Biodiversität, Milleniumsziele und die Ausrottung von Hanf, Mohn und Koka

Fabian fragt auf Abgeordnetenwatch die Drogenzarin, wie es denn zusammenpasst, dass auf der einen Seite diverse natürlich vorkommende Pflanzen kriminalisiert werden und auf der anderen Seite die Milleniums-Erklärung der Vereinten Nationen hochgehalten werden, die ja ausdrücklich auf die Vollumsetzung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt hinweisen. Eine Frage, die glatt von mir kommen könnte…

Update – die Antwort

Die Antwort ist eingetroffen, und wir sind entsetzt. Was mit der Produktion von „Drogen“ an Umweltbeinflussung und Umweltverschmutzung stattfindet, kann wohl kaum mit dieser Antwort weggewischt werden. Vielleicht stellt sich Fr. Dyckmans nicht vor, wie es sein könnte, einen Tanklaster Ecstasy-Herstellungsabfälle in ihren Vorgarten zu bekommen. Das ist etwas, was die Niederländische Polizei desöfteren beschäftigt – in anderen Ländern kommt das seltener vor. Da könnte man den illegalisierten Herstellern noch einen gewissen Umweltschutzgedanken zuschreiben.

Zu dem Drogen und Umwelt Thema kann ich die Lektüre „Dope Pollution – Verschmutzung der Umwelt durch Drogenproduktion von Werner Pieper, Edition Rauschkunde in Zusammenarbeit mit dem Verein für Drogenpolitik (ISBN-10: 3930442639) empfehlen.

So, nun die Antwort:

Sehr geehrter Herr yyy,
haben Sie vielen Dank für Ihre Frage.

Im Bereich der illegalen Drogen geht es nicht um biologische Vielfalt, sondern um Suchtgefahren und gesundheitliche Risiken, die mit dem Konsum vieler Pflanzen, die psychoaktive Substanzen enthalten, verbunden sind. Hier gilt es, durch Aufklärung über die gesundheitlichen Risiken, die Reduzierung des Angebots sowie durch Beratungs- und Therapieangebote zu einem Rückgang des Konsums beizutragen. Durch einen Rückgang des Cannabisanbaus würden auch – ganz im Sinne der von Ihnen beschworenen Millenniumserklärung der Vereinten Nationen und des Übereinkommens über die biologische Vielfalt – mehr Habitate für andere Pflanzenarten entstehen.

Mit freundlichen Grüßen
Mechthild Dyckmans

Internationales Abkommen für Biodiversität in Sicht

Laut einer Pressemitteilung des BMU kamen vor kurzem 600 Delegierte aus aller Welt in Cali zusammen und hatten sich getroffen, um die Verabschiedung eines solchen Protokolls bei der nächsten Vertragsstaatenkonferenz vorzubereiten:

Die Vertragsstaaten der UN-Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) sind einem weltweiten Abkommen gegen Biopiraterie einen entscheidenden Schritt näher gekommen. In Cali (Kolumbien) einigten sich die Vertreter der 194 Länder erstmals auf eine gemeinsame Verhandlungsgrundlage für ein „Internationales Protokoll zum Zugang zu genetischen Ressourcen und zum gerechten Vorteilsausgleich“. Damit soll ein globaler Rechtsrahmen geschaffen werden, der sowohl den Zugang zu genetischen Ressourcen regelt, als auch die Gewinnverteilung bei deren wirtschaftlicher Nutzung.

via Bundesministerium für Umwelt

Videotipp: Biodiviersität, eine Reise in das Herz des Kokainstaates

Unglaublich:

„Eine Reise in das Herz des Kokainstaates, an dem die Vereinigten Staaten Millionen von Steuergeldern ausgeben um Sprühaktionen aus der Luft mit Vernichtungsmitteln – auf mehr als 10 Millarden Quadratmetern – in Kolumbien, dem Land mit der weltweit zweitgrößten Biodiversität!

Quellseite: Shoveling Water: War on Drugs, War on People

Hier das Video:
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