5.-14.7. in Berlin: Austellung „Störmanöver an der Heimatfront“

Ausstellung Störmanöver an der HeimatfrontDie Wanderaustellung „Störmanöver an der Heimatfront – Krieg beginnt hier – Widerstand auch“ ist endlich in Berlin angekommen und vom 5.-14.7.2014 in der New Yorck im Bethanien (Mariannenplatz 2a) zu sehen! Die Austellung zeigt Texte, Bilder und Visual-/Audio-Installationen zum Thema Militarisierung und antimilitaristischer Widerstand.

Das neues Kriegsspielzeug natürlich zuerst in der „Drogenfahndung“ getestet wird, ist ja nichts neues, und der militarisierte Krieg gegen die Drogen ja auch nicht – deswegen ein interessante Ausstellung.

Die Öffnungszeiten sind jeden Tag ab 17.00 Uhr, Schluss ist, wenn Veranstaltungen laufen: dann Open End/ wenn nicht bis 20 Uhr. Am Montag, den 14.7. ist das Finale der Austellung mit einer DiskussionsVeranstaltung-während des A Cafes-zum diesjährigen „War starts here Camp (17.-25.8.2014)“ und dem Programmpunkt Militarisierung nach Innen und Aussen- Was bedeutet das?!

Wem Berlin zu weit weg ist – gibt es hier auf Youtube ein Video über die Ausstellung:

via warstartsherecamp

Dana Beal: What means GMM to Legalization? Global Marijuana March from the begining to now

This interview was made for the „Soft Secrets“ Magazine, shortened publication is planned. Rights reserved by Soft Secrets – ask Robert Brungert robrungi@yahoo.de for any questions.

Dana Beal: What means GMM to Legalization?

Global Marijuana March from the begining to now

Author: Robert B.

Today I am talking with Dana Beal. He is one of the leading Hemp Legalizers from the USA. In 1999 Dana created the Million Marijuana March (MMM). This event is named in 2002 Global Marijuana March (GMM). During years the Event managed itself all over the world and this year in the first Saturday of May hundreds of thousands of People came to GMM in hundreds of Cities. In Germany there were more than 15 GMMs. It is a worldwide popular and important event and so I am asking some Questions.

Let it be free.

Dana Beal, you are 67 years old, 1999 you were 52 years old, this means in 1967 you were 20. Were you one of the Hippies?

„The hippies were a product of LSD, who opposed the war in Vietnam and the police state measures taken against psychedelic drugs and marijuana.

When did you start your work?

Foto von Dana Beal

Foto von Dana Beal

„1967 was the ‚Summer of Love‘.“ We did the first Smoke-ins in Tompkins Park in the Lower East Side of New York. We decided cannabis would be easier to legalize than LSD. But Vietnam overshadowed everything, even though we did the first national smoke-in to bring people to the Levitation of the Pentagon in October of ’67. When Abbie Hoffman asked me to join the Yippies in January, 1968, he wanted the toker legions to come to the protests he was planning for the Chicago Democratic Convention in August. But lighting up guaranteed the cops would break heads, and Richard Nixon became President. Nixon was an outright fascist who sought to link the anti-war pot smokers with the blacks using heroin in the ghettos, and created the DEA and the Controlled Substances Act.)

There was a lot of sentiment for legalisation…why didn’t it work?

„At the 1972 Demcratic Convention in Miami, I confronted George McGovern at his campaign HQ about the reports of CIA heroin in Vietnam, and asked how we could protect millions of people who already smoked pot from being exposed to hard drugs supplied by OUR OWN GOVERNMENT unless we legalized marijuana and sell it over the counter. McGovern said he’d personally spoken out against CIA heroin on the Senate floor–but he was not ready to embrace the Dutch model of separating marijuana and hard drugs. So Richard Nixon was re-elected. He had already turned down the legalization recommendation of his own Schaeffer Commission in order to exploit the culture wars for political gain, but he was soon impeached.

„A few weeks after Nixon resigned, Howard Lotsof told me ibogaine had cured his heroin addiction and he’d confirmed the same effect in 7 other people in the early 60’s. So I thought, here is another way to protect cannabis culture even if we can’t legalize. Then in November the Democrats won a huge majority in Congress, and Keith Stroup of NORML went to work finding a democratic candidate who would decriminalize: Jimmy Carter. It looked like pot would be legal in 18 months. But the movement got ahead of itself and decided to legalize cocaine also. In the summer of 1978, Carter’s drug Czar Peter Bourne was outed for doing coke at a NORML party, and the whole thing fell apart. The founder of HIGH TIMES,Tom Forcade, committed suicide, and we had to stop junkies in the art department from putting heroin on the cover of the magazine.“
Continue reading

Weltdrogentag am 26. Juni – Lasst uns über Drogen reden!

Die Kampagne des Polnischen Netzwerkes für Drogenpolitik „Lasst uns über Drogen reden“ startet am 26. Juni, dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen Weltdrogentag. Teil der Kampagne werden Poster und Werbeflächen in der Bahn und den Bussen von Warschau an diesem Tag sein. Die Kampagne ist Teil einer größeren Kampagne, die überall auf der Welt stattfindet.

Professor Monika Płatek, Professor Viktor Osiatyński, beides Spezialisten im Gebiet der Suchtforschung, die Musiker Stanistaw Soyka, Tomasz Stańko, Michał Wiśniewski, Sänger Natalia Przybysz, die Journalisten Jacek Żakowski znd Anna Wendzikowska, als auch Schauspieler Redbad Klynstra sind nur ein paar von den vielen polnischen Prominenten und Wissenschaftlern, die sich an der Kampagne „DURCHBRECHEN WIR DIE STILLE. LASST UNS ÜBER DROGEN REDEN“ beteiligen.

