Drogenbeauftragte Dyckmans scheinheilig zum Weltdrogentag

In der Pressemitteilung der Drogenbeauftragten zum Welt-Drogen-Tag erscheint die Politik der Prohibition wieder in neuem Licht: So hat die Politik noch immer nicht kapiert, dass sie selber der Anlass für viel Leid und Elend ist, welches mit Drogen in Zusammenhang steht. Mit der Pressemitteilung wird den vielen Opfern wiedereinmal klar gemacht, dass der Krieg gegen sie weitergeht.

„Drogen und Sucht stellen weltweit ein großes Problem dar. Deshalb ist es weiterhin Aufgabe der Politik, die internationale Drogenkriminalität und den Drogenhandel zu bekämpfen, um die Verfügbarkeit von Drogen zu verringern.

Verbote und Strafverfolgung reichen jedoch nicht aus. Die Drogensucht ist eine behandlungsbedürftige Krankheit, die oft mit schweren persönlichen Schicksalen und menschlichem Leid verbunden ist. Deshalb steht bei unseren Maßnahmen der suchtkranke Mensch im Vordergrund. Das bedeutet natürlich, den Betroffenen eine Behandlung anzubieten. Vielen suchtkranken Menschen muss zunächst geholfen werden, zusätzliche Erkrankungen und eine soziale Verelendung aufgrund ihrer Sucht zu verhindern. Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, Suchtkranke auch durch schadensreduzierende Maßnahmen zu stabilisieren.“

Maßnahmen zur Schadensreduzierung sind unter anderem Angebote zum Spritzentausch, Drogenkonsumräume, Kondomvergabe, Streetwork und Kontaktläden. Deutschland war eines der ersten Länder weltweit, die diese Maßnahmen vor etwa 20 Jahren zum festen Bestandteil ihrer Politik machten.

Aus unserer Sicht ist sendet die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans eine zweifelhafte Message (nur um nicht zu sagen: Scheinheilig). Auf der einen Seite mobilisiert sie Personen um das zur Zeit laufende Drogenkontrollsystem zu unterstützen, welches nicht nur absolut fehlschlägt um Drogenkonsum zu verhindern, sondern auch unglaubliche Schäden verursacht. Auf der anderen Seite nötigt es junge Menschen, eine „gesunde“ Wahl zu treffen.

Wir stimmen darin überein, dass nicht nur junge Menschen, sondern alle Menschen eine gesunde Wahl treffen sollen in ihrem Leben und wir denken auch, dass das aktuelle Drogenkontrollsystem einen dabei nicht unterstützt.

Durch die Kriminalisierung von manchen Drogen, die durch drei Abkommen der Vereinten Nationen zustande kamen, verbreitet das UN-System keinen gesunderen Ansatz zu dem Drogenproblem in ihren Mitgliedsstaaten. Es ist jetzt klar, dass die Kriminalisierung von Drogen eine der Hauptgründe ist für gesundheitliche und soziale Probleme die mit dem Drogengebrauch zusammenhängen. UNODC weiß davon und gibt es sogar im letzten Jahr teilweise zu, als der vorsitzende Direktor Antonio Maria Costa anfing, über die “unbeabsichtigten Konsequenzen” der Drogenverbote zu reden. Deswegen ist das gleiche System zu Verteidigen gerade zu kriminell Fahrlässig.

Das aktuelle System basiert auf Verboten, welche die Gesundheit und das Wohlergehen von Hunderten von Millionen Menschen verletzt und die Entwicklung von kreativen alternativen Lösungen verhindert, die Probleme im Zusammenhang mit Drogen lösen könnten. Erst damit können jetzt illegale Substanzen industriell, medizinisch und wir andere Zwecke genutzt werden, die der Menschheit nützlich sind.

In dieser Atmosphäre der Angst vor einer „Drogenbedrohung“, die von den Drogenbeauftragten Mechthild Dyckmans (FDP) geschürt werden, werden sich die Menschen für keine anderen Politik als dem „Krieg gegen die Drogen“ aussprechen. Eine Mehrheit der Staaten auf dieserWelt versehen Drogenkonsum noch immer mit teilweise drakonischen und unproportionalen Strafen, wie der Todestrafe. Schadensminderung und freiwillige Behandlungsansätze bekommen weniger Unterstützung und tatsächlich, in vielen Ländern, die eine kreative Lösung für ihre Drogenprobleme nötig hätten, weniger Möglichkeiten.

