USA: Forscher finden Fäkalien auf Medizinalhanf

Die Story dreht sich um Jessica Tonani, welche Forschenderweise Cannabisblüten – Medizinalhanf – analysierte. Medizinalhanf ist legal in 23 US-Bundesstaaten. In dieser Mission analysierte sie nicht wie sonst üblich die DNA-Sequenzen der Blüten, sondern untersuchte sie auf Verunreinigungen. Die Proben enthielten eine lange Liste unappetitlicher Dinge, darunter das Fekalbakterium Enterobacter asburiae und das Vaginalbakterium Gardnerella vaginalis. Das bedeutet kurz gesagt: Die Leute, die mit den Blüten umgehen, waschen sich nicht die Haende!

Die Ergebnisse finden sich auf der Webseite der Firma Analytical360, welche Auffordert, mehr solche Tests durchzuführen und zu veröffentlichen.

Tonani, hatte eine DNA-Sequenzing Firma gegründet, vor kurzem verkauft und hat ein persönliches als auch finanzielles Interesse an der Zukunft des Medizinalhanfes. Sie hatte vor mehr als einer Dekade sich dem Mittel zugewandt, infolge von Magenbeschwerden, die dazu führten, dass ihr ein Teil des Bauches entfernt werden musste. Mittlerweile sendet ihr betreuender Arzt die Patienten, die von Cannabis profitieren könnten, zu ihrer Beratung.

Es ist eine Ironie der politischen Legalisierungsart, dass in den USA mittlerweile Genusskonsumenten „saubereres“ Gras erhalten als Patienten, die es wirklich nötig haetten, und ihre Leiden das Zünglein an der Waage zur politischen Abstimmung waren. Zum Beispiel ist in Bundesstaat Washington Gesetz, dass die zwei dutzend Läden, in denen es Cannabis zu Genusszwecken zu kaufen gibt, ihr Cannabis auf Kontaminationen sowie den THC und CBD-Gehalt testen müssen. Es gibt diese Regel allerdings nicht fuer die mehr als 300 – alleine in der Gegend von Seattle – Medizinalhanfläden. Diese müssen noch immer in einer Art legalen Grauzone operieren, nachdem eine bundesstaatliche Abstimmung Anfang des Jahres scheiterte.

via BusinessWeek: Marijuana’s Buzzkill DNA: Biotech Researcher Finds Medical Pot Laced With Feces, 8.8.2014

Update

Im Jahre 2005 veröffentlichte Arno Hazekamp eine Untersuchung über Proben aus den Coffeeshops in den Niederlanden. Diese Proben enthielten auch Schimmel, einige Bakterien sowie Düngerrückstände. Das Paper kann hier eingesehen werden als PDF.

Es gibt auch Forschung über die Belastung mit Verunreinigungen im Cannabisrauch: Determination of Pesticide Residues in Cannabis Smoke; Nicholas Sullivan, Sytze Elzinga, and Jeffrey C. Raber; , Journal of Toxicology, Volume 2013 (2013), Article ID 378168, 6 Seiten.

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