Züchtungen beim Hanf ermöglichen Genduplikation für höhere THC-Gehalte

Viele Gerüchte ranken sich um die stärkeren Hanfzüchtungen, die in den letzten Jahren aufgetaucht sind. Einige vermuten schon direkte Genmanipulation, die so aber nicht bestätigt werden kann. Hingegen haben einige Forscher direkte Züchtungen ausprobiert. Sie haben eine Nutzhanfsorte und eine THC-reiche Sorte gekreuzt und dabei herausgefunden, dass ein Teil der Nachfahren deutlich höhere THC-Gehalte durch Duplikation der Gene aufweist, aber auch defekte CBDA-Synthesegene aufweise. Sie konnten als aufzeigen, dass es keine direkte Genmanipulation benötigt, um neue starke Sorten zu erzeugen.

Die Studie Gene duplication and divergence affecting drug content in Cannabis sativa von George D. Weiblen, Jonathan P. Wenger, Kathleen J. Craft, Mahmoud A. ElSohly, Zlatko Mehmedic, Erin L. Treiber, M. David Marks ist im Jahre 2015 erschienen im Open Access und ist als Gesamttext verfügbar. Für zukünftige Cannabiszüchter ebenso für Kritiker des „Gengrases“ bestimmt eine interessante Lektüre.

 

DOI: 10.1111/nph.13562

Journalisten beim WAZ müssen nicht recherchieren können

Hier haben wir einen WAZ-Artikel zu Cannabis, der es wieder in sich hat: Alle neueren Mythen werden hochgeholt, und das alles aus der Sicht einer -eher vom Heroinkonsum – betroffenen Mutter. Eine Aufzählung: Gengras, das viermal Stärker ist „als herkömmlich angebautes“, Die Einstiegsdrogentheorie, und der Klassiker von allem: Der gefährliche Umkehrschluss, dass Cannabis ja gefährlich sein müsse, da viele Junkies auch Cannabis konsumieren würden. Auch dass die Cannabiskonsumenten immer jünger werden ist dabei.

Kommen wir zum Thema des Artikels, denn anscheinend müssen WAZ Journalisten bei ihrer Ausbildung nicht lernen, korrekt zu recherchieren. Eine Eingabe von „Gen Gras“ bringt einen schonmal weiter. Die Kollegen von Freenet haben besser Recherchiert: Sie nennen sowohl den Bericht der EU-Drogenkommission, dass es keinen Anstieg des Wirkstoffgehaltes geben würde. Auch die Bundesregierung musste zugeben, dass sie kein „Gengras“ kennt.

Im Hanf Museum haben wir ein tolles Selbstbildnis von Gustave Courbet zu hängen, dass ihn mit 24 Jahren beim Haschischrauchen zeigt.

Gustave Coutbet Selbstbildnis mit 24 Jahren, beim Haschischrauchen

Ein Skandal zu der damaligen Zeit – es zeige ein Vergnügen, dass den „Alten“ vorbehalten sei. Das war vor 150 Jahren… seit dem ist belegt dass die Kiffer immer jünger werden. Nichts neues, aber immer für eine Aufregung wert..

Auch die Theorie der Einstiegsdroge ist seit 1997 wiederlegt:

Für Cannabis ist die Einstiegsdrogen-Theorie schon länger widerlegt, so heißt es in der vom Bundesgesundheitsministerium unter Horst Seehofer beauftragten Studie von Dieter Kleiber und Renate Soellner: „Die Annahme, Cannabis sei die typische Einstiegsdroge für den Gebrauch harter Drogen wie Heroin, ist also nach dem heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand nicht haltbar.“[1]. Weiterhin ist eine Studie von Peter Cohen und Arjan Sas aus dem Jahr 1997 am Beispiel von Amsterdam erschienen, die auch dazu beitrug, den Mythos der „Einstiegsdroge Cannabis“ zu entkräften.[2]

(Quelle: Wikipedia)

Aber neeeeein, von Google haben WAZ Journalisten – und auch Redakteure die diesen Mist zulassen – noch nie etwas gehört!

Elisabeth Falcone winkt ab. „Wenn wir schon das Alkoholproblem haben”, sagt sie, „müssen wir doch nicht noch das Cannabis-Problem vergrößern.” (WAZ)

Nur leider vergisst die gute Frau, dass der real existierende Schwarzmarkt überhaupt nicht kontrollierbar ist – im Gegensatz zu einem geregelten öffentlichen Markt. Aber dass muss ja nicht im Artikel erwähnt werden… Augen zu, Aus dem Sinn.