1998 hat eine Gruppe von Wissenschaftlern im Auftrag dieses Institutes ein Patent bei der US-Patentbehörde angemeldet, das aussagt, dass Cannabinoide einen medizinischen Wert haben.

Dem Mitautor und Nobelpreisträger Julius Axelrod, Patent #6,630,507 wurde zusammen mit dem Institut das Patent in 2003 erteilpt, nur fünf Jahre nachdem es eingereicht wurde. Das Patent lautet „Cannabinoide als Antioxidanzien und Neuroprotektoren“.

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Italien: Nicht-psychotropes Cannabinoid CBD hemmt Darmkrebs

Cannabis als Medizin: CBD, CannabidiolDie Gabe eines nicht psychotropen Wirkstoffes aus der Cannabispflanze, dem Cannabidiol (CBD), ist schützend in einem Experimentalmodell von Darmkrebs, so die vorklinischen Studiendaten, welche im Journal der Molekularmedizin veröffentlicht wurden.

Forscher an der Universtität Neapel haben den Effekt von CBD auf die Ausbreitung von Darmkrebs in Mäusen untersucht. Die Forscher berichten, dass die Gabe von CBD mit der Reduktion von krebsartigem Tumor und verminderter Tumorausbreitung zusammenfällt.

Die Autoren schreiben „Auch wenn Cannabidiol schon zeigte, dass es Gliome tötet, die Krebszellenausbreitung und Wuchs bei Brustkrebs und Lungenmatastasen in Nagern hindert, wurde sein Effekt bei der Verbreitung von Darmkrebs bislang noch nicht evaluiert. Es ist eine wichtige Entdeckung, denn Darmkrebs geht Millionen von Menschen in den westlichen Ländern an. In der vorgelegten Studie haben wir gezeigt, dass Cannabidiol (1) schützende Effekte in einem Experimentalmodell von Darmkrebs zeigt und (2) Selbsttötend (antiproliferativ) auf kolorektale Karzinomzellen wirkt.“

Die Autoren stimmen darüber ein, dass CBD „ein extrem sicheres Profil in Menschen“ besässe. Sie folgern, „unsere Untersuchungen zeigen, dass Cannabidiol es wert sei, klinische Überlegungen damit anzustellen in der Darmkrebsprävention.“

Klinische Daten, welche in dem wissenschaftlichen Journal „Current Drug Safty“ im Dezember letzten Jahres veröffentlicht wurden, zeigen dass CBD „nicht giftig“ für gesunde Zellen und „gut Toleriert“ im Menschen sei. In den USA ist CBD leider eine verbotene Substanz, auf Liste 1. Solche Substanzen haben für das Gesetz „ein hohes Missbrauchspotential“, „ein Fehlen von anerkannter Sicherheit unter medizinischer Aufsicht“ und „keine derzeit anerkannte medizinische Nutzen“. In Deutschland ist Cannabidiol nicht in den Anlagen des BtMG aufgeführt.

Davon unabhängige Studien zeigen die Anti-Krebs Eigenschaften der Cannabinoide und Endocannabinoide, die wenn sie angewendet werden die Verbreitung diverser Krebsarten verhindern kann. Darunter Brustkrebs, Prostatakrebs, Magenkrebs, Hautkrebs, Leukämiezellen, Lungenkrebs, Uteruskrebs, Neuroblastom, veränderungen der Epithel, Pankreastumoren, Mundkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Gallengangskarzinom und Lymphdrüsenkrebs.

Der komplette Text der Studie „Chemopreventive effect of the non-psychotropic phytocannabinoid cannabidiol on experimental colon cancer,“ werden im Journal of Molecular Medicine veröffentlicht. Eine weitere Zusammenfassung der Anti-Krebs Eigenschaften von Cannabioniden ist bei NORML erhältlich: an dieser Stelle.

via NORML

Mehr Infos zu der medizinschen Anwendung von CBD auch beim Project CBD, einer Wissensammlung zum Thema.

Cannabis in roher Form; die guten Eigenschaften von CBD

Auch Cannabis in roher Form, als Salat oder Tee ist ein wunderbares Mittelchen. Die Forschung zeigt, dass auch das in dem industriell genutzten Faserhanf vorkommende Molekül Cannabidiol, CBD entzündungshemmende, antioxidative und sogar Krebstumor unterdrückende Eigenschaften aufweist. CBD ist im Gegensatz zu THC in den meisten Ländern nicht verboten. Der Wirkstoff THC ist am meisten in dem Harz der Blüten der weiblichen Hanfpflanze, gefolgt von CBD. Bei dem industriell genutzten Hanf wurde das THC fast weggezüchtet, in der EU gilt ein Maximalwert von 0,3% THC in der Pflanzenmasse. In der Pflanze liegt CBD an Wasser gekoppelt als CBD-Säure vor. CBD-Säure ist nicht psychoaktiv. Weitere Informationen zu Cannabis als Medizin findet sich z.b. in der umfassenden Sammlung der Arbeitsgemeinschaft Cannabinoide als Medizin, dem Project CBD sowie dem Selbsthilfenetzwerk Cannabis als Medizin.

