GMail-Erschaffer spendet 100.000 USD an Proposition 19 in Kalifornien

Es ist einfach, Öko zu sein wenn man eine Größe in SiliconValley ist. Wir haben gerade die Nachricht erhalten, dass Paul Buchheit, Programmierer von Gmail, Friendfeed und derzeitiger Angestellter bei Facebook, an die Befürworter der Proposition 19, der Gesetzesinitiative zur Regulierung und Besteuerung von Marihuana in Kalifornien, gespendet hat.

Buchheit’s 100K Spende kommt zu der 41-Jahres Geburtstagsfeier von E-Mail, und kommt zu den anderen von Industrieschwergewichten wie Moskovitz, Sean Parker, Paypal Mitbegründer Peter Thiel und Steve Silberstein in der Bemühung, Marihuana in Kalifornien zu legalisieren. Die Wähler haben die Möglichkeit dazu am 2. November 2010 abzustimmen.
Continue reading

Dyckmans Welt: Schwarzmarkt wird ignoriert

Aus der aktuellen Antwort der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), zu der organisierten Kriminalität kann man herauslesen, dass der Schwarzmarkt mal wieder total ausgeblendet wird. Das genau diese bisher geltende Prohibiton von Cannabis – und anderen Rauschmitteln – einen Schwarzmarkt kreiert hat, der nicht kontrollierbar ist – davon will die Drogenbeauftragte nichts wissen.

So ist zum Beispiel das Argument, dass den vorhandenen „legalen Drogen“ Alkohol und Tabak ein weiteres Gesundheitsrisiko hinzugefügt wird, ein Nullargument: Jede/r der möchte, kann jetzt, wie in den letzten 50 Jahren zu einem Dealer auf den Schwarzmarkt gehen und sich versorgen. Zu deutlich höheren Gesundheitsrisiken als z.b. die Cannabis Social Clubs in Spanien gewährleisten.

Mexiko: Sicherheitschef und Zivilisten ermordet

Morelia, Mexiko: Bewaffnete mit Sturmgewehren und Granaten haben den Konvoi des obersten Sicherheitschef’s des westlichen Bundesstaats Michoacan am Samstag attackiert. Dabei wurden vier Personen getötet und 10 Verletzt.

Sicherheitsstaatssekretärin Minerva Bautista ist unter den Verwundeten aber konnte mit nicht-lebensgefährlichen Verletzungen gerettet werden, laut Staatsanwaltschaft. Sie reiste in einem Schußsicheren Sportauto.

„Bei dem Überfall wurde konzentriertes Feuer von den Waffen genutzt, um die Wagen in einen Tieflader crashen zu lassen, den sie über die Strasse gestellt hatten“ sagte Staatsanwalt Montejano.

Unter den Toten sind die zwei Bodyguards von Bautista sowie zwei Unbeteiligte. Auch die weiteren 9 Verletzten sind hauptsächlich zufällig anwesende Personen, inklusive zwei Mädchen im Alter von 2 und 12.

Montejano sagte, dass die meisten der Verwundeten auf dem Rückweg von einer regionalen Messe gewesen wären, bei der Eröffnung auch Bautista anwesend war. Sie kam gerade erst von der Messe, als ihr drei-Fahrzeuge Konvoi angegriffen wurde.

In einer Veröffentlichung am Samstag, spricht das Innenministerium von einer Attach die „dummen Aktionen des organisierten Verbrechens, welche die Verzweiflung zeigen, denn ihr Bewegungsspielraum wird zunehmend von den Behörden eingeschränkt“.

Von Gustavo Ruiz, AP, 24. April 2010, 19:37

Meine Meinung: Bekannte Worte, die das Innenministerium da verlautbaren lässt. Einen neuen Satzbaustein bitte! Aber auch die salbigen Worte können keine Toten auferstehen lassen oder Trauma heilen.

Ostern und der Schwarzmarkt bei Abgeordnetenwatch

Ich habe wieder eine Anfrage bei Abgeordnetenwatch an die Drogenbeauftragte Dyckmans gestellt, dieses mal wieder eine Verständnisfrage: Wie kann etwas, das eine unkontrollierbare Situation und kriminelle Organisationen erst ermöglicht, der Gesellschaft helfen? Das-Ding was ich meine ist das „Verbot“ von Drogen. Ich freue mich über Mit-Interessierte! Eine ähnliche Anfrage, warum denn Verbote „so toll sind“ habe ich an die Drogenpolitische Sprecherin der FDP Aschenberg-Dugnus, gestellt.

