Polizeikontrolle und Drogenschnelltests Tagesrausch-Onlinevideos

Steffen Geyer hat im Tagesrausch mit Theo Pütz aka dem „Führerscheinpapst“ gesprochen, wie man sich bei Verkehrskontrollen der Polizei, Blutproben und Führerscheinenzug usw. verhalten sollte:

Kampagne gegen Drogen am Steuer: Drug Driving

Über das Meetinx-Blog bin ich auf folgenes Video gestossen. In Großbritannien hat das zuständige Verkehrs-Ministerium dieses Jahr eine Kampagne gestartet, die sich ausnahmsweise mal nicht gegen Alkohol am Steuer richtet sondern vielmehr das Thema Drogen im Fokus hat. Auch das Making-Of ist nicht schlecht!

Studie: THC im Blut ist ist nicht unbedingt ein Anzeichen für einen aktiven Rausch

Baltimore, MD: Spuren von delta-9-THC, der primären psychoaktiven Substanz in Marihuana (Cannabis), können bei häufiggebrauchenden Personen bis zu sieben Tage nach dem Konsum nachweisbar sein. Dies sagt eine klinische Studie aus, deren Daten in der Zeitung „Addiction“ veröffentlicht werden.

Forscher am nationalen Institut für Gesundheit in Baltimore haben die Blut-THC Konzentrationen bei 25 chronischen Cannabisgebrauchern über eine Periode von sieben Tagen Abstinenz kontinuierlich untersucht.

Die Forscher berichteten, dass am siebenten Tag der Untersuchungen, also 6 ganze Tagen nach dem Konsum, noch immer bei sechs Personen identifizierbare THC (im Blut) Konzentrationen zu finden waren. Die am höchsten gemessene THC Konzentration bei Konsum (Tag 1) und Tag Sieben waren jeweils 7.0 und 3.0 ng/ml.

Sie schlossen daraus, dass „substanzielle Mengen Blut-THC noch mehrere Tage nach dem Absetzen bei chronischen Konsumenten verbleiben“

Vorherige Studien hätten zu dem Schluss geführt, dass niedrige THC-Konzentrationen im Blut von chronischen Gebrauchern nur für eine Periode von 48 Stunden anhielten.

Die Forscher merkten an, dass alle Personen die am Tag Sieben positiv getestet worden sind auf THC in ihrem Blut, weibliche Personen sind. Weiterhin, dass einige getestete Personen später positiv getestet worden sind, wobei der erste Test am Tag 1 negativ verlief.

Als Kommentar zu dieser Studie sagte NORML Vorstand Paul Armentano, dass „Die Ergebnisse fordern die bisherigen Erkenntnisse über das Testen auf geringe Mengen THC im Blut und dass es mit kürzlichem Konsum oder Einschränkungen im Strassenverkehr verbunden wird. Um genau zu sein, zweifelt diese Studie die bisherige Politik der Verkehrsgesetze heraus, welche die Fahrer mit jeder Konzentration von THC in ihrem Blut als Unfähig zur Verkehrsteilnahme und damit Kriminell macht. Die Resultate der Studie zeigen wiedereinmal auf, dass Drogenscreening nur eingeschränkte Aussagekraft haben, wenn es um Rechtsprechung im Falle von Marihuanakonsum und der Unfähigkeit zur Verkehrsteilnahme geht.

Der komplette Text der Studie „Do Delta(9)-tetrahydrocannabinol concentrations indicate recent use in chronic cannabis users,“ wird in der Zeitschrift „Addiction“ veröffentlicht.

via NORML, Detection Of THC In Blood Not Necessarily Indicative Of Recent Pot Use, Study Says, 8. Oktober 2009 – NORML kann auch angeschrieben werden: paul@norml.org

Nachweiszeiten von Cannabis werden durch Stress und Diät beeinflusst

Sidney, Australien: Eine in kürze im British Journal of Pharmacology erscheinende Studie belegt, dass das Ausscheiden von Abbauprodukten des THC, dem THC-COOH, von den Reaktionen des Körpers auf Stress oder Schlankheitskuren, beeinflusst wird.

