BBC: Cannabis – Wo ist die Schädlichkeit?

Es gibt eine neue Serie auf BBC UK: James Alexandrou, Ex-Filmstar aus EastEnders, erforscht die Wahrheit über Großbritanniens liebste illegale Droge – von Cannabis, das auf der Strasse verkauft wird bis in die versteckte Welt des organisierten Verbrechens. Die erste Folge ist leider nicht bei uns auf BBC verfügbar, aber auf den üblichen BitTorrent Trackern ist es schon zu finden! Dafür gibt es wenigstens noch ein Interview mit Alexandrou über die Herstellung dieser Serie. So wurde Alexandrou wohl auf einem Foto mit Cannabis gesehen, dieses wurde in der Klatschpresse verbreitet – und nun fragt man sich, ob diese Serie soetwas wie eine Flucht nach vorne aussieht .. Ich bin gespannt, was dabei ‚rauskommt.

Hier das Preview:

Britische Medizinerzeitung: Cannabis sollte neben Tabak und Alkohol in Läden verkauft werden

Großbritannien: Am Montag wurde im Editorial (Abstrakt)der Britischen Medizinerzeitung vorgeschlagen, dass der Verkauf von Cannabis ähnlich wie Alkohol lizensiert werden sollte, da die Verbote nicht funktioniert hätten. Das Verbot von Cannabis habe zu vermehrten drogenbezogenen Straftaten und Gewalt geführt, da die Verfolgung den „Schwarzmarktpreis angezogen hat und somit Lukrativer für Gruppen erscheint, um darum zu konkurrieren“.

Auch eine 18-fache Erhöhung des Anti-Drogen Budgets in den USA auf 18 Milliarden US-Dollar zwischen 1981 und 2002 hat es nicht geschafft, den Markt für diese Droge zu beseitigen.

Tatsächlich haben sich die Verhaftungen in den USA von 350.000 in 1990 auf mehr als 800.000 pro Jahr in 2006 erhöhr, mit Beschlagnahmungen bis zu 1.1 Millionen Kilogramm.

Das Editorial, geschrieben vom Professor Robin Room der Melbourne Universität, wird wie folgt zitiert: „An manchen Orten sind staatliche Kontrollinstrumente – wie Lizensierungen, Inspektoren, Verkaufsstellen durch die Regierung – noch immer vorhanden für Alkohol und dies könnte auch auf Cannabis ausgeweitet werden.“

Professor Room schlägt vor, dass staatlich abgegebene Lizenzen wie in Kanada und anderen nordischen Ländern zu „funktionierenden und gut kontrollierten Verkaufsstellen für Cannabis“ führen würde.

Prof. Room zeigte auf, dass das derzeitige Verbot von Cannabis zu ähnlichen Situationen der Alkoholprohibition führe, welche von 11 Ländern im Zeitraum 1914 bis 1920 durchführten. „Danach wurden sie durch restriktive Regulierung belegt, welche den Alkoholkonsum und andere Probleme im Zusammenhang unterbinden sollte – bis diese Hemmnisse nach und nach durch neoliberale Freimarktideologien der letzten Jahrzehnte erodiert wurden.“

Das Editorial zieht die Schlüsse, dass „die Herausforderung für die Wissenschaftler und Gesetzesanalysten nun sei, die Details eines effektiven Regulierungsansatzes zu bestimmen, so wie es am Ende der US-Amerikanischen Alkoholprohibition der Fall war.“

Es gibt auch Gegenstimmen. Mary Brett, eine verrenteten Biologielehrerin sagte dazu: „Die ganze Wahrheit über die schädigenden Effekte von Cannabis, insbesondere auf Kinder mit ihren sich noch zu entwickelnden Gehirnen, wurde niemals richtig veröffentlicht. Die Message wäre, dass die Kinder denken würden, dass wenn es Legal sei, dass es nicht so schlimm sein könnte wenn die Regierung das macht. Ich weiss es. Ich habe jungen Leuten 30 Jahre lang Biologie beigebracht. Somit wird der Konsum weiter steigen, so wie es das immer tut, wenn die Gesetze gelockert werden. Warum sollte man dem Problem, dass durch die zwei legalen Drogen Alkohol und Tabak schon gibt, noch eine Dritte hinzufügen?