Ein weiteres interessantes Video rund um die Hanfpflanze ist „Hanf – das Milliarden Dollar Kraut“, zu finden auf Youtube. Weitere Infos auf Englisch z.b. bei Naturalnews

Live von der ICRS: Cannabinoid-Forscher diskutieren über Krebs, Schmerzen und Arthritis

7.7.2011 – Das jährliche Treffen der Internationalen Gesellschaft für Cannabinoidforschung (ICRS) findet diese Woche in Chicago statt. Jahan Marcu ist dort vor Ort mit über 250 Forschern, die an 55 Präsentationen zu dem Thema Cannabis und Cannabinoide teilnehmen. Das ICRS Treffen ist ein einmaliger und konzentrierter Sammelpunkt von Cannabinoidwissenschaft, die ihre neuesten Durchbrüche zeigt.

Übrigens kann man sich auch auf der diesjährigen Hanfparade am 6.8. in Berlin in dem neu ausgedachten „Forum für Hanfmedizin“ aus erster Hand informieren!

Die Morgenpräsentation an diesem Tag war dem Studieren von Cannabionide beim Erlernen und dem Gedächtnis gewidmet.

Indolderivate wie WIN55212, eine Komponente die JWH-018 ähnlich sieht, könnte das Lern- und Erinnerungsvermögen in einer differenzierteren Weise als THC stören.

Photo und Grafik zu Cannabis als MedizinDie erste Präsentation wurde via Skype von Dr. Robert Hampson von der Wake Forest Universität in North Carolina gehalten. WIN55212 unterdrücke die Verarbeitung von neuer Information, aber unterdrücke nicht das Abrufen der Informationen. Die Forschung zeigt, dass die Rolle der Cannabinoide beim Lernen und Erinnern die Stärke der neuronalen Verarbeitung im Kurzzeit und Langzeitgedächtnis moduliert. Diese Forschung könnte zu neuen Arzneien führen um PTSD oder Lernstörungen zu behandeln.

Als nächstes brachte Marocoita Gilbert von der East Carolina Universität eine tolle Präsentation über die Effekte von Cannabinoiden auf das Gedächtnis von Vögeln (Finken). Vögel und Menschen lernen zu Kommunizieren durch sprechendes Lernen und die Imitation von Geräuschen der Eltern. Bei Vögeln kann ein Lied von den Eltern an den Nachwuchs gegeben werden. WIN55212 reduziert die Möglichkeiten der Vögel, sich an diese Lieder zu erinnern, was direkt korreliert mit der runterregulierung eines wichtigen Proteins im Gehirn, bekannt als ARC. Diese Finken tendierten dazu, das Lied zu verbessern. Sozusagen haben die Finken, denen Cannabioide gegeben wurden, „Gejazzt“ anstelle Klassik zu spielen.

Dr. Jerry Wright Jr. vom Scripps Forschungsinstitut hat eine Studie zu den Effekten von visuellem Erinnern und dem Lernen bei Affen durchgeführt und reines THC genutzt. Den Affen wurde eine Reihe von Stimuli gegeben. Es stellte sich heraus, dass wenn den Affen nur eine Aufgabe gegeben wurde, gab es keine Unterschiede. Allerdings, als die Anzahl der Aufgaben erhöht wurden, haben sich mehr und mehr inkorrekte Reaktion der Affen gezeigt. Interessanterweise zeigte sich, dass die psychomotorische Koordination der Affen unbehindert war bei bestimmten Tests, die Fingerfertigkeit benötigten.

Die Präsentationen gingen dann zu Schmerzen und Entzündungen über. Kurz gesagt, zeigen die Studien, dass durch Endocannabinoide wie PEA effektive Behandlungsmodelle für Arthritis, Schmerzen und Entzündungen darstellen.

Dr. Barbara Costa startete mit einer Diskussion, dass existierende Arthritismittel auf Schmerzstiller mit geringer Effektivität und vielen Nebenwirkungen beschränkt seien. Cannabionide können einen guten Ansatz bei dieser chronischen Krankheit sein. PEA beschleunigt die Erholung. Starke Rückgänge konnten bei Entzündungen und Schmerzen beobachtet werden, während positive Effekte in den periphären Nerven entstehen, wo die Arthritis die Bewegung behindert. Dr. Costa schlug vor, das Endocannabinoide mit Steroiden verglichen werden sollten, sowie verglichen oder zusammen mit NSAIDS (Entzündungshemmer) angewendet werden.

James Burton der Universität von Nottingham zeigte, dass es PEA auch möglich sei, Immunzellenmigration zu verhindern, ein Durchbruch bei der Schädigung und Entzündung von Gewebe. Sharleen Yuan von der Universität South Dakota freute sich über die Schmerzforschung, die Daten aufzeigt wie der Mechanismus der EC Signalisierung in Neuronen funktioniere.

