Jürgen Hahnel: Briefe aus dem Knast

Brief von Jürgen Hahnel, 15./16. September 2009

Hallo Martin,
vielen Dank für die 8 Seiten Hanfparade-Pressetexte + 2 Seiten Spiegel-Artikel + 2 Flyer (Briefmarken lagen wohl nicht bei?) (Tatsächlich nicht, kleine Verpeilung meinerseits, Anmerkung)!

Das hat mich sehr gefreut – sind quasi die ersten Infos, die ich erhielt (außer ein wenig Presseinfos von der Grünen Hilfe). Alles kam prompt am Mo 7.9. an – und es wurde nichts entnommen, wie es scheint. Das ist hier nicht selbstverständlich.
Siehe dazu die HP www.sichtbarewelt.de der „1. Bericht“ … und der 2. Bericht kommt jetzt auch rein + der 3. folgt, bzw. vorher mein Schreiben an das Justizministerium. Dann an die Strafvollzugsbeauftragten der Parteien im Baden-Würtembergischen Landtag, den „Anstaltsbeirat“ der JVA und an die (Medien-) Öffentlichkeit einen „Offenen Brief“.

(Teilweise wird’s vielleicht auch zusätzlich per eMail weiterverbreitet von jemand der meine Mailbox bedient – das ist aber nicht ganz sicher!)

Mal schaun ob ich im August 2010 frei bin, dann sehen wir uns in Berlin. Dir/Euch alles Gute und toi,toi,toi

Liebe Grüße von Jürgen
PS: Mich wundert, daß 5 Blatt + 2 Flyer mit 55ct Porto ankamen, da mehr als 25gr! Bei Nachporto gäbe es Probleme.

Jürgen Hahnel sitzt wegen der Nicht-Anerkennung einer gerichtlichen Verurteilung wegen Cannabisbesitzes.
Er freut sich über Post von dir, an: Jürgen Hahnel, z.Zt. Schloss 1, 72108 Rottenburg/Neckar

Das Urteil war auf zwei Jahre Bewährung, plus 120 Arbeitsstunden „Bewährungsauflage“, die er aus Überzeugung verweigerte – deshalb gab es die Inhaftierung! Es waren fragwürdige Prozesse, er habe niemandem geschadet und lehne – nicht nur er – diese Drogenpolitik/-Gesetzgebung prinzipiell ab. Ginge es nur um seine Freiheit, so Jürgen, hätte er die 120 Stunden brav gemacht und könnte weiter konsumieren.

„Bezüglich des von fünf Mitbewohner/innen übergebenen! Marihuanas muss ich betonen, dass es Hanfabfallblätter waren, die kein Mensch konsumiert da viel zu geringer THC-Gehalt pro Konsumeinheit – trotzdem wurden mir diese insgesamt 3,79 Gramm berechnet. Damit wurde – mit weiteren im Wagen gefundenen Cannabis- / Haschisch-Vorräten (6,01 g THC)- aus einem „Vergehen“ (unter 7,5 Gramm THC) ein „Verbrechen“ und diese hohe Strafe durch den verärgerten Amtsgerichts-Richter und die Landgericht-Richterin erst möglich.“
(Leserbrief 23.07.2009 an das Schwäbisches Tagblatt, www.sichtbarewelt.de)

Gute Nachrichten aus der Schweiz

Eine gute Nachricht kam heute per Post: Andre Fürst von Hanf-Info Schweiz ist wieder frei. Allerdings, so wie er schreibt, nur in „Halbfreiheit“.


Hanf Chanvre Canapa Hemp Cannabis Info in der Schweiz
Seit September 2007 bis Mitte Januar 2009 sass er im Gefängnis und hat selbst jetzt noch 6 Monate auf Bewährung. Für seinen Hanfanbau in Murten zwischen 2002 und 2007 wurde er freigesprochen!

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