Kanada: Cannabis und die psychischen Probleme

Der Autor Carl Anderson stellt in der kanadischen Zeitung Kamloops die These in den Raum, dass Cannabis keine Schizophrenien und ähnliches auslöst. Die Fachwelt meint zur Zeit dazu, dass es bei Personen, die vorbelastet sind, solche Probleme zum Ausbruch kommen können – was auch durch Stress vorkommen kann. Das nennt sich dann „Trigger“.

Kamloops schreibt, er wäre schon auf dem ganzen Planeten unterwegs gewesen, um die potentesten Cannabissorten zu finden und er hatte noch nie eine einzige Halluzination davon – und er kenne auch niemanden, der dies hätte.

Warum sei das so?

Wenn Kanada mit den „höchsten pro-Kopf Verbrauch von Marihuana in der Welt“ hat, warum spiegeln dies die Psychose-Raten dann nicht wieder?

Wenn es Wahr sei, dass Cannabis psychische Probleme auslösen könne, müsste Kanada eine viel höhere Schizophrenie oder Psychosenrate haben als jeds andere Land – aber das ist nicht der Fall.

Tatsächlich ist Kanada eines der Länder mit den wenigsten Psychosefällen der Welt.

So kenne Kamloops diverse Personen, die Cannabis legal und regulär als Behandlung für Depression und andere mental-gesundheitliche Probleme nutzen.

Wenn Cannabis Psychosen auslösen würde, warum verschreiben es dann Doktoren gegen Depressionen, Ängst und bei andere neuropathische Fällen?

Unsere Elterngenerator wird nicht davon Ablassen wegen dem „Reefer Madness“, meine wird nicht an der „Einstiegsdrogentheorie“ halt machen und die Generation unserer Kinder wird nicht vor dem „Cannabis macht dich Verrückt“ zurückschrecken – hauptsächlich weil es nicht Wahr ist.

Neueste Untersuchungen zu Marihuana und Psychosen sind dem Mainstream zu konträr

Die Mainstreammedien lieben es, Tinte zu versprühen wenn es darum geht, dass Marihuana mentale Krankheiten auslösen würde, insbesondere Psychosen. Tatsächlich war es so, dass im März einige internationale Medienmacher verkündeten, dass Cannabiskonsum die Risiken diese Krankheit zu bekommen „verdoppeln“ würde. Aber wenn es darum geht, dass in wissenschaftlichen Magazinen Untersuchungen veröffentlicht werden, die genau diese Art von „Kifferwahn“ abblitzen lässt, bleibt das meist Unberichtet.

Dies ist der Fall mit einigen gerade erst veröffentlichten Studien, die demnächst im Magazin zur Schizophrenieforschung [Schizophrenia Research] erscheint. Die erste Studie, ausgeführt von einem Team von Wissenschaftlern an verschiedenen Krankenhäusern im Bundesstaat New York, der Yale Universität für Medizin und dem Nationalen Institut für mentale Gesundheit untersuchten ob ein kausaler Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und dem zeitlichen Einsetzen von Psychosen bei Patienten, die das erste mal für eine Episode von Schizophrenien/Psychosen hospitalisiert worden sind:
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NORML antwortet auf die neuesten Warnungen bezüglich Marihuanakonsum und Schizophrenie

Logo der Legalize-Organisation NORML in den USAWashington, DC: In der letzten Woche wurde in der Zeitung „Archives of General Psychiatry“ eine Studie veröffentlicht, die behauptet, dass das Rauchen von Marihuana die Risiken an einer Psychose oder Schizophrenie zu erkranken, „verdoppele“. Dies steht in Konflikt mit vorherigen Untersuchungen, und somit muss diese Studie mit Vorsicht interpretiert werden, sagte NORML Vorstand Paul Armentano.

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Kann Cannabis bei bipolaren Störungen helfen?

Es gibt viele Gründe, zu denken, dass Marihuana bei manchen Patienten mit bipolaren Störungen helfen könnte. Einige bestimmte Cannabinoide haben in Labor- und Tierstudien gezeigt, dass sie förderliche Effekte haben. Jetzt zeigt eine neue Studie der Universität von Oslo, dass Marihuanakonsum mit besseren neurokognitiven Funktionieren verbunden ist bei bipolaren Patienten. In verschiedenen Tests des Gedächtnisses, des Lernen usw., haben bipolare Patienten, die Marihuanakonsumiert haben, besser abgeschnitten, als jene, die das nicht taten. Dies entspricht dem genauen Gegenteil dessen, was Wissenschaftler bei Patienten mit Schizophrenie assozieren. Bei diesen können sich die Symptome durch Marihuana verschlimmern. „Diese Ergebnisse“, schreiben die Wissenschaftler, „zeigen, dass Cannabiskonsum mit verbesserten neurokognitiven Fähigkeiten bei bipolaren Störungen einhergehen kann.“

Weitere Forschungen für weitere Grundlagen zu diesem Thema sind nötig..