Die Antwort ist einfach: Auch jetzt sind alle anderen Drogen – auch Cannabis – überall einfach zu haben. Es wird keine „dritte“ Droge hinzugefügt. Nur wird die Kontrolle einzig und allein dem Schwarzmarkt überlassen – da die staatlichen Verbote und Verfolgungen effektiv nichts bewirken.

Anfang des Jahres hat Fiona Godlee, eine Redakteurin des Journals, dass von der Britischen Ärztegesellschaft verlegt wird, einen Artikel von Steve Rolles, dem Vorsitzenden der Forschung bei Transform, einer Organisation zur Reform der Drogengesetze, für gut befunden. Transform möchte ein Ende des Krieges gegen die Drogen und die Verbote durch ein Rechtssystem der Regulierung ersetzen.

Dr. Godlee schrieb: „Rolles ruft uns auf, die Vision einer Alternative gegenüber dem hoffnungslos verfehlten Kriegs gegen die Drogen zu erdenken. Er sagt, und ich stimme dem zu, dass wir Drogenkonsum regulieren müssen – und nicht kriminalisieren.“

via Telegraph UK

Aktion Sativa Weltweit – Razzien gegen Cannabisanbau bringen nichts

Und mal wieder werden öffentliche Gelder zum „Kampf gegen die Drogen“ ausgegeben, trotzdem es sich herausgestellt hat, dass die ganze Repression nichts bringt und das vermeintliche Übel dennoch vorhanden bleibt. Nicht nur in Deutschland kommen solche Mega-Razzien wie „Aktion Sativa“ vor, auch – wie berichtet – in Neuseeland und Groß Britannien

Dort berichtet der MorningStar wie folgt:

Befürworter der Legalisierung von Cannabis in Großbritannien sehen eine steigende Zahl von polizeilichen Razzien in Cannabisfabriken als Beweis, dass die Verbote ein Fehlschlag sind.

Neue Zahlen, die von der Vereinigung der Polizeihauptführer (Acpo) veröffentlicht wurden, zeigen dass 6886 Cannabisproduktionsanlagen im letzten Jahr durchsucht worden sind, das macht jeden Tag etwa 20.

Die Zahl relativiert sich mit der von vor zwei Jahren, als 3032 Gebäude gestürmt worden sind, und es sie ist achtmal so hoch wie die Rekordzahlen zwischen 2004 und 2007.

Don Barnard von der Legalize Cannabis Allianz sagte „Trotz der Razzien bekommen die Menschen ihr Cannabis.

Politiker sollten erkennen, dass nach 40 Jahren des Gesetzes gegen Drogenmissbrauch nichts erreicht worden ist- das gesamte Projekt war eine Verschwendung von Zeit.

Wenn man die Sparmassnahmen an der Polizei unter dieser Regierung mit einbezieht, müssten sie wirklich Anfangen und Schauen, warum solche großen Summen auf die Kriminalisierung von Cannabis verwendet werden.“

Kommandant Allan Gibson, der Sprecher zum Thema Cannabis der Acpo, sagte, der Anstieg sei teilweise darauf zurückzuführen, dass die Behörden einen verstärkten Fokus darauf richten. „Die Polizeieinsätze sind jetzt stärker und effektiver durch bessere Koordination und der besseren Verteilung von Informationen unter den Einsatzkräften, anderen Behörden und den verdeckten Ermittlern“ sagte er.

UK: Drogengesetze sind weiter – Mephedrone wird am 16. April illegalisiert

Das Synchronium Blog berichtet über die bevorstehende Illegalisierung von Mephedron in Großbritannien. Diese soll laut Regierungsanweisung am 16. April 2010 in Kraft treten. Das besondere für Drogenpolitisch interessierte Personen ist an dieser Anordnung, dass sie nicht nur den Stoff selbst enthält sondern – im Gegensatz zur vorhergehenden Änderung des britischen Drogengesetzes – weitere chemische Definitionen, welche theoretisch alle möglichen Kombinationen umfasst.

