Zensur unbeliebter Meinung bei der fluter.de Redaktion

Auf dem Netzangebot von Fluter.de, einem Magazin der BPB, der Bundeszentrale für politische Bildung von Deutschland, kann Mensch sich ein Blog registrieren und die eigene Meinung kundtuen – könnte man meinen.

Sobald es aber um heikele Themen geht, wie in meinem Fall “Drogen”, sieht die Meinungsfreiheit sehr mager aus. Ich habe versucht, einen Blog dort zu registrieren und folgene Diskussion muss ich mir mit der fluter Redaktion antuen:

Hallo XXX,

nach der Prüfung der von dir angegebenen Website müssen wir dich bitten den Link aus deinem Profil zu entfernen.

Eine Website, die als erste Meldung einen Link enthält zu einem Beitrag zur Herstellung von Ecstasy sehen wir als äußerst kritisch an. Ecstasy ist eine gefährliche Droge, besonders wenn sie von unerfahrenen Leuten hergestellt wird (an diese richtet sich unserer Auffassung nach dieser Beitrag).

Wir können daher eine Verlinkung von fluter.de mit dieser Website oder ähnlichen Inhalten
nicht akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen,
fluter.de-Redaktion

> Folgendes Profil wurde erstellt:
> Login:tribble
> Meine Seite:
> http://www.hanfplantage.de/

Herstellung von Ecstasy in 40 Sekunden

Der fragliche Beitrag, siehe “Wie wird Ecstasy hergestellt”, ein 40 Sekunden Clip aus dem amerikanischen Fernsehen, wird von der Redaktion als “gefährlich” angesehen, da ja unbedarfte Menschen denken könnten, so wird das hergestellt.

Jeder Mensch, der sich das Video anschaut, kann mir dabei zustimmen, dass es unmöglich ist nach dieser Anleitung Ecstasy herzustellen. Anscheinend hat das die Redaktion nicht getan, und will mit diesem “Todschlagargument” solcherlei Informationen von ihren Seiten fernlassen.

Vorrauseilender Gehorsam – Diskriminierung an allen Stellen

Als ob es in meinem Interesse läge, Ecstasyherstellungsanleitungen auf fluter.de zu veröffentlichen. So ein Blödsinn – aber es wird einen Unterstellt, und damit erscheint die Redaktion in keinem guten Licht.

Weiter in den eMails

Natürlich habe ich der Redaktion geschrieben, dass es sich in diesem Beitrag wohl kaum um eine komplette Anleitung handeln könne, da dieser Film im öffentlichen Fernsehen ausgetrahlt wurde. Als Reaktion darauf kam folgende eMail, schon mit meiner Antwort darauf:

—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: XXX
Gesendet: 29.03.08 12:46:34
An: XXX
Betreff: Re: Benutzerprofil geändert

Hallo XXX

ich habe soeben die Ergänzungen in deinem Profil gecheckt und muss dich
nochmals bitten, den Link zu deiner Seite zu entfernen. Nur weil der
Artikel zur Herstellung von Ecstasy nach unten gerutscht ist, heißt das
nicht, dass das Problem nicht mehr existiert.

Wir glauben, dass so eine Anleitung gefährlich werden kann für Leute, die
keine Ahnung von den Auswirkungen von Ecstasy haben und können deswegen
eine Verlinkung von fluter mit dieser Seite, egal ob direkt oder indirekt,
nicht akzeptieren.

Mit freundlichem Gruß,
fluter.de-Redaktion

Meine Antwort darauf:

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,

ich habe den strittigen Beitrag um einen Link zu Fachinformationen über die Substanz ergänzt.

Dennoch sehe ich einige Reibungspunkte: Wie ich ihnen schonmal schrieb, sehe ich nicht ein, einen im normalen Fernsehen ausgestrahlten Fernsehbeitrag von meiner Webseite zu nehmen. Dieser Beitrag ist etwa 40 Sekunden lang. Glauben Sie wirklich, dass in 40 Sekunden Ecstasy hergestellt werden könne? Warum sollte dieser Beitrag gesendet werden, wenn er denn so gefährliche Substanzen beschreiben würde?

Glauben Sie wirklich, dass Ecstasy per se gefährlich ist?

Wenn ja, dann sind sie Opfer der 50 Jahre Drogenprohibitionspropaganda.