Ähnliche Aktionen finden in London, Paris, Warschau, Mexiko Stadt, Kathmandu, Rom, Phnom Penh, Tbilisi, Kuala Lumpur, Moskau und weitere 70 anderen Städten statt.

In Polen wird das Polnische Netzwerk für Drogenpolitik eine Kampagne gestartet, die auf eine Reform der Drogengesetzgebung abzielt. Wie auch in Polen, so auch in anderen Ländern, werden junge Menschen, die mit Drogen erste Erfahrungen machen, immer mehr Opfer der Strafverfolgung und der daraus entstehenden Konsequenzen, als Probleme mit der Mafia oder der Droge zu bekommen. Als Konsequenz finden sie sich selbst im Gefängnis wieder, haben danach Probleme eine Arbeit zu finden, … Der Bericht der EMCDDA in 2008 zeigt, dass die Anzahl der entdeckten Straftaten im Zusammenhang mit Drogenbesitz um 1648% gestiegen sind! Die überwiegende Mehrheit dieser Fälle sind junge Menschen oder Abhängige, die keine ernsthaften Verbrechen im Zusammenhang mit Drogen begangen haben.
Continue reading

Studie zeigt, dass Alzheimer durch Verlust von Cannabinoiden verursacht sei

Erste Anzeichen von Alzheimer könnten durch die Blockade der gehirneigenen Cannabinoide verursacht werden, so eine neue Studie aus der Universität von Stanford.

Klumpen von Proteinen, die sogenannten Beta-Amyloide Plaque, sind die primären Anzeichen der Alzheimerkrankheit. Seit langem wissen die Forscher, dass diese Klumpen die Signale des Gehirns verändern – aber sie wussten nicht wie.

Nun hat ein Team der Universität von Stanford an der Medizinschule die Effekte der Plaque auf die endogenen Cannabinoiden im Gehirn untersucht. Diese Substanzen werden vom Gehirn hergestellt und ähneln den Substanzen im Cannabis. Neben vielen anderen Funktionen spielen Cannabinoide eine wichtige Rolle beim Speichern von Informationen und dem Lernen.
Continue reading

Neue Westfälische Herford: Journalisten müssen nicht recherchieren können

Hier wieder eine gute Idee für Menschen, die einen einfachen Job suchen bei dem man nicht viel machen muss. Die Lokalredaktion Herford der Neuen Westfälischen. Ich schrieb diese Zeitung im März an, das sie in dem Bericht über Cannabis Social Clubs einen Fehler gemacht haben. Bislang kam darauf keine Antwort – also eine Kopie davon und Beschwerde an den Presserat.

Hier meine Kritik an dem Artikel der Neuen Westfälischen Herford. Ich bin mir nicht sicher, warum man auf diese nette eMail nicht antwortet:
Continue reading

Schikane gegen die deutsche Hanfindustrie

steuerpruefung-hanffaser-uckermarkVor einigen Tagen war ich noch auf dem Hof der Hanffaserfabrik Uckermark zur genossenschaftlichen Vollversammlung, denn das Hanf Museum ist dort Mitgenossenschafter, und nur wenige Tage später stand schon die Steuerprüfung im Haus. Auffällig ist, dass das Unternehmen sehr oft geprüft wird. Nach Aussage der Hanffaser war die Prüfung auf zwei Tage angesetzt, aber schon nach zwei Stunden abgeschlossen. Das lässt auf eine akkurat und saubere Buchführung schliessen.

Auch wurde auf dem Treffen berichtet, dass die zuständigen Lokalbehörden immer wieder Anträge verschleppen bis die Aussaat unmöglich ist.

Mich würde interessieren, ob auch andere Hanfbauern und Verarbeiter so oft geprüft und hingehalten werden.

Hanffabrik wurde schon wieder mit einer Prüfung schikaniert.
Seit 18 Jahren werden wir permanent geprüft und kontrolliert.
Die heutige Umsatzsteuer-Prüfung war für 2 Tage angemeldet, nach 2 Stunden war alles fertig. Ergebnis: i.W. alles in Ordnung („iO“)
Hier eine Übersicht der letzten Prüfungen:
21.05.14 Finanzamt UmSt-Prüfung / alles iO
29.04.14 Kontrolle Hygiene / alles iO
11.02.14 Finanzamt UmSt-Prüfung / alles iO
20.01.14 Polizeivernehmung zum Hanfbesitz / alles iO
13.01.14 BLE-Prüfung für Hanfverarbeiter / alles iO
17.12.13 BLE-Prüfung für Hanfverarbeiter / alles iO
26.-27.11.13 BLE-Prüfung für Hanfverarbeiter / alles iO
27.11.13 Kontrolle zur Biozertifizierung / alles iO
28.09.13 Futtermittelüberwachung / alles iO
20.08.13 THC-Kontrolle der Hanfplanzen / alles iO
17.04.13 Saatgutverkehrskontrolle (Hanf) / alles iO
01.-18.04.13 Prüfung Genossenschaftsverband / alles iO
19.03.13 Hanf-Inhaltskontrolle BLE / alles iO
28.-31.01.13 BLE-Prüfung für Hanfverarbeiter / alles iO
05.-23.11.12 Finanzamt Bilanzprüfung (3 Wochen) / alles iO

FHXB Museum: Legalize it?! oder mit Drogen Politik machen?

