Pfizer verschweigt Studien zu Antidepressiva Edronax

Das ehemalige Nachrichtenmagazin berichtet über das abgekartete Spiel der Pharmakonzerne: So soll Pfizer Studien zu einem Antidepressiva zurückhalten. Wer hätte das gedacht? Aber ich will ja niemanden Cannabis empfehlen – in andere Ländern wird es gegen Depressionen verschrieben..

[..] Das IQWiG (das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) sieht deshalb keine Belege für einen Nutzen von Edronax. Schließlich standen dem Institut nur für etwa 1600 Patienten auswertbare Daten zur Verfügung, während an den unpublizierten Studien mindestens 3000 weitere Patienten teilgenommen hätten. „Die Auswertung der verfügbaren limitierten Daten wäre potentiell hochgradig verzerrt und damit keine valide Entscheidungsgrundlage für den Gemeinsamen Bundesausschuss“, heißt es in dem heute veröffentlichten 470 Seiten starken Vorbericht des Prüfinstituts über die Antidepressiva. IQWiG-Chef Peter Sawicki sagt: „Durch das Verschweigen von Studiendaten nimmt der Hersteller Patienten und Ärzten die Möglichkeit, sich informiert zwischen verschiedenen Therapieoptionen zu entscheiden.“

Für Edronax gaben die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2007 mehr als sechs Millionen Euro aus. Neuere Zahlen liegen nicht vor. [..]

AOK Bayern interessiert sich für deinen Heroingebrauch

Die AOK Bayern überprüft Beigebrauch von Substitutionspatienten, dies meldet der DGS Newsletter für September. Ein empfehlenswerter Newsletter, für Personen mit Interesse an der Drogenpolitik. Um die Schnüffelaktion zu ermöglichen erhielt Dr.Franz-Josef Bentele, substituierender Arzt und DGS-Mitglied aus Neu-Ulm, kürzlich Post von der AOK-Bayern. Die AOK forderte ihn darin auf, Patienten dazu zu drängen, ihren behandelnden Arzt von der Schweigepflicht gegenüber der Krankenkasse zu entbinden.

Der Vorgang ist nicht einmalig: Auch aus Hessen und Baden-Württemberg teilen Mitglieder der DGS mit, dass die regionalen AOK-Verbände ähnliche Ansinnen geäußert hätten.

dgs-info veröffentlichte die Anfrage der AOK-Bayern und bittet die substituierende Ärzteschaft, mit Dr.Bentele eine Diskussion aufzunehmen, wie man sich in einem solchen Fall am besten verhalten solle. Eine Zusammenfassung der Debatte werde im nächsten DGS-Rundbrief veröffentlichen.

Unsere Meinung dazu:

Nur der behandelnde Arzt muss wissen, ob ein Substitutionspatient einen Beigebrauch von anderen Mitteln hat. Dies ist wichtig, um zum Beispiel Überdosierungen zu vermeiden. Die AOK hat sich aus den Ärzte-Patienten Vertrauensverhältnis ‚rauszuhalten. Es besteht keine medizinische Notwendigkeit, dass die Krankenkasse darüber Bescheid weis. Der einzige trifftige Grund für das Vorgehen der Krankenkasse ist, Menschen mit Beigebrauch aus ihren Therapieprogrammen zu nehmen und dadurch auf Kosten derer Geld zu sparen.

Gesundheitsminister erwägt Cannabis auf Rezept für Kranke

Eine gute Nachricht aus dem BMG. Über die unqualifizierte Aussage des CDU-Gesundheitssprechers verliere ich mal keinen Kommentar, aber eine Anfrage auf Abgeordnetenwatch (link dann an dieser Stelle). Mit einem Vaporizer, der nur den Wirkstoff verdampft, kann man übrigens auf die Verbrennung der Kräuter verzichten und somit die Belastung für die Lunge deutlich senken!

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