Studie: Die Einstiegsdroge ist Alkohol, nicht Marihuana

USA: Eine neue Studie, welche in der Augustausgabe des The Journal of School Health veröffentlicht wird, zeigt auf, dass die generationenalte Theorie eines „Einstiegseffekts“ von Marihuana zwar auf einige wenige Drogenkonsumenten zuträfe, aber die Schuld für die Probleme dieser Konsumenten dem überall verfügbaren und sozial akzeptieren Alkohol zuschreibbar sei, anstelle von Marihuana.

Für die jährliche „Monitoring the Future“ Umfrage wurde eine national repräsentative Gruppe gewählt, und sie schiesst Löcher in die orthodoxe Denkweise des „Kriegs gegen die Drogen“, durch dass man einen LKW Fahren könnte. Sie zeigt definitiv, dass Marihuana nicht der primäre Indikator sei, ob oder ob nicht eine Person weitere, möglicherweise gefährlichere Substanzen konsumieren würde.

„Durch das Herauszögern der Initiation von Alkoholkonsum, werden sowohl die Raten bei legalen Drogen wie Tabak und illegalen Substanzen wie Marihuana und anderen Drogen positiv beeinflusst, und sie gehen Hoffnungsvollerweise ‚runter.“ so Studienmitautor Adam E. Barry, ein Assistenzprofessor an dem University of Floridas Department of Health Education & Behavior gegenüber RAW Story in einem Interview.

Während Barrys Studie Zeichen aufweist, dass der Missbrauchsverhalten von Substanzen zu einem hohen Grad hervorgesagt werden kann, wenn man das bisherige Drogenkonsumverhalten auswertet, dennoch glaubt er, dass die ständige und fehlgeleitete Annahme, dass Marihuana die primäre Einstiegsdroge sei, eher deren Verursachern zuschreibbar seien, welche es die „Einstiegsdrogentheorie“ (Stepping Stone Theory) in der „Reefer Madness“ Ära der 1930er Jahre nannten und die Daten falsch interpretiert haben und fehlgeschlagen sind in der Überprüfung. [..]

Die Studie sollte jedem, der in Jugendprogrammen zu Drogen eine Pause zum Überlegen geben, da diese wissenschaftlich basierte Studie die Bildung über Alkohol als Top-Priorität setzt und damit die Wellen des „Krieges gegen die Drogen“ glätten könnte – aber nur wenn Gesetzesmacher und die führenden Bildungsbürokraten entscheiden, Wissenschaft als Basis für die öffentliche Bildung und den Schulplan zu nehmen.

„Ich denke, [diese Ergebnisse] haben mit der Verfügbarkeit von Alkohol gegenüber Kindern zu tun, und dass Alkohol als weniger Harmlos angesehen wird als einige der anderen Substanzen“ so Barry.

Diese soziale Miskonzeption, vorangetrieben durch die Popularität des Alkohols und der Profite, welche durch die Industrie erzielt werden – ist genau das Gegenteil von dem was die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen. Eine Studie von 2010 in dem medizinischen Journal Lancet hat Alkohol als die Schädlichste aller Drogen eingestuft, noch vor Heroin, Crack, Methamphetamin, Kokain und Tabak. Darüber hinaus: Die Lancet-Studie zeigte auf, dass die Schäden gegenüber des Umfelds des Konsumenten fast doppelt so hoch ausfallen, wie der zweit-gefährlichsten Droge: Heroin.

Weiter mit dem Artikel bei RAW Story – via cannabis culture

Weitere Hintergrundinformationen gibt es auch bei Wikipedia: Einstiegsdroge. Selbst die Deutsche Bundesregierung musste zugeben, dass es keine Einstiegsdroge gebe. Auch eine Studie der WHO aus 17 Staaten kommt zu dem Schluss, dass diese Theorie eher durch falsch interpretierte Daten zustande käme.

WHO: Einstiegsdrogentheorie erklärt nicht den Anstieg des Konsums

Und alle nochmal: Die Einstiegsdrogentheorie ist ein Mythos!

So kommt auch diese aktuell veröffentlichte Studie vom 7. Januar 2010 zu dem Schluss, dass die Anzeichen für eine Einstiegsdrogentheorie eher aus zufällig Übereinstimmungen beständen als aus kausalen Zusammenhängen. So führe der Konsum einer Droge nicht automatisch zum Konsum einer anderen. Der Studie zufolge impliziere dies, dass Präventionsmaßnahmen, die auf den Gebrauch bestimmter „Einstiegsdrogen“ zielen, nicht durch sich selbst zu einer Reduzierung des Konsums führe. Die genutzten Daten aus 17 Staaten sind von dem World Mental Health (WMH) Programm der Weltgesundheitsorganisation gesammelt worden.
via NORML Stash
Der Infotext zur Studie, wie folgt:
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