Untersuchungen an der Universität Sidney in Australien haben berichtet, dass Ratten, die dem Stresshormon ACTH ausgesetzt waren, höhere Mengen von Abbauprodukten des Cannabis im Blut hatten als die Kontrollgruppe. Ratten, denen die Nahrung entzogen wurde, hatten ebendfalls höhere Werte von THC-COOH, als die nicht-hungernde Kontrollgruppe.

Die Autoren der Studie sagen, dass ihre Ergebnisse eine physiologische Erklärung liefert für das Phänomen, dass manche Gebraucher der Droge auch lange nach dem Absetzen einen positiven Drogentest haben.

Das Abbauprodukt THC-COOH, ist der hauptsächliche Bestandteil, auf den Urindrogentests anschlagen. Diese Substanz sammelt sich im Körperfett an. Wenn das Körperfett abgebaut wird, werden auch Spuren von den Cannabissubstanzen freigesetzt. Diese sind zwar nicht Rauschfähig, aber können in den modernen, sehr genauen Drogenscreenings auch noch Monate später festgestellt werden.

Für mehr Informationen darüber, kontaktiere die Grüne Hilfe Netzwerk oder Paul Armentano, NORML Deputy Director, paul@norml.org (Englischsprachig)

via NORML

Neues Testgerät will übliche Drogen in 90 Sekunden finden

Ein jetzt vorgestelltes neues Drogentestgerät von Philipps nutzt magnetische Nanopartikel um die fünf am meisten genutzen Drogen im Speichel zu detektieren .

Philipps neues DrogentestgerätDas Gerät soll für Tests bei Strassenkontrollen durch die Polizei genutzt werden. Zu dem Gerät gehören wegwerfbare Aufbewahrungsbehälter und ein handlicher Computer. Die Behälter enthalten zum einen die Probenkammer, zum anderen die Nanopartikel. Die Partikel sind mit einem Biomolekülen überzogen, die sich an eine der fünf Drogen-Substanzgruppen binden: Kokain, Heroin, Cannabis, Amphetamin und Methamphetamin.

Der Test soll weniger als 90 Sekunden dauern und Konzentrationen von Eins zu einer Milliarde Teile in einem einzigen Mikroliter Speichel finden. Dieselbe Sensortechnik ist bereits für den Nachweis von Troponin, einem Protein, das Herzinfarkte ankündigt, eingesetzt worden – bei einem Tausendstel der Konzentration, die das Drogentestgerät aufspüren kann.

Die Kombination von hoher Sensibilitiät, niedrigem Probevolumen, Miniaturisierung, Geschwindigkeit und einfache Nutzung hat die Hoffnung für einen handlichen Biosensor, der genaue Tests durchführt aufleben lassen.
(Heise/TechnologyReview deutsch oder Technologyreview englisch)

Studien in Frankreich haben herausgefunden, dass Speicheltests „den Versuch, kürzlichen Cannabiskonsum nachzuweisen bei über 50% der Fälle versagen“ und dass die meisten Speicheltests schon zwei bis drei Stunden nach dem Konsum nichts mehr nachzuweisen können – und dass „falsche Positive“ nicht unüblich seien. Dennoch: Wenn dies eine neue Technologie ist, könnte es sein, dass diese Studien nicht mehr zutreffen.

Es gibt da natürlich vieles zu bedenken. Einer der größten Gründe gegen die Legalisierung ist das Argument, dass so viele stoned Autofahren würden. Wenn eine Technologie existiert, welche die Nutzung und die möglicherweise bestehende Beeinflussung beim Fahren nachweisen kann, hätten wir eine gute Handhabe gegen diesen Grund. Auf der anderen Seite ist es wieder das durcheinanderbringen von ausgewogener Körperchemie und einer tatsächlichen Beeinflussung. Egal wo du die Grenze ziehst – ob jetzt bei 1ng/ml oder 5mg/ml – es wird immer Leute geben, die Grenzen überschreiten und immernoch gut und sicher fahren können. (Das gleiche Argument könnten wir bei pegeltrinkenden Autofahrern anwenden..)

via NORML Stash

Update

Auch dieser Test sollte, wenn er denn in Deutschland zum Einsatz kommt, genauso wie der Pisstest, abgelehnt werden. Dies hat keinen juristischen Nachteil. Du kannst ihn ohne Probleme ablehnen und einen Bluttest verlangen. Falls jemand fragt, sag einfach, dass du in der Zeitung gelesen hast, dass die Schnelltests zu ungenau wären.