Keine Substanz ist per se gefährlich. Schon Paracelsius schrieb “Die Dosis macht das Gift”. Keine Substanz die auf dem Tisch liegen würde, würde sie von sich aus anfallen wie ein wildes Tier oder sie verführen das zu nehmen: Substanzen haben keinen Mund!

Wenn Sie sich meine Webseite genauer anschauen würden, würden Sie erkennen, dass sich meine Seite durchaus mit Drogenprävention und Drogenaufklärung befasst. Ich werde in dieser Arbeit sogar von der BzgA / Deutsche Aidshilfe unterstützt. Wollen Sie wirklich gegen offizielle Politik dieser Organisationen reden?

Zum Ecstasy noch mal: Meine Fachinformanten, die studierte Pharmazeuten und Ärzte sind, sind einhellig der Meinung, dass Streckstoffe oder ganz unbekannte Substanzen die “gefährlichen Pillen” machen.

Und diese Schweinerei ist NUR durch die Prohibition möglich!

Ich werde diese Maildiskussion in meinem Blog zur Ansicht stellen, und weiterhin die “Personen vom Fach” über diese Diskussion in Kenntnis setzen.

Wie wird Ecstasy hergestellt?

In der Seitenstatistik fand sich die interessante Frage “Wie wird Ecstasy hergestellt?”. Also mal ebend youtube angeworfen, und siehe da, es findet sich ein Video über die Herstellung von Ecstasy.

Auf der Seite Drogenkult.net / Fachinformationen zu Ecstasy finden sich ausführliche Informationen zur Substanz, zu Wirkung, Nebenwirkungen und Safer-Use.

Drugchecking bezeichnet die Untersuchung solcher Ecstasyprodukte. Auf der Drugchecking Seite von Eve&Rave können aktuelle Pillenwarnungen abgerufen, und sich über das Konzept des Drugchecking informiert werden. Für nicht-deutsche Pillenlisten, schaue auf meinen Artikel zu Pillenlisten im Netz.

Wie genau Ecstasy hergestellt werden kann, steht in dem Buch “Psychedelische Chemie” von Daniel Trachsel und Nicolas Richard. In diesem Buch werden detailliert die gängisten 50 psychoaktiven Substanzen beschrieben, mit deren Herkunft, Wirkungsart und -dauer, Dosierung, Einnahmearten, Gefahren und Risiken, Pharmakologie und historische Aspekte. Weiterhin liegen umfassende und übersichtliche Synthesevorschriften und alternative Synthesestrategien mit Literaturangaben vor. Einfach ist es dennoch nicht! Die Wirkungen der Substanzen wird in Form von Erlebnisberichten beschrieben.

Das Buch ist in der 3. Auflage beim Nachtschatten Verlag für etwa 30 Euro erhältlich. ISBN: 978-3-907080-53-5, 430 Seiten, 14 x 21 cm, Erscheinungsjahr: 2000.

Zur gesetzlichen Seite: Vielerorts wird behauptet, die Herstellung von Ecstasy wäre illegal oder verboten. Dies ist nicht richtig. Die Herstellung ist von Substanzen, die dem Betäubungsmittelrecht unterstehen, ist in Deutschland genehmigungspflichtig! Dass heisst, wenn du ein Pharmazeut oder Apotheker bist, kannst du einen Antrag bei dem Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte stellen. Diese Genehmigung ermächtigt dich ganz legal, z.b. für Forschungen, diese Substanzen herzustellen.

Noch eine kleine Erklärung am Rande: Ecstasy wird auch häufiger Exstasy, XTC oder Extasi geschrieben. Ecstasy ist der richtige Begriff und der ursprüngliche (!) Hauptwirkstoff ist das MDMA.

Ecstasy Labore ausgehoben in Niederlanden

In den Niederlanden sind mehrere Produktionsstätten für Ecstasy von der Polizei ausgehoben worden. Es gab mehrere Verhaftungen sowie Beschlagnahmungen von Tabletten und Ausgangsmaterial… Angeblich sollen die Labors etwa 500 Millionen Tabletten hergestellt haben. Nicht schlecht.

Wir haben aus den angegebenen Werten in etwa ausgerechnet, dass es 650 kg MDMA Reinstoff wären. Seeehr schade drum. In Pillenform ist das, glaube ich, ein kleines Zimmer voll.

Der Kölner Stadtanzeiger und n-tv haben weitere Infos.

Anscheinend gibt es auch schon die ersten Engpässe in Berlin… eigentlich seltsam, könnte Mensch doch meinen, dass andere Herstellungsländer, weiter östlich, den Markt ausgleichen würden.