Studie: Zufällige Drogentests an Schulen steigern die Nutzung „harter Drogen“

Eine neu veröffentlichte Studie der des Instituts für Sozialforschung der Universität von Michigan hat herausgefunden, dass zufällige Drogentests an Schulen – immerhin ein Problem von 28% der US-Amerikanischen Schüler und Schülerinnen – die Nutzung von sogenannten „harten Drogen“ in der Altergruppe 11 bis 18 steigere. Die Studie fand heraus, dass die Tests den Cannabiskonsum einschränken, aber dies darauf zurückzuführen sei, dass die Schüler schnell lernen, dass die Abbauprodukte von THC, dem Wirkstoff in den Cannabisblüten über Tage im Körper nachweisbar sind. Diese fettlöslichen Stoffe können bei Dauerkonsumenten teilweise über Wochen hinweg Nachweisbar sein. Die meisten Stoffe in der sogenannten Gruppe der „harten Drogen“ sind nach zwei Tagen nicht mehr Nachweisbar.

Die Studie nutzte Daten, welche über 14 Jahre von 1998 to 2011 zusammengesetellt worden. Es nahmen 89575 Schüler in 883 Mittelstufen, sowie 157400 Schüler der Oberstufen teil.

Dies ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass Drogentests ein fehlgeschlagenes Politikexperiment ist – von der grundsätzliche Frage nach der Vereinbarkeit mit den Grundrechten ganz zu schweigen. Cannabiskonsum ist sehr viel sicherer als der Konsum von „harten Drogen“, zu denen die Schüler und Studenten durch die Politik getrieben werden. Zu den „harten Drogen“ fallen dabei Substanzen wie Heroin, Kokain und Alkohol.

„Ich denke, die Schulleitungen sollten begreifen, dass Drogentests keine einfache Verbindung im Zusammenhang mit dem Drogenkonsums der Schüler ist.“ so Yvonne Terry-McElrath, Forscherin am Sozialforschungsinstitut der Universität von Michigan und Mitautorin an der Studie.

Sie führt im Gespräch mit TES, einem Webportal und Magazin für Lehrangestellte, weiter aus: „Es ist [damit] klar, dass die dafür angepriesenen Drogentests keine Lösung für eine Präventionsmaßnahme sind.“

Quelle: The Joint Blog

„Harte Drogen“ habe ich in Anführungszeichen gesetzt, da es ein Sammelbegriff ist, welcher in den 1980er Jahren stand der Forschung war, dies im Jahre 2013 allerdings nicht mehr. Dieser Begriff wurde in der Originalveröffentlichung im Joint Blog genutzt.

USA: Kongress sagt Sozialhilfeempfänger dürfen auf Drogen getestet werden

USA: Ende Februar hat sich das politische Aufplustern der föderalen Gesetzesmacher ein weiteres mal in einem Gesetz ausgedrückt, welches Cannabisgebraucher, ohne jeden Nachweis der Effektivität, unfair behandelt. Der US-Kongress hat unter sich ausgemacht, dass Personen, die in den Bundesstaaten Sozialhilfe beantragen, auf Drogenkonsum getestet werden können, wenn sie eine Arbeit suchen, bei der das üblich sei.

Zum Glück gibt es die Option für die Bundesstaaten, daran nicht teilzunehmen. Allerdings zeigt sich auch an dem Vorgehen der Bundesstaaten, dass es sehr bald viel üblicher sein könnte.

Der Kongress sollte seine Zeit wirklich nicht mit dem geringen Prozentsatz von Personen in öffentlichen Betätigungen, die Marihuanakonsumenten sind, verschwenden und anstelle dessen über all das Geld nachdenken, dass sie Ausgeben für die Verhaftungen von Marihuanagebrauchs im Allgemeinen.

via mpp blog

10 Fragen an deinen Cannabiswissenschaftler

Die Geschäftslandschaft der Cannabislabore ist unreguliert, deswegen müssen ihre Kunden schon etwas erfahren sein. Zu Wissen, welche Fragen man einem möglichen Cannabislabor stellen sollte, ist ein Schlüssel dabei. Um bei diesen Prozess zu Helfen, hat eine Gruppe von Laboranbietern aus verschiedenen Bundesstaaten der USA zusammen mit einem internationalen Koordinator eine Liste von 10 Fragen zusammengestellt, die man einem Cannabiswissenschaftler stellen kann. Diese Liste kann als Kurzreferenz für alle angesehen werden, die ein qualifiziertes Labor suchen.

10 Fragen die man einem Cannabiswissenschaftler stellen kann

  1. Welche Aus- oder Weiterbildung haben Sie um diese Cannabisanalysen durchzuführen?
  2. Nach welchen Cannabinoiden testen Sie? Haben sie verlässliches Referenzmaterial für alle von ihnen?
  3. Wie ist CBN auf THC bezogen und warum ist es wichtig, auch danach zu testen?
  4. Welche Art von Proben testen sie (Blüten, Essbares, Tinkturen) ? Haben sie Ihren Extraktions und Analyseprozess entsprechend der Proben optimiert?
  5. Was macht ihr mit den übrigbleibenden Materialien?
  6. Kennen sie die Cannabinoide in Säureform? In Proben aus essbaren Produkten oder Tinkturen können diese in höhen Konzentrationen vorhanden sein. Wie gehen Sie damit um?
  7. Was ist Ihre Analysemethode um Cannabis zu testen (HPLC [Flüssigchromatographie], GC [Gaschromatographie], TLC, anderes)? Was sind die Grenzen Ihrer Methode?
  8. Was ist der Durchschnittliche THC/CBD Gehalt den Ihr Labor gemessen hat?
  9. Hat Ihr Labor jemals eine Probe zweimal gemessen mit unterschiedlichen Resultaten? Was war die Erklärung dafür und was wurde geändert um dieses Problem nicht (wieder) Auftreten zu lassen?
  10. Analysemethoden müssen „getestet“ werden, bevor man sichergehen kann, dass sie wirklich Verlässlich sind. Haben Sie dies getan, und wie wurde dies durchgeführt? Hat sich eine dritte Partei darum gekümmert? Wenn Sie es bislang nicht getan haben, wie kann ich sicher sein, dass meine Ergebnisse korrekt sind?
  11. Folgende Personen haben zu dieser Liste beigetragen: Arno Hazekamp (Niederlande), Samantha Miller (Pure Analytics), Paula Morris (Medea Labs), Noel Palmer (Montana Botanical Analytics), Jeff Raber (The Werc Shop) und Eric Taylor (California Botanicals). Kollektiv die ACS, der Alliance for Cannabis Science.