Veranstaltung im Friedrichshain Kreuzberg Museum: Legalize it?! Tagung zur DrogenpolitikMittwoch, den 28. Mai 2014 – Legalize It!? Tagung im FHXB Museum

Aus der Ankündigung:

Der illegale Drogenhandel im Görlitzer Park und das gerade aufgelöste Protestcamp der Lampedusa-Flüchtlinge auf dem Oranienplatz stehen im Zentrum des öffentlichen Interesses an Kreuzberg. Beide Themen sind miteinander verwoben und im Nukleus auf das globale Problem der Armutsmigration und der Unverhältnismäßigkeit der Verteilung von Ressourcen zurückzuführen. Mit der Tagung „Legalize it?!“ möchten das FHXB Museum und das Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung die aktuelle Situation analysieren und realistische Lösungsstrategien entwickeln. Hierzu laden wir Politiker_innen, Historiker_innen, Aktivist_innen und sozial Engagierte zur Diskussion ein. U.a. werden Prof. D. J. Korf von der Universität Amsterdam und Dr. Dominic Corva vom Think Tank: Center for the Study of Cannabis and Social Policy, Seattle über ihre Erfahrungen mit der Legalisierung weicher Drogen berichten. Das ausführliche Programm finden Sie hier. Anmeldungen (es gibt begrenzte Plätze!) nehmen wir gern auch schon jetzt entgegen.

Meine Kritik an der Veranstaltung Legalize it?! des Friedrichshain-Kreuzberg Museums

Folgendes übersendete ich den Organisatoren privat per eMail und sehe damit die Diskussion als eröffnet an:

Werte Damen und Herren,

hiermit möchte Ich Ihnen eine fachliche Kritik an der Tagung übersenden.

Ich persönlich finde es sehr schade, dass auf dem Podium keine Uservertretung sitzt.

Auch finde ich das Start-Seminar der „rebellischen Jugend in Kreuzberg“ unpassend. Die herrschende Drogenpolitik ist aus rassistischen Ansichten vor über 100 Jahren entstanden, und dies geht mir aus dem Programm zu wenig hervor. Wir haben ein Gesundheitsproblem und kein Jugendproblem.

Meiner Meinung nach befinden Sie sich mit dem Text “
Der illegale Drogenhandel im Görlitzer Park und das gerade aufgelöste Protestcamp der Lampedusa-Flüchtlinge auf dem Oranienplatz stehen im Zentrum des öffentlichen Interesses an Kreuzberg. Beiden Themen sind miteinander verwoben und im Nukleus auf das globale Problem der Armutsmigration aufgrund der Unverhältnismäßigkeit der Verteilung von Ressourcen zurückzuführen. Als traditioneller Ort des Protestes und der Toleranz hat Kreuzberg Signalcharakter auch im Umgang mit diesen beiden Themen.

völlig auf dem Holzweg, und zwar aus dem folgenden Grund. Drogen sind illegalisiert, und diese Menschen sind illegalisiert. Von der Spaltung des Protestcamps in Flüchtlinge ohne Papiere und die sogenannte Lampesua-Gruppe durch die Administration mal ganz zu schweigen.

Beide Themen sind aus historisch gewachsenen, rassistischen Motiven illegalisiert. Das ist keine Armutsmigration, das ist die einzige Möglichkeit der „Illegalen“, den „illegalen Markt“ zu bedienen, da sie aus den historisch-rassistischen Motiven hier nicht legal arbeiten dürfen. Für EU-Ausländer, oder Drittstaaten mit Vertrag, auch aus wirtschaftlich schwächeren Gebieten, gilt dies nicht, da diese ja Arbeiten dürfen.

Hinsichtlich der Signale: Es ist überaus hochnäsig und vermessen, anzunehmen, die Jugend oder junge Menschen würden sich an irgendwelchen Politikern orientieren. Es lässt eher einen Zweifel von Realitätssinn aufkommen.

Hinsichtlich der Bürgermeisterin Herrmann: Sie hat in der Zeitung angegeben, dass in dem Görlitzer Park auch andere Drogen neben Cannabis gefunden worden und damit eine „rote Linie“ (warum keine weisse?) Überschritten wurde und nun wieder mehr Repression stattfinden muss.
Ich bin der Meinung, dass wenn man an den Bundestag absperren würde und die Anwesenden Durchsuchen würde, würde man sicherlich die gleichen „bösen“ Substanzen sicherstellen können.

Ich frage mich: Soll hier Drogenpolitik gemacht werden, oder mit Drogen Politik?

mit freundlichen Grüßen,

Abgeordnetenwatch: Es gibt keine Cannabis-Präventionsprojekte in Deutschland

Vor kurzem erhielt ich den Newsletter der Drogenbeauftragten, in der wieder die Cannabisprävention in Deutschland hervorgestellt wurde. Ich frage mich aber dann: Welche Prävention? Wenn man sich die Webseiten des BMG oder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung anschaut, findet man nur „Interventionsprojekte“, dh. wenn die Person durch ihren Konsum auffällig geworden ist. Deswegen die Frage auf Abgeordnetenwatch an die Drogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU):

Am 26.9.2014 erreichte mich eine Antwort. Du findest sie hier weiter unten auf dieser Seite:

Die Anfrage

Werte Frau Mortler,

sie schreiben in Ihrem Newsletter vom 30.4. zur aktuellen Pressemitteilung zur Rauschgiftlage, dass die Prävention nicht nachlassen dürfte.
Ebenso betonen Sie immer wieder, wie wichtig Prävention auch in Sachen Cannabis sei.
Dem kann ich nur zustimmen.

Allerdings kann ich keinerlei Präventionsprojekte auf ihrer Webseite, unter Cannabis (siehe goo.gl ) oder der Bzga/drugcom finden.