Das erste Symposium der ICRS Konferenz wurde von Aron Lichtman von der Virginia Commonwealth Universität beendet, der seine Forschung zu einer neuen Substanz, JZL184, präsentierte, die viele Eigenschaften mit THC gemein habe, aber ohne die motorischen Effekte.

Die zweite Sitzung fokussierte sich auf die Effekte von Cannabinoiden auf Magen und innere Krankheiten.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind vorgänger von vielen wichtigen biologischen Faktoren. Aminosäuren sind zusammen mit Fettsäuren wichtig, um Vorgänge der Neurotransmission zu regeln. Dr. Kitty Verhoeckx und ihr Team entdeckte, dass Fettsäureserotonine die möglichkeit haben, FAAH Enzyme zu unterdrücken, welche die Level von Endocannabinoiden im Körper erhöhen. Die Forschung studierte die Effekte verschiedener Kombinationen von Ölen (Fisch, Sonnenblume) auf den Metabolismus dieser N-Aclserotonine in Tieren. Die Produktion von Fettsäureserotoninen war direkt bezogen auf die Ernährung.

Erin Rock von der Universität Guekph präsentierte Forschung zu Cannabidiol (CBD). CBD ist das zweithäufigst gefundene Cannabinoid in der Cannabispflanze. CBD scheint die Cannabinoidrezeptoren CB1 oder CB2 nicht zu aktivieren. Anstelle dessen scheint CBD mit den Serotoninrezeptoren (5HT-1A) zu interagieren, um Übelkeit und Erbrechen zu reduzieren. CBD scheint ein effektiver Übelkeits- und Erbrechenhemmer zu sein für Krebspatienten.

Steven Kinsey von der Virginia Commonwealth Universität zeigte, dass THC die formierung von Magengeschwüren blockiere. Weiterhin wurde der schützende Effekt von THC imitiert durch die Erhöhung von Endocannabinoiden durch Hemmung von FAAH. FAAH ist das Enzym, welches Endocannabinoide abbaut. JZL184 schaltete fast alle, bzw. blockierte Geschwüre, aber es setzte eine Toleranz nach 6 Tagen größerer wiederholter Dosen ein.

Dr. Alhouayek von der Universität von Louvain zeigte ihre Arbeit an der Erkrankung von entzündlichen Gelenken (IBD) und Cannabinoiden. IBD passiert etwa 10.000 Personen pro Jahr in entwickelten Ländern. Die Ursachen von IBD sind noch unbekannt und es gibt zur Zeit nur kurative Therapien. Die Aktivierung der CB-Rezeptoren schützte, während die Blockade dieser Rezeptoren Colitis und IBD verschlimmerte. AEA ist bekannt für den schützenden Effekt, aber es ist nur wenig bekannt über die Effektivität von 2-AG. Mäusen mit IBD wurden gut behandelt durch die Steigerung des körpereigenen Endocannabionidsystems duch synthetische Komponenten bekannt als JZL184 und URB597. Darmgewebe konnte durch erhöhte Level von Endocannabinoiden geschützt werden. Die schützenden Effekte stoppten, sobald die CB-Rezeptoren blockiert wurden. CB1 und CB2 Aktivität sei wichtig für einen gesunden Darm. Dennoch wurde angenommen, dass die erhöhten Level des Endocannabinoids 2-AG wichtig für die positiven Effekte sei.

Der Tag endete mit einer Mischung von Krebsforschung, welche die Effektivität der Behandlung von verschiedener Krebsarten mit CBD zeigten.

Mitglieder des Cristina Sanchez’s und Manuel Guzman’s Labor in Spain diskutierten die Mechanismen von Krebs, demonstrierten die Rolle von CB2 und GRP55 bei der Entstehung von Krebs.

Dr. Alessia Ligresti von der Italienischen Endocannabinoid Forschungsgruppe schauten sich 12 verschiedene Pflanzencannabinoide an und fanden, dass CBD ein potenter Agent gegen Prostatakrebs sei.

Dr. Sean McAllister vom California Pacific Medical Center demonstrierte die Effektivität von CBD um aggressive Krebszellen zu behandeln, die aus Krebspatienten geholt wurden.

Als letzte zeigte Gabriella Aviello von der Universität von Naples wie CBD Darmkrebs vorsorgen oder behandeln könnte, eine der üblichsten und tödlichsten Krebsformen in der westlichen Welt.

CBD war der Star des Abends auf dem Eröffnungstag des ICRS: Es zeigt potente Anti-Krebseffekte bei vielen verschiedenen Krebsarten. CBDs verspricht gute Aussichten, und es scheint zu einem klinischen Test mit Brustkrebs zu kommen, organisiert durch Dr. Sean McAllister.

von Jahan Marcu, via FreedomIsGreen