    Beitrag von Samantha Miller, von FreedomIsGreen

Nachweiszeiten von Cannabis werden durch Stress und Diät beeinflusst

Sidney, Australien: Eine in kürze im British Journal of Pharmacology erscheinende Studie belegt, dass das Ausscheiden von Abbauprodukten des THC, dem THC-COOH, von den Reaktionen des Körpers auf Stress oder Schlankheitskuren, beeinflusst wird.

Untersuchungen an der Universität Sidney in Australien haben berichtet, dass Ratten, die dem Stresshormon ACTH ausgesetzt waren, höhere Mengen von Abbauprodukten des Cannabis im Blut hatten als die Kontrollgruppe. Ratten, denen die Nahrung entzogen wurde, hatten ebendfalls höhere Werte von THC-COOH, als die nicht-hungernde Kontrollgruppe.

Die Autoren der Studie sagen, dass ihre Ergebnisse eine physiologische Erklärung liefert für das Phänomen, dass manche Gebraucher der Droge auch lange nach dem Absetzen einen positiven Drogentest haben.

Das Abbauprodukt THC-COOH, ist der hauptsächliche Bestandteil, auf den Urindrogentests anschlagen. Diese Substanz sammelt sich im Körperfett an. Wenn das Körperfett abgebaut wird, werden auch Spuren von den Cannabissubstanzen freigesetzt. Diese sind zwar nicht Rauschfähig, aber können in den modernen, sehr genauen Drogenscreenings auch noch Monate später festgestellt werden.

Für mehr Informationen darüber, kontaktiere die Grüne Hilfe Netzwerk oder Paul Armentano, NORML Deputy Director, paul@norml.org (Englischsprachig)

via NORML

Neues Testgerät will übliche Drogen in 90 Sekunden finden

Ein jetzt vorgestelltes neues Drogentestgerät von Philipps nutzt magnetische Nanopartikel um die fünf am meisten genutzen Drogen im Speichel zu detektieren .

Philipps neues DrogentestgerätDas Gerät soll für Tests bei Strassenkontrollen durch die Polizei genutzt werden. Zu dem Gerät gehören wegwerfbare Aufbewahrungsbehälter und ein handlicher Computer. Die Behälter enthalten zum einen die Probenkammer, zum anderen die Nanopartikel. Die Partikel sind mit einem Biomolekülen überzogen, die sich an eine der fünf Drogen-Substanzgruppen binden: Kokain, Heroin, Cannabis, Amphetamin und Methamphetamin.

Der Test soll weniger als 90 Sekunden dauern und Konzentrationen von Eins zu einer Milliarde Teile in einem einzigen Mikroliter Speichel finden. Dieselbe Sensortechnik ist bereits für den Nachweis von Troponin, einem Protein, das Herzinfarkte ankündigt, eingesetzt worden – bei einem Tausendstel der Konzentration, die das Drogentestgerät aufspüren kann.

Die Kombination von hoher Sensibilitiät, niedrigem Probevolumen, Miniaturisierung, Geschwindigkeit und einfache Nutzung hat die Hoffnung für einen handlichen Biosensor, der genaue Tests durchführt aufleben lassen.
(Heise/TechnologyReview deutsch oder Technologyreview englisch)

Studien in Frankreich haben herausgefunden, dass Speicheltests „den Versuch, kürzlichen Cannabiskonsum nachzuweisen bei über 50% der Fälle versagen“ und dass die meisten Speicheltests schon zwei bis drei Stunden nach dem Konsum nichts mehr nachzuweisen können – und dass „falsche Positive“ nicht unüblich seien. Dennoch: Wenn dies eine neue Technologie ist, könnte es sein, dass diese Studien nicht mehr zutreffen.

Es gibt da natürlich vieles zu bedenken. Einer der größten Gründe gegen die Legalisierung ist das Argument, dass so viele stoned Autofahren würden. Wenn eine Technologie existiert, welche die Nutzung und die möglicherweise bestehende Beeinflussung beim Fahren nachweisen kann, hätten wir eine gute Handhabe gegen diesen Grund. Auf der anderen Seite ist es wieder das durcheinanderbringen von ausgewogener Körperchemie und einer tatsächlichen Beeinflussung. Egal wo du die Grenze ziehst – ob jetzt bei 1ng/ml oder 5mg/ml – es wird immer Leute geben, die Grenzen überschreiten und immernoch gut und sicher fahren können. (Das gleiche Argument könnten wir bei pegeltrinkenden Autofahrern anwenden..)

via NORML Stash

Update

Auch dieser Test sollte, wenn er denn in Deutschland zum Einsatz kommt, genauso wie der Pisstest, abgelehnt werden. Dies hat keinen juristischen Nachteil. Du kannst ihn ohne Probleme ablehnen und einen Bluttest verlangen. Falls jemand fragt, sag einfach, dass du in der Zeitung gelesen hast, dass die Schnelltests zu ungenau wären.