Die auf ihrer Webseite gelisteten Projekte (wie folgt) sind alle Interventionsprojekte aber keine Präventionsprojekte – wie kommt das?

„AVerCa – Aufbau einer effektiven Versorgungsstruktur zur Früherkennung und Frühintervention jugendlichen Cannabismissbrauchs; FreD goes net – Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten in Europa; Fünf-Länder-Projekt INCANT; Bundesweit: Cannabisausstiegsprogramm „quit the shit“; Realize it!; CANDIS; CAN Stop“

mit freundlichen Grüßen

Die Antwort

Die Antwort erreichte mich am 26.9.2014:

Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Interesse an der Sucht- und Drogenpolitik der Bundesregierung.

Im Unterschied zu den von Ihnen genannten Projekten zur Frühintervention für Cannabiskonsumierende sind Projekte zur universellen Suchtprävention und Gesundheitsförderung suchtstoff- bzw. suchtverhaltensübergreifend angelegt. Um möglichst wirksam zu sein, erfolgen Präventions-Maßnahmen nicht defizitorientiert, sondern versuchen die vorhandenen Potentiale zu stärken. Der nicht nur in Deutschland favorisierte Ansatz richtet sich deshalb auf die Förderung von Lebenskompetenzen. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge gelten Lebenskompetenzen als wichtige Ressourcen, um Alltagsbelastungen und entwicklungstypische Anforderungen angemessen bewältigen zu können, ohne auf eventuell riskantes Verhalten zurückgreifen zu müssen. In Deutschland gibt es schon seit geraumer Zeit eine ganze Reihe von Programmen und Kursen zur Lebenskompetenzförderung. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat die wichtigsten Ansätze und Programme bereits 2005 im Band 6 der Reihe Gesundheitsförderung konkret in einer Übersicht zusammengetragen („Gesundheitsförderung durch Lebenskompetenzprogramme in Deutschland. Grundlage und kommentierte Übersicht“).

Aus diesen Gründen werden Sie eine spezifische „Cannabisprävention“ nur in Form vereinzelter Projekte finden. Sofern Sie die Vermittlung von Wissen zu Cannabis (und anderen einzelnen Sucht-stoffen oder Suchtverhalten) als Bestandteil von Prävention sehen: Die BZgA informiert auf www.drugcom.de regelmäßig auch zu aktuellen Forschungsergebnissen im Bereich Cannabis und stellt mit dem Drogenlexikon auf dieser Plattform ständig aktualisierte Informationen zur Verfügung.

Ich hoffe, dass ich Ihnen Ihre Frage „Wie kommt das?“ mit diesen Informationen ausreichend beantworten konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Marlene Mortler
Drogenbeauftragte der Bundesregierung

Das sieht mal nach einer Antwort aus, die nicht aus dem üblichen „4-Säulen-Modell“-Vorlagen-geklicke besteht. Das ist doch schon mal sehr erfreulich. Schön ist auch zu sehen, dass Frau Mortler bestätigt, dass die genannten Programme keine „Präventionsprogramme“ sind, sondern Programme der „Frühintervention“. Daran werde ich die lokalen Drogenberatungen usw. erinnern, wenn sie wieder Intervention mit Prävention verwechseln.

Kein Durchbruch: Cannabis-Öl bei Krebs

Und mal wieder ist eine Welle an esoterischen Marktschreiern im Internet unterwegs, die den Leuten Rick-Simpson Cannabisöl andrehen wollen. Dieses Mal von der Ecke „brudertaktier“, einem Webblog. In den USA reden die Übrigens nur noch von CO2-Extrahiertem Cannabisöl, und nicht dem dunklen Lösungsmittelöl (Alkohol). Ganz einfach daher, da CO2 weniger bedenkliche Rückstände hinterlässt. Auch weis man NICHT bei einem solchen Öl vom Schwarzmarkt, ob das Ausgangmaterial sauber von Streckstoffen oder gesundheitsschädlichem Schimmel ist.

Da Cannabis illegal ist, und es dafür auf dem Schwarzmarkt einen großen Preis gibt, erscheinen nun die Euro-Zeichen in den Augen der Leute, die es propagieren, ohne einen ansatzweisen wissenschaftliche Hintergrund zu haben. Anstelle dessen wird das Gehirn ausgeschaltet und auf Quacksalber gehört.

Für das Reichwerden gibt es nur eine Regel: Man muss es wollen und tun! Retweetet von brudertaktiker; 6.5.2014

Leute – ihr Spielt mit dem Leben von unter Umständen totkranken Personen! Und vielen Dank auch an die Politik, die verzweifelte Menschen – Patienten – in die Hände von Quacksalbern treibt!

Eine gute Übersicht von Dr. Franjo Grotenhermen, wo die Forschung steht, findest du in dem grow!-Artikel „Cannabis bei Krebs“.

Android: Faster BTCJam

Update

BTCJam is not longer working! Do not use!

Here is something else than normal for this Blog: An Android App. The app „Faster BTCJam“ allows you to navigate the BTCJam website faster. Iam just figuring out how to use the app builder software in the Internet. Have fun!

BTCJam is the first peer-to-peer lending network powered by Bitcoin.

Screenshot of the Faster BTCJam app for Android

Screenshot of the Faster BTCJam app for Android

Mythos: Die erste Jeans war aus Hanf

Ich bin ja immer etwas Neugierig und suche mir seltsame Geschichten aus denen ich nachgehen kann. Es gibt einen populären Mythos rund um Hanf, dass Levi Strauss seine ersten Jeans aus Hanf gemacht hätte. Das ganze kommt aus Jack Herer’s Buch. Zum Hintergrund muss man wissen, dass der Begriff „Canvas“ eher eine Webart als ein Material bezeichnet.