Alle diese Stoffe werden am Freitag, den 16. April 2010 in die Klasse B eingestuft. Dies bedeutet Besitz: Bis zu fünf Jahre Gefängnis oder unbegrenzte Geldstrafe oder beides. Handel: Bis zu 14 Jahre Knast oder unbegrenzte Geldstrafe oder beides. Eine neue Substanz, welche von dieser neuen Regelung nicht erfasst wird, ist Naphyrone, welches zur Zeit als Energy-1 oder NRG-1 verkauft wird. Es soll, laut Userberichten, nicht besonders toll und auch nicht sicher sein. Damit war es das vorläufig mit Kathenonen in UK.
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UK: Cleane Gefangene werden vor der Entlassung auf Methadon gesetzt

UK: Berichte sagen aus, dass Gefangene die ihre Sucht im Gefängnis überwunden hatten Substanzen wie Methadon – ein höchst abhängig machendes Heroinsubstitut – vor ihrer Entlassung gegeben wurde.

Der Prozess, „Retoxification“ genannt, ist gemacht um die Toleranz der ehemaligen Abhängigen zu steigern, da diese „natürlich“ nach ihrer Entlassung wieder Drogen nehmen werden würden. Damit soll das Risiko der Überdosis minimiert werden. Aber Kritiker dieser Behandlung haben Gefängnisdoktoren, die auch an den Richtlinien für Gesundheit gebunden sind, angegriffen und beschuldigten sie des „staatsgesponsorten“ Drogendealens und dem „Aufgeben“ des Problems. Auch in Deutschland wird soetwas praktiziert und hat sich wohl auf Wunsch der Betroffenen aus Vorsicht vor Rückfällen durchgesetzt.
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Drogenberaterin Dr. Polly Taylor zurückgetreten, hier der Rücktrittsbrief

Die Drogenberaterin der britischen Regierung Dr. Polly Taylor ist zurückgetreten, da sie der Regierung nicht mehr traut und hat der BBC ihre Erklärung zum Rücktritt übermittelt. Da er sehr interessant ist und auch auf die hiesigen Verhältnisse anwendbar ist, machen wir hier den Volltext auf Deutsch. Mehr dazu auch auf Google News (580 Artikel)
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London: Waterboarding für Marihuanahändler

Über Fefe’s Blog bin ich auf diesen Artikel gestossen. In der Times Online UK wird von Anklagen gegen Polizeibeamte wegen Folter an mutmaßlichen Grasdealern geschrieben. Einfach nur krass, die haben sich wohl bei den US-Beamten was abgeschaut. Zum Einsatz kam das Folterinstrument „Waterboarding“. Dabei wird das Ertrinken der Person simuliert.

Dieser Teil der gesamten Untersuchung zu den Folter- Polizeigewaltsvorwürfen wird von einer unabhängigen Kommission für Beschwerden an die Polizei untersucht. Sie untersuchen den Fall, beidem 6 Polizeibeamte im November 2008 eine Drogenrazzia durchgeführt haben. Bei dieser wurden vier Männer und eine Frau verhaftet. Die Polizei sagt, sie hätten eine grosse Menge Cannabis gefunden und sie werden wegen dem Imports einer „Class C Droge“ angeklagt.

Der Fall wurde vier Monate später mangels öffentlichen Interesses fallengelassen. Es wurde vom Gericht gesagt, dass eine Untersuchung der Foltervorwürfe die Ermittlungen der Polizeibeamten verhindern würde.

Die gesamte Folterdebatte rollt auch noch einmal die Vorwürfe von Polizeigewalt zu dem Anti-G20-Protesten im April 2009 auf. Bei der Times gibt es ein Video zum Bericht.

Wer jetzt annimmt, in Deutschland wäre sowas nicht drin, sei an Oury Jalloh erinnert, der im Dessauer Polizeigewahrsam, festgebunden an eine feuerfesten Matratze, verbrannt ist. Oder an den Menschen in Bremen, der mit Brechmittel zu Tode gefoltert wurde.