Hier der Volltext:

Werte Frau Dyckmans,

ich hoffe Sie, insbesondere durch ihren juristischen Hintergrund, können mir meine folgende Frage beantworten:

Am 25.1. beantworteten Sie die Frage von Herrn Fürmann mit „Das grundsätzliche Verbot des Umgangs mit Cannabisprodukten soll nicht nur den Einzelnen – und besonders Jugendliche – vor Gesundheitsgefahren und den Gefahren einer psychischen Abhängigkeit schützen, sondern auch den Einzelnen und die Bevölkerung vor kriminellen Organisationen und den Folgen der organisierten Kriminalität.“

Ich habe damit ein Verständnisproblem. Meines Erachtens kann ein Verbot keine ehrliche Aufklärung ermöglichen, ergo insbesondere keine Jugendlichen vor den potentiellen Gefahren schützen.

Wie kann ein Verbot, dass erst einen Schwarzmarkt – und die kriminellen Organisationen – ermöglicht, Einzelne und die Gesellschaft als Ganzes schützen? 30.3.2010

Insbesondere Spannend an der Frage ist ja, dass alle Welt den Drogenkrieg für Gescheitert erklärt hat, aber sich dennoch nichts tut.

Die Antwort

…kam am 6.5.2010:

Haben Sie vielen Dank für Ihre Frage.

Wie ich bereits häufiger in diesem Forum ausgeführt habe, ist der Konsum von Cannabis nicht unbedenklich. Nach Auffassung der Bundesregierung ist aufgrund der bekannten und wissenschaftlich belegten Gesundheitsrisiken des Cannabiskonsums eine Freigabe des Anbaus, des Handels und des Inverkehrbringens von Cannabis nicht zu verantworten. Daher stellt sich auch nicht die Frage nach einem staatlich kontrollierten Anbau.

Auch der Konsum von Tabak und Alkohol ist mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden. Dies kann aber kein Argument dafür sein, diesen bestehenden Gesundheitsrisiken durch eine Legalisierung von Cannabis noch weitere hinzuzufügen.

Mit freundlichen Grüßen

Mechthild Dyckmans

Welche wissenschaftlich belegten Risiken dies sind, führt sie aber leider nicht aus. Auch erkennt Sie nicht, dass Cannabis konsumiert wird – so oder so. Nach einigen Studien, zuletzt dem Reuter Trautmann Bericht der EU Kommission, hat (Drogen-) Politik auch gar keinen Einfluss darauf. Deswegen:

kam am 7.5.2010 noch ein Erweiterung:

Sehr geehrter Herr Steldinger,

vielen Dank für Ihre erneute Frage.

Nach der Lektüre Ihres Schreibens könnte man den Eindruck haben, dass kriminelle Organisationen und Drogenhandel eine Folge des Cannabisverbots sei. Das sehe ich anders: Märkte entstehen durch Angebot und Nachfrage, nicht durch Verbote. Und die organisierte Kriminalität würde auch nicht plötzlich verschwinden, wenn Cannabis legalisiert würde.

Der Gesetzgeber verfolgt mit dem Betäubungsmittelgesetz den Zweck, die menschliche Gesundheit und die wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Grundlagen der Gesellschaft zu schützen.

Eine objektive Aufklärung über die gesundheitlichen und sozialen Risiken des Cannabiskonsums ist jedenfalls geeignet, die Nachfrage zu reduzieren.

Dies belegen die zahlreichen Aufklärungskampagnen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und vieler anderer Institutionen, auch in den Ländern, Städten und Gemeinden, zum Thema Cannabis.

Mit freundlichen Grüßen

Mechthild Dyckmans

Interessanterweise gibt es in Deutschland keinerlei Präventionskampagnen in Sachen Cannabis oder anderer illegalisierter Substanzen. Man denke da nur an die schlechte „Kenn dein Limit“ Kampagne, die dann ganz schnell als „Spreng dein Limit“ kursierte und eigentlich nur Menschen diffamiert.