Levi Strauss war in der Goldgräberzeit vor Ort und verkaufte Kolonialwaren an die Goldgräber. Unter anderem auch Hosen. Der Mythos sagt nun, dass Strauss übrig gebliebenen Segelstoff umgeschneidert hätte zu den nun bekannten Jeans.

Ich habe also bei dem Levi Strauss Museum nachgefragt, und die haben mich auf die Firmenhistorikerin von Levi Strauss verwiesen, die geforscht hat. Es wurde mir geschrieben, dass die erste Jeans, bekannt durch die Nietenverstärkung, nicht aus Hanfstoff gemacht worden sei, sondern schon immer aus blau gefärbtem Baumwollstoff.

Auch die Hosen, die Strauss vorher in seinem Laden verkaufte, seien nicht aus Hanf gemacht worden sein und seien auch nicht besonders gut gelaufen.

Jack Herer schrieb in seinem Buch, dass Canvas ja Cannabis bedeuten müsse, und deswegen der Stoff unbedingt Hanf gewesen sein musste.

Allerdings gibt es darauf keine Hinweise oder Belege. Eher gibt es Belege, dass Canvas schon immer die Webart bezeichneten und nicht das Material.

Zur weiteren Recherche: Ich habe vor über einem Monat 15 Webseiten angeschrieben, welche in Google unter „Hanf“ + „Jeans“ zu finden waren und diesen Mythos auf ihrer Webseite haben. Davon haben zwei geantwortet, die auch keine andere Quelle als Jack Herer haben. Die Redaktion von „Planet Wissen“ verwies mich auf den Autor des Videos, welcher aber auch keine andere Quelle als Jack Herer angeben konnte. Die Fachstelle Naturfasern hat bislang nicht geantwortet. Vom Nova Institut kam die Antwort, dass sie auch keine anderen Quellen hätten.

Es gibt auch eine Story, dass das Archiv abgebrannt sei. Aber auf der Levi-Firmenseite gibt es ein PDF, welches sagt, dass eine der ersten Jeans in einem feuersicheren Tresor aufbewahrt werde. Also können ja doch nicht „alle Beweise“ vernichtet worden sein.

Ergebnis: Es ist eine schöne Geschichte, aber leider bleibt sie nur eine Geschichte.

Auf der anderen Seite wurde mir vom Museum mitgeteilt, dass „Hanf-Fans“ die Museumsmitarbeiter angefeindet hätten, da sie den Beweis nicht erbringen würden. Es scheinen sich Personen in eine Ideologie hineinzusteigern, die sich dann in solchen mehr oder weniger verbalen Gewaltausbrüchen äussern, wenn das Weltbild angegriffen wird. Ich finde es beschämend für eine Bewegung, wenn soetwas passiert!

Auf einer sachlichen Ebene muss man auch akzeptieren können, wenn es für eine Theorie keine Beweise gibt. Deswegen nennt sie sich Theorie und nicht Fakt oder Dogma.

Quelle:

Zeit zur Beantwortung der IFG-Anfrage nach „High Level“ Vorbereitungsdokument der UNODC läuft aus

Ich habe am 10.3.2014 auf fragdenstaat.de eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz nach einem 22-seitigen Dokument der UNODC gefragt, welches für die „High Level“-Meetings der Regierungen auf der letzten Suchtstoffkonferenz vorbereitet wurde. Dieses Dokument soll Empfehlungen für die Regierungen enthalten. Unter anderem soll darin geschrieben stehen, dass „[d]ie Entkriminalisierung des Drogenkonsums [kann] ein effektiver Weg sei [sein], um Gefängnisse zu entlasten und die zugewiesenen Mittel für Behandlung und Rehabilitation zu nutzen“. In weniger als 6 Stunden läuft nun die Frist zur Beantwortung ab.

Ich bin gespannt auf die Antwort und wann sie kommt. Ich gehe auch gerne wieder im Gesundheitsministerium vorbei und fotografiere mir alle Akten.

PotCoin, eine neue Währung gegen den „Krieg gegen die Drogen“

potcoin_accepted_here_webIch möchte gerne bald mein legales Gras mit einem digitalen Geld bezahlen, und damit das geht, haben sich jetzt Leute den PotCoin ausgedacht. PotCoin ist eine sogenannte Kryptowährung, also eine elektronische Währung, die Werte durch mathematische Berechnungen darstellt und absichert. Ähnliche Beispiele sind BitCoin und AuroraCoin. Insbesondere die Abgabestellen für Medizinalhanf in den USA haben ein großes Geld Problem: Sie können es nicht bei den Banken einzahlen. Dennoch sind die Cannabisblüten ein legales Produkt nach Bundesstaatgesetz. Wenn die Banken das Geld annehmen würden, würden sie sich unter Förderalgesetzen der Geldwäsche im Drogengeschäft strafbar machen. Nun müssen die Abgabestellen große Mengen Bargeld horten und haben Angst vor Überfällen. Aber auch auf allen anderne Ebenen des Cannabismarktes kann eine elektronische Währung helfen.

PotCoin wurde entwickelt, um die Cannabisgemeinschaft bei ihren täglichen Geldgeschäften zu unterstützen. Auf jeder Ebene der exponentiell wachsenden Hanfindustrie soll PotCoin für Vertrauenswürdigkeit, Stabilität und Sicherheit stehen.

Die Übertragung der Beträge erfolgt direkt von Teilnehmer zu Teilnehmer (Peer-to-Peer). Dadurch werden die beim herkömmlichen Bankverkehr üblichen Zwischenschritte und auch Finanzbehörden umgangen.