Drogenkonsumenten sind oft schlechter Qualität und kontaminierten Drogen ausgesetzt, da in diesem System die Drogen ausschliesslich auf illegalen Wege angeboten werden. Konsumenten werden von den möglicherweise sinnvollen therapeutischen Möglichkeiten der Pflanzen und Substanzen ausgeschlossen (Morphium, Cannabis, MDMA, Kokablätter, usw.) die durch die internationalen Abkommen strikt kontrolliert werden oder denen keine medizinische Verwendung zugeschrieben wird. Die Verfolgung von Vergehen der Drogengesetze macht noch immer einen Großteil des „Drogen“ Budgets aus, was viele Länder mit weniger als 30%, die in Prävention, Schadensminderung und Behandlung investiert werden, dastehen.

Ein „Gesunder Ansatz“ bei Drogen ist inkompatibel mit dem aktuell laufenden UN-Drogenkontrollsystem. Wenn die Drogenbeauftragte und die Vereinten Nationen wirklich Gesundheit befürworten, müssten sie erstmal die gesunde Wahl für sich selbst treffen, was eine grundsätzliche Überarbeitung der internationalen Vereinbarungen ausmacht, um mehr Flexibilität für die Mitgliedsstaaten zu erhalten und letztendlich und für alle Male den „Krieg gegen die Drogen“ zu beenden.

Lasst uns der Drogenbeauftragten helfen, eine gesunde Wahl zu treffen. Schicke ihr eine E-Mail via drogenbeauftragte@bmg.bund.de , wie die Drogenverbote deine Gesundheit mehr verschlechtern als die Drogen selbst.

USA: Obama ändert die Drogenpolitik

Die Obamaregierung hat am Dienstag eine neue Drogenkontrollpolitik veröffentlicht, die kommunale Prävention und die Rolle der Ärzte, das Drogenproblem zu übersehen, in den Vordergrund stellt. Dies stellt eine Veränderung der Strategie dar, während sie sich noch immer wesentliche Grundsätze des jahrzehntelangen Krieges gegen die Drogen klammert.

Auch wenn die Strategie seit Dienstag eine neue Richtung an vielen Fronten nimmt, Unterstützer sowie Kritiker des Drogenkrieges sehen darin keine große Abweichung von bisherigen Regierungsstrategien.

„Wenn es hart auf hart kommt, machen sie ein paar kleine Schritte und geben Lippenbekentnisse ab in Richtung eines Public-Health-Ansatzes, aber du kannst immernoch ihren reflexartigen Fokus auf die Strafverfolgung und die Kontrolle des Handels sehen, was in der Vergangenheit noch nie funktioniert hat“, sagte Ethan Nadelmann, Vorsitzender der Drug Policy Alliance, einer Gruppe die den föderalen Drogenkrieg beenden will.
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Cannabis! auf ARTE – Filmtipp für Freitag, 5. Februar 2010

Die Doku lief schon mal vor einiger Zeit auf Arte und soll wirklich sehenswert sein. Darin soll wohl anhand aktueller Studien und Forschungsergebnisse sämtliche Propaganda widerlegt werden, die noch immer von offizieller Seite verbreitet wird. Schaun wir mal – vll. kann das ja auch jemand aufnehmen?

Update

Ein lieber Mensch hat mal ebend gesucht, und den Film wie folgt gefunden:

Quelle: Cannabis.AT Forum
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WHO: Einstiegsdrogentheorie erklärt nicht den Anstieg des Konsums

Und alle nochmal: Die Einstiegsdrogentheorie ist ein Mythos!

So kommt auch diese aktuell veröffentlichte Studie vom 7. Januar 2010 zu dem Schluss, dass die Anzeichen für eine Einstiegsdrogentheorie eher aus zufällig Übereinstimmungen beständen als aus kausalen Zusammenhängen. So führe der Konsum einer Droge nicht automatisch zum Konsum einer anderen. Der Studie zufolge impliziere dies, dass Präventionsmaßnahmen, die auf den Gebrauch bestimmter „Einstiegsdrogen“ zielen, nicht durch sich selbst zu einer Reduzierung des Konsums führe. Die genutzten Daten aus 17 Staaten sind von dem World Mental Health (WMH) Programm der Weltgesundheitsorganisation gesammelt worden.
via NORML Stash
Der Infotext zur Studie, wie folgt:
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