Video: SaferUse und Wissensvermittelung am Beispiel von GHB

Das Medienprojekt PSI-TV hat bereits 2006 ein interessantes Video zum Thema “SaferUse und Wissensvermittelung am Beispiel von GHB” veröffentlicht. Hans Cousto hielt diesen Vortrag auf dem SONICS Netzwerk Treffen in Bremen 2006. Mit Kommentaren und Fragen von Teilnehmerinnen des Netzwerktreffens.



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Hans Cousto arbeitet als freischaffender Wissenschaftler in den Bereichen Harmonik, Musik- und Schwingungstheorie. Zudem ist Cousto Sachbuchautor. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen zählt “Die Kosmische Oktave – der Weg zum universellen Einklang” (1984). Die Erfahrungen aus der Technowelt und die Erkenntnisse aus der Arbeit von Eve & Rave publizierte Cousto in den beiden Büchern Vom Urkult zur Kultur – Drogen und Techno (1995) und Drug-Checking – Qualitative und quantitative Kontrolle von Ecstasy und anderen Substanzen (1997).

Cousto zählt zu den Mitbegründern von Eve & Rave, einem Verein zur Förderung der Party- und Technokultur und Minderung der Drogenproblematik und engagiert sich seit vielen Jahren aktiv im Rahmen verschiedenster Projekte zur Intensivierung der individuellen Erlebniswelten und Seinserfahrungen.

GHB/GBL Diskussion: Take Back The Night – Sexismus bekämpfen, Vergewaltigungen verhindern! / Drink Spiking

Take Back The Night
Sexismus bekämpfen, Vergewaltigungen verhindern!

Ihr habt euch die neuen Schuhe angezogen, den coolen Glitzergürtel umgelegt und freut euch die ganze Woche schon auf die anstehende Party.

Zusammen mit anderen tollen Menschen wollt ihr das Leben genießen, euch austoben und einfach eine schöne Zeit haben. Davon wollen wir euch auch gar nicht lange abhalten, sondern wünschen euch viel Spaß.

Bitte achtet dabei aber auch darauf, dass die Party für euch oder andere nicht zur negativen oder gar grausamen Erfahrung wird:

Immer wieder gibt es Berichte vom und Diskussionen um den gezielten Einsatz der Droge GHB als Waffe zur geplanten Vergewaltigung bei Parties und Afterhours. Dabei wurde Menschen (in der Regel Frauen) die Droge versteckt verabreicht, um sie in ihrer Wahrnehmung und ihren motorischen Fähigkeiten so weit einzuschränken, dass sie sich vor Angriffen auf ihre psychische und physische Integrität, meist in Form von Vergewaltigung, nicht mehr schützen konnten.

So etwas darf nicht passieren und wir alle können und müssen etwas dafür tun, Vergewaltigungen zu verhindern.

Deshalb: Wenn Situationen komisch wirken, sprecht das an!

Wenn Leute den Eindruck machen, sie hätten keine Kontrolle mehr über sich, dann sorgt dafür, dass sie sich sicher ausruhen können, lasst sie nicht allein!

Wenn ihr sexuelle Handlungen bemerkt, bei denen eine_r der Beteiligten nicht mehr anwesend zu sein scheint, dann geht euch das was an!

Lieber einmal mehr nachfragen, als einmal zu oft nicht hingesehen zu haben!

Wir alle sind verantwortlich für das, was auf einer Party und in anderen Situationen passiert, in denen wir uns bewegen.

Was dabei jedoch auch bedacht werden muss ist, dass Vergewaltigungen die unfassbare und grausame Spitze eines Eisbergs sind. Denn auch und gerade bei Partys kommen sexistisches Verhalten und Grenzüberschreitungen vor, die ein gesellschaftliches Klima schaffen, welches Vergewaltigungen überhaupt erst möglich macht. Wenn z.B. die alltägliche Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts einfach so hingenommen wird, dann schafft diese Akzeptanz auch die gesellschaftliche Grundlage für sexualisierte Gewalt gegen sie.

In diesem Sinne muss auch dieses Problem bekämpft werden, um Vergewaltigungen zu verhindern. Die Rede ist von Sexismus.