Weitere Infos zu Cannabis als Medizin bei der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin.

Update

Zu Cannabis und einer ausgebrochenen Schizophrenie kann ich folgenes Dokument von der IACM verlinken:
Cannabinoids 2009;4(4):1-3,21. November 2009, THC kann Symptome der Schizophrenie verbessern von Franjo Grotenhermen

ProSieben Galileo recherchiert schlecht

Leider habe ich den Beitrag nicht gesehen. Vielleicht kann ihn jemand als Video mir zur Verfügung stellen?

Ich habe eine eMail bekommen, dass Pro7 einen Beitrag in Galileo zu Cannabis und die Gefahren des Konsums. Unter anderem wurde darin behauptet, Cannabis wäre die gefährlichste Droge überhaupt und man könne schon vom einmaligen Konsum schwere Psychosen bekommen. Der Bericht ansich ist noch nicht online verfügbar, aber dafür gehe es schon im Forum hoch her: http://tiny.cc/Pro7

Es verwundert nicht, dass Galileo diesen Ton anschlägt: Auch andere Sendungen von ihnen sind ähnlich gestrickt. Ich möchte da an eine Sendung über die Manson Family erinnern. In dem Beitrag wurden aus jointrauchenden Personen eine LSD-Konsumentenrunde getextet.

Natürlich ist die Behauptung, dass Cannabis Psychosen auslösen würde totaler Schwachsinn. Zum einen hätte Mensch das über die 4000 Jahre Nutzung gemerkt, zum anderen gibt es eine aktuelle Studie an 600.000 Briten, über einen Zeitraum von 10 Jahren, bei dem sich die Rate der psychotisch Erkrankten nicht änderte – trotz zunehmender Cannabiskonsumentenzahlen.

Woran merken wir, dass Galileo nicht richtig Recherchiert?

Hier ist schonmal die Quelle zu der oben gemachten Aussage. Diese ist auf Juni 2009 gesetzt. Im allgemeinen findet man diesen Beitrag im Internet. Wenn Redakteur seine Recherchen vor einem halben Jahr aufgehört hat, konnte er diesen unschlagbaren Artikel nicht finden.

Quelle: Frisher M, Crome I, Martino O, Croft P. Assessing the impact of cannabis use on trends in diagnosed schizophrenia in the United Kingdom from 1996 to 2005. Schizophr Res, 26. Juni 2009
via AG Cannabis als Medizin

Woran merken wir das noch

Ich merke es daran, dass die ProSieben bzw. Galileo Redaktion noch nie mit dem Hanf Museum oder der Hanfparade Kontakt aufgenommen hat. Wie das beim Deutschen Hanfverband aussieht, kann ich nicht sagen, aber es wäre wohl bekannt. Auch bei dem Verein für Drogenpolitik, dessen Mitvorstand ich mittlerweile bin, haben die sich nicht gemeldet.

Vielleicht sollte ich denen mal einen Brief schreiben, ob die noch was merken…

Update

Ich habe einen Eintrag im ProSieben Communityforum gemacht und die Galileo-Redaktion per Kontaktformular angeschrieben, mal schaun, ob und was zurückkommt.

Weiteres Update

Die Zuschauerredaktion von ProSieben hat zurückgemailt:

Vielen Dank für Ihre E-Mail und Ihr Interesse an ProSieben.

Unter nachfolgendem Link können Sie sich den Beitrag gerne nochmals ansehen:
http://www.prosieben.de/wissen/multimedia/videos/artikel/50096/

Ihre Kritik leiten wir zu Kenntnisnahme selbstverständlich an die zuständigen Kolleginnen und Kollegen in unserem Hause weiter.

Wir wünschen Ihnen auch weiterhin viel Spaß mit unserem Programm.

Mit freundlichen Grüßen aus Unterföhring,
Ihre ProSieben Zuschauerredaktion

Langzeitstudie: Kein Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Schizophrenie

Logo von AbgeordnetenwatchIch habe am 16.8.2009 auf abgeordnetenwatch die Frage an unsere Drogenzarin Sabine Bätzing gestellt, ob sie denn schon die Studie zu Rauch-Hanf-Konsum und Schizophrenien (besser bekannt als Psychosen) schon kennt. Wie immer kannst du auch auf eine sinnvolle Antwort mit mir warten!
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Gewerkschaft der Polizei: Haschisch lässt Farben schmecken und Töne fühlen

Wer mal unreflektierte und völlig nonsense Propaganda von vor 50 Jahren lesen möchte, sollte zu dem Organ der Gewerkschaft der Polizei, Ausgabe Juni 2009, greifen.

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