Weltdrogentag am 26. Juni – Lasst uns über Drogen reden!

Die Kampagne des Polnischen Netzwerkes für Drogenpolitik „Lasst uns über Drogen reden“ startet am 26. Juni, dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen Weltdrogentag. Teil der Kampagne werden Poster und Werbeflächen in der Bahn und den Bussen von Warschau an diesem Tag sein. Die Kampagne ist Teil einer größeren Kampagne, die überall auf der Welt stattfindet.

Professor Monika Płatek, Professor Viktor Osiatyński, beides Spezialisten im Gebiet der Suchtforschung, die Musiker Stanistaw Soyka, Tomasz Stańko, Michał Wiśniewski, Sänger Natalia Przybysz, die Journalisten Jacek Żakowski znd Anna Wendzikowska, als auch Schauspieler Redbad Klynstra sind nur ein paar von den vielen polnischen Prominenten und Wissenschaftlern, die sich an der Kampagne „DURCHBRECHEN WIR DIE STILLE. LASST UNS ÜBER DROGEN REDEN“ beteiligen.

Ähnliche Aktionen finden in London, Paris, Warschau, Mexiko Stadt, Kathmandu, Rom, Phnom Penh, Tbilisi, Kuala Lumpur, Moskau und weitere 70 anderen Städten statt.

In Polen wird das Polnische Netzwerk für Drogenpolitik eine Kampagne gestartet, die auf eine Reform der Drogengesetzgebung abzielt. Wie auch in Polen, so auch in anderen Ländern, werden junge Menschen, die mit Drogen erste Erfahrungen machen, immer mehr Opfer der Strafverfolgung und der daraus entstehenden Konsequenzen, als Probleme mit der Mafia oder der Droge zu bekommen. Als Konsequenz finden sie sich selbst im Gefängnis wieder, haben danach Probleme eine Arbeit zu finden, … Der Bericht der EMCDDA in 2008 zeigt, dass die Anzahl der entdeckten Straftaten im Zusammenhang mit Drogenbesitz um 1648% gestiegen sind! Die überwiegende Mehrheit dieser Fälle sind junge Menschen oder Abhängige, die keine ernsthaften Verbrechen im Zusammenhang mit Drogen begangen haben.
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Drogenbeauftragte Dyckmans scheinheilig zum Weltdrogentag

In der Pressemitteilung der Drogenbeauftragten zum Welt-Drogen-Tag erscheint die Politik der Prohibition wieder in neuem Licht: So hat die Politik noch immer nicht kapiert, dass sie selber der Anlass für viel Leid und Elend ist, welches mit Drogen in Zusammenhang steht. Mit der Pressemitteilung wird den vielen Opfern wiedereinmal klar gemacht, dass der Krieg gegen sie weitergeht.

„Drogen und Sucht stellen weltweit ein großes Problem dar. Deshalb ist es weiterhin Aufgabe der Politik, die internationale Drogenkriminalität und den Drogenhandel zu bekämpfen, um die Verfügbarkeit von Drogen zu verringern.

Verbote und Strafverfolgung reichen jedoch nicht aus. Die Drogensucht ist eine behandlungsbedürftige Krankheit, die oft mit schweren persönlichen Schicksalen und menschlichem Leid verbunden ist. Deshalb steht bei unseren Maßnahmen der suchtkranke Mensch im Vordergrund. Das bedeutet natürlich, den Betroffenen eine Behandlung anzubieten. Vielen suchtkranken Menschen muss zunächst geholfen werden, zusätzliche Erkrankungen und eine soziale Verelendung aufgrund ihrer Sucht zu verhindern. Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, Suchtkranke auch durch schadensreduzierende Maßnahmen zu stabilisieren.“

Maßnahmen zur Schadensreduzierung sind unter anderem Angebote zum Spritzentausch, Drogenkonsumräume, Kondomvergabe, Streetwork und Kontaktläden. Deutschland war eines der ersten Länder weltweit, die diese Maßnahmen vor etwa 20 Jahren zum festen Bestandteil ihrer Politik machten.

Aus unserer Sicht ist sendet die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans eine zweifelhafte Message (nur um nicht zu sagen: Scheinheilig). Auf der einen Seite mobilisiert sie Personen um das zur Zeit laufende Drogenkontrollsystem zu