Selbst wenn die Banken auch unter Föderalgesetzen das Geld annehmen könnten, so ist und bleibt PotCoin noch immer eine gute Kundenbindung.

Ich probiere gerade das PotCoin aus. Dazu habe ich mir erstmal die Software Geldbörse, im Jargon „Wallet“, von der Webseite PotCoin.info für mein Betriebssystem geholt. Dort kann man nun Empfangsaddressen einrichten, und sich die ersten „kostenlosen“ PotCoins von einem Faucet, einer „Vergabestelle“ geben lassen.

PotCoins kann man nicht nur mit anderem Geld kaufen, man kann sie auch „growen“, so die Umgangssprache dafür. Bei anderen Kryptowährungen dieser Art wird das „Minen“ genannt, von (Gold-)schürfen im Englischen „to mine“. Dieser Vorgang verbraucht Strom und damit werden mathematische Berechnungen für das Netzwerk durchgeführt. Dafür benötigt es eine Miner-Software. Wenn man eine moderne Grafikkarte sein Eigen nennt, so kann man diese Software dort ausführen und auf einen Grow-Pool einrichten. Dann wachsen auf der Grafikkarte PotCoins.

Zusammen ist man ja immer stärker, das gilt auch bei der Berechnung von PotCoins. So rechne ich auf dem Hashfast-Pool für PotCoins mit.

Wenn du jetzt PotCoins dein Eigen nennst, möchte man damit ja auch was machen. Du könntest zum Beispiel dem Hanf Museum in Berlin oder der Hanfparade ein paar POT’s spenden. Oder du kaufst auf dem Cannabay dafür ein, dort gibt es diverses. Einen Hanfsamenhändler, der neben BitCoins jetzt auch PotCoins annimmt gibt es auch schon. Weiterhin einen Bongverkäufer auf dem europäischen Kontinent.

Die Gemeinschaft trifft sich auf dem PotCoin-Reddit, dort gibt es immer wieder neues rund um das Thema PotCoin. Dazu kommen IRC-Chatkanäle. Also eine recht schwungreiche Gemeinschaft.

Technische Hintergrundinfos:

  • PotCoin, ein Kryptowährungssystem auf Litecoinbasis mit scrypt-Algorythmus. Eine bewährte Technik, bei der man noch mit einer GPU zu Hause mitrechnen kann.
  • maximal 420,000,000 Coins kommen in Umlauf. Wurden alle generiert, steigt der Wert der einzelnen Coins
  • alle 40 Sekunden gibt es einen neuen Block, d.h. Transaktionen werden in diesem Zeitraum überprüft. Das ist schneller als bei Bitcoin
  • Marktkapitalisierung bei knapp 400.000 US$ über 500.000 US$
  • Rechtlich bislang wie Bitcoin, dh. die PotCoins werden steuerlich gehandhabt wie Gold

gridseed-miner-5chip-gc3366

Der Autor überschaut den Grow an PotCoins auf einer GPU, Gridseeds, Blades und anderen im Hanf Museum in Berlin. Wer das Hanf Museum dabei Unterstützen möchte, kann dies zb. durch eine Spende an die folgende PotCoin-Addresse: PHanfSCSf8QNhmkoK2wxmjfDdguURoC7E9
Der Autor nimmt gerne Anfragen zum Thema entgegen.

Wenn ihr eine neue solche Währung seht, gebt mir Bescheid mit einer kurzen eMail! Ich würde mich sehr darüber freuen.

Einige der oben genannten Cryptocoins könnt ihr auf dieser Tauschbörse bekommen:

Bleutrade Cryptocurrency Exchange

Tschechische Republik: Gesundheitsminister sagt Israels Medizinalhanfprogramm sei „Inspirirend“

Wikipedia, OISV: Svatopluk_Nemecek_2014Der Gesundheitsminister der Tschechischen Republik, Svatopluk Němeček, war zu Besuch in Israel, um sich dort über das Programm für medizinisches Cannabis zu informieren. Er nannte das Programm „inspirirend“ für die Verwendung von Cannabis im eigenen Land.

In der Tschechischen Republik ist die medizinische Nutzung möglich, aber der Anbau für den eigenen Bedarf ist weiterhin illegal. Bis jetzt gibt es nur eine tschechische Firma, welche die Lizens für den Import von Medizinalhanf erhalten habe.

via Radio CZ: Health minister returns from Israel cannabis mission

Kanada: Sieg vor Gericht für Bestandspatienten, die Cannabis anbauen

Grafik Grüne Flaschen für medizinisches CannabisKanada: Die Pläne der konservativen Regierung, den Cannabisanbau mit Firmen zu zentralisieren und kontrollieren, ist mit einem Urteil vom Freitag den 21.3.2014 erstmal verlangsamt. Das Gericht entschied, dass zumindest Bestandspatienten ein Recht auf ihre kostengünstige Medizin haben.

Richter Michael Manson erließ einen Beschluss, welcher die Patienten, die schon eine Genehmigung zum Besitz und zur Produktion von medizinischem Cannabis haben, von den neuen Regeln ausnimmt. Nach den neuen Regeln wäre der Anbau von Cannabis illegal.

Eine Gruppe von Patienten hinter einer Verfassungsklage fragte nach einem vorläufigen Beschluss, um den Status Quo zu erhalten, bis ihre Fälle vor Gericht behandelt wurden.

Die Förderalregierung hatte im letzten Jahr angekündigt, die Produktion von medizinischem Cannabis zu überarbeiten, da das derzeitige System ausser Kontrolle gewachsen sei.