Mit diesem haben wir auf die eine oder andere Art und Weise alle zu kämpfen. Sexismus ist freilich mehr als Blau vs. Pink, Bohrmaschine gegen Wischmob oder Spielzeugauto vs. Barbiepuppe.

Allerdings geht die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts tatsächlich mit einer allgemeinen Strukturierung und Unterteilung der Gesellschaft in unterschiedliche Bereiche , die jeweils ziemlich eindeutig Geschlechtern zugeordnet sind, einher. Diese als männlich oder weiblich gedachten Tätigkeiten, Gefühlsregungen, gesellschaftliche oder ökonomische Positionen sind ausgehend von ihrer geschlechtlichen Zuordnung hierarchisch geordnet.

Insgesamt sind die gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen wir uns bewegen sehr komplex und auf die eine oder andere Art sind wir alle daran beteiligt und von ihnen geprägt, so auch vom Patriarchat. Deshalb haben auch wir alle die Verantwortung uns damit weitergehend auseinander zu setzen und diese Zustände zu bekämpfen.

Sexismus muss als gesamtgesellschaftliches Phänomen betrachtet werden und darf nicht als Einzelfall oder Privatsache eingestuft werden.

Ob wir oder andere uns sagen, wir müssten Kinder kriegen und uns für die Familie aufopfern, weil wir Frauen seien oder ob wir immer stark sein müssen, weil wir Männer seien. Das alles ist Sexismus.

Auf Partys kann das praktisch schon ein aufdringliches Antanzen oder auch ein unangenehmes Anmachen sein. Vielleicht hast du auch schon Situationen erlebt, wo du selbst die Grenzen von anderen überschritten hast oder wo du Grenzüberschreitungen erlebt hast.

All das ist bislang alltäglich und deshalb müssen wir, um Sexismus zu bekämpfen, alle gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Daher achtet auf das Einhalten von Selbstverständlichkeiten, damit sie es auch bleiben:

Wichtig ist zu respektieren, dass jede Person selbst bestimmt, ab wann es für sie unangenehm wird – und daran sollten sich andere dann auch halten.

Wenn du möchtest, dass andere eine gute Zeit haben, dann sei sensibel und sprich mit ihnen.

Achte darauf, dass sie sich nicht von dir bedrängt oder überrumpelt fühlen.

Durch sexistisches Verhalten aber insbesondere dadurch, dass Vergewaltigungen passieren, bekommen Menschen das Gefühl von Angst und Unsicherheit, entschließen sich dann besser zu Hause zu bleiben oder sich von Beschützern abhängig zu machen, obwohl sie vielleicht viel lieber alleine ausgehen würden.

Auch das dürfen wir nicht zulassen! Wir wollen nicht, dass eine_r sich einschließen muss vor lauter Angst!

Vergewaltigungen und Sexismus haben nur dann keine Chance, wenn sich alle gemeinsam dagegen wehren und aufeinander achten.

Was deine Grenzen überschreitet, entscheidest dabei ganz allein du selbst. Das kann schon bei ätzenden Anmachsprüchen oder Anstarren anfangen. Wenn du dich in deiner Situation unwohl fühlst, ist es dein gutes Recht, das deutlich zu machen und von anderen darin unterstützt zu werden.

Gleichzeitig bedeutet das auch: Achte darauf, die Grenzen von anderen Menschen wahrzunehmen und zu respektieren.

Die Verantwortung für einen guten Umgang miteinander kann nicht nur bei den Betroffenen von sexistischen Grenzüberschreitungen lieben.

Deshalb noch einmal: Schaut hin, fragt nach, wenn nötig greift ein und holt euch Unterstützung!

Wir können gemeinsam Handeln, wir alle können etwas dafür tun, dass Sexismus auf unseren Partys keinen Platz mehr hat.

Damit es für alle eine schöne Party wird.

Anmerkung von der Hanfplantage: Meiner Meinung nach ist auch die Fixierung der Medien auf bestimmte Substanzen Sexismus und lenkt vom eigentlichen Problem ab!

Veröffentlicht auf der Hanfplantage, www.hanfplantage.de
Autor_in unbekannt, Text von einem Flyer von einer Party

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