Die laufenden Gerichtsverfahren der Patienten argumentieren mit ihrem Recht auf Zugang zu der wichtigen Medizin, da diese im neuen System höchstwahrscheinlich deutlich teurer werden wird. Sie beschweren sich auch darüber, dass sie nicht ausreichende Kontrolle über die Sorte ihrer Wahl haben werden.

Richter Manson schriebn: „Diese Gruppe würde unreparabel geschädigt durch die Effekte der neuen Regeln.“

John Conroy, der Anwalt, der die Patienten vertritt, sagte, dass sie ganz klar ein Recht auf ihren Zugang zu medizinschem Marihuana haben, dass sie sich auch leisten können.

„Ökonomischer Zugang zu einer Medizin ist ein wichtiger Faktor, und keine Lösung für alle anzubieten, ist keine Lösung.“, so Conroy in einem Interview.

Conroy sagte, es sei nicht klar, wie der Richterspruch sich auf die neuen Patienten, die medizinisches Hanf brauchen, aber noch nicht lizensiert sind, auswirken wird. Es kann sein, dass diese gezwungen werden, sich auf dem kommerziellen Markt einzudecken.

Kanada regulierte medizinisches Marihuana im Jahre 2001, ein Jahr nachdem ein Gericht in Ontario entschied, dass die Gesetze dieser Zeit gegen die Rechte kranker Personen verstosse, die dieses benötigen um ihre Symptome zu lindern.

Die Zahl der lizensierten Personen, denen es erlaubt ist zu Besitzen – und oft auch der Anbau – hat sich auf 37.000 in diesem Jahr erhöht gegenüber weniger als 100 im Jahr 2001. Die Regierung sagt, die aktuellen Lizensen umfassen etwa 3,5 Millionen Pflanzen.

via ctv news: Medical marijuana users can continue to grow their own pot: court

UNODC Arbeitsgruppe sagt Kriminalisierung wäre „nicht hilfreich“

Ja, du liest richtig. Die globale Anti-Drogenbehörde denkt, die Kriminalisierung von Drogen wäre keine gute Idee.

Wie die Drug Policy Alliance (DPA) schreibt:

„Heute hat eine Arbeitsgruppe des des UNO-Büros zur Drogen und Verbrechensbekämpfung angekündigt, grundlegend neue Empfehlungen auszusprechen, welche die Strafverfolgung für Drogengebrauch in Frage stellt. Die wissenschaftliche Beratergruppe zu Drogenpolitik, Gesundheit und Menschenrechte der UNODC – unter anderem Nora Volkow, Vorsitzende des Nationalen Instituts gegen Drogenmissbrauch (NIDA) der USA – werden ihre Empfehlungen auf dem High Level Meeting der 57. Internationalen Suchtstoffkonferenz vorstellen. Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe sagen „strafrechtliche Verfolgung ist nicht hilfreich“ und sprechen damit den Drogengebrauch und -mißbrauch an.“

Die DPA war sehr Glücklich dies zu Hören: „Es gibt einfach keine wissenschaftliche Basis in der Wissenschaft, Gesundheit oder Ethik um jemanden bloß wegen Drogenbesitzes in das Justizsystem zu verfrachten.“ so DPA Sprecher Ethan Nadelmann. „Hoffentlich helfen die Empfehlungen der UNO, den globalen Trend hin zu einem Ende der Kriminalisierung des Drogenkonsums und -besitzes. Dies würde in den Vereinigten Staaten einen enormen Unterschied ausmachen.“

Die Empfehlungen der UNO sind damit Konsistent mit denen der Globalen Kommission zu Drogenpolitik und überraschen weit gefasst. Eine große Gemeinde hat sich gesammelt, welche für die Drogenentkriminalisierung spricht, darunter die Amerikanische Organisation für Gesundheit, die Organisation der Amerikanischen Bundesstaaten, das Internationale Rote Kreuz und des Roten Halbmondes, die NAACP, Human Rights Watch, die Amerikanische Vereinigung für Bürgerrechte (ACLU) und der Nationale Latinokongress.

Die Entkriminalisierung des Drogenbesitzes bringt mehrere Vorteile für die öffentliche Sicherheit und Gesundheit mit sich, darunter:

  • eine signifikante Senkung der Zahl der eingesperrten Personen
  • das Stigmata wird geringer – mehr Leute trauen sich, in eine Behandlung zu gehen, wenn sie Probleme haben
  • weniger Kosten im Strafrechtssystem
  • die Strafverfolgung kann sich echten Verbrechern widmen
  • die bisherigen Gesetze verstärken rassistische Verhaltensweisen durch Verhaftung, Strafe und gesundheitliche Beeinträchtigungen
  • schützt Personen vor den weitreichenden Folgen der Strafverfolgung

via Cannabisculture

UNO sagt zum ersten Mal: „Entkriminalisierung kann eine Lösung des Drogenproblems sein“

Reuters: „Die Entkriminalisierung des Drogenkonsums kann ein effektiver Weg sein, um Gefängnisse zu entlasten und die zugewiesenen Mittel für Behandlung und Rehabilitation zu nutzen“, sagt die internationale Organisation.
Die UN sagte in einem Dokument für ein Regierungsvertretertreffen nächste Woche in Wien, dass die Ziele im weltweiten Kampf gegen Drogen nicht erfüllt sind, und alles darauf hindeutet, dass die „Entkriminalisierung“ von Betäubungsmitteln eine Lösung sei.

UNODC lehnte es ab, den Dokumenteninhalt zu kommentieren, aber andere Quellen sind sich einig, dass dies das erste Mal ist, dass diese Behörde die Entkriminalisierung erwähnt. In dem 22-seitigen Bericht der UNODC skizzierte sie, dass die „Entkriminalisierung“ des Drogenkonsums ein effektiver Weg sein kann, um Gefängnisse zu entlasten und die zugewiesenen Mittel für Behandlung und Rehabilitation zu nutzen“

Der Bericht stellt fest, dass „es wichtig ist, sich auf den ursprünglichen Geist der Verträge zu konzentrieren: die Gesundheit. Vertragszweck ist nicht, einen „Krieg gegen Drogen“ zu führen, sondern die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschheit zu schützen.“

Das Dokument betont, dass die internationalen Vorschriften für Drogen ist flexibel genug seien um andere Maßnahmen, die sich mehr auf die Gesundheit und weniger auf Repression stützen, zu implementieren. Jedoch warnt UNODC, dass das untergraben der internationalen Drogengesetze alles noch schlimmer mache, denn der „unkontrollierten Zugang zu Medikamenten“ trage „das Risiko von einem deutlichen Anstieg des schädlichen Drogenkonsums.“

Es unterstreicht auch die Bedeutung der Prävention und Behandlung, und betont, dass die Menschenrechte immer eingehalten werden müssen, wenn es um die Bekämpfung von Drogen geht und kritisiert die Anwendung der Todesstrafe für Verkehrsdelikte (Handel) oder Drogenkonsum.

via 8.3.2014, LaVanGuardia

Update 10.3.2014

Ich habe eine Anfrage nach dem 22-seitigen Dokument per Informationsfreiheitsgesetz gestellt. Die Anfrage kann hier auf FragDenStaat mitverfolgt werden.

Befreite Dokumente: Widerspruch „von oben“ (dem BMG) gegen den Anbau von Cannabis bei medizinischer Indikation

Mich interessieren ja immer interne Dokumente der Behörden, insbesondere wenn es um die Cannabispolitik geht. Vor einiger Zeit, 2010, lief ein Verfahren in Köln, bei dem ein Patient, welcher von Cannabis als Medizin profitiert, sein Medizinalhanf selbst anbauen wollte. Eine Weisung des Bundesgesundheitsministeriums an das Bundesinstitut für Arzneimittel verhinderte dies, so die Presse. Nun habe ich per Informationsfreiheitsgesetz nachgefragt und mir diese Weisung übersenden lassen.

Sehenswert ist das unterstrichene „unverzüglich“! Man kann gerade zu sehen, wie die Prohibitionisten vor einem kranken Patienten, der seine Menschenwürde bewahren möchte, zittern.

Befreite Dokumente: Fax von Dr. E. Schmidt (BMG) zu Cannabisanbau im Fall Köln AZ 7K3889-09 – Widerspruch „von oben“ (dem BMG) gegen den Anbau von Cannabis bei medizinischer Indikation

Es folgt ein der Vorgang per FragDenStaat und dort auch Antwort. Oder hier als PDF.

covergrafik informationsfreiheits gesetz anfrage versagung anbauerlaubnis 2010 AZ Koeln 7K3889-09

Deutschland schafft die vier Säulen der Drogenpolitik ab?

Ich habe im letzten Monat eine Anfrage an unseren neuen Gesundheitsminister Gröhe gestellt, was er in Sachen organisierte Bandenkriminalität und Drogen zu unternehmen gedenke. Als Antwort kam nur Law&Order-Mentalität zu Tage, aber keinerlei Reflektion, wieso Banden dieses Geschäftsfeld überlassen wird. In Deutschland wird das sogenannte Vier-Säulen Modell zur Drogenpolitik durchgeführt (Prävention, Schadensminderung, Nachfragereduzierung, Angebotsreduzierung). Ich fragte umgehend nach, was denn mit den anderen Säulen sei, denn die müssten dem Gesundheitsminister ja bekannt sein. Am 28.2.2014 kam nun eine Standard-Antwort, man sollte die Anfrage nicht per Abgeordnetenwatch stellen, sondern per Post oder eMail. Natürlich mache ich das. Da wir aber eine neue Drogenbeauftragte haben, die in ihrer Antrittspressemitteilung das Vier-Säulen Modell noch ausdrücklich lobte, frage ich auch dort nach:

Ich würde mich freuen, wenn auch dich die Antwort interessiert! Du kannst dich mit einer eMailaddresse bei Abgeordnetenwatch einschreiben und wirst informiert, sobald eine Antwort vorliegt.
Banner zur Anfrage auf Abgeordnetenwatch

Werte Frau Mortler,

unser Gesundheitsminister Herr Gröhe, schrieb in einer Antwort auf Abgeordnetenwatch am 14.1.2014 (siehe http://bit.ly/1hJd4RA ) zum Thema Banden,

„[..] Vielmehr sind auch weiterhin alle polizeilichen bzw. rechtsstaatlichen Mittel zur Bekämpfung von Drogenkriminalität auszuschöpfen.“

Aber lautet Ihrer PM vom 15.1.2014 ( http://bit.ly/1b3e1zO ) bestehe in Deutschland „die Ausrichtung in der Drogen- und Suchtpolitik mit den Säulen von „Prävention“, „Beratung und Behandlung“, „Maßnahmen zur Schadensreduzierung“ sowie „gesetzlichen Regulierungen zur Angebotsreduzierung““, welche sich bewährt habe.

In der Antwort von Herrn Gröhe lese ich nur über eine der vier Säulen, der Repression.

Wen von Ihnen verstehe ich da falsch und was sehen Sie hinsichtlich der anderen drei Säulen vor, oder werden diese mit der neuen Bundesregierung abgeschafft?

mit freundlichen Grüßen,

Seiten: Vorherige Seite 1 2 3 ... 5 6 7 ... 53 54 55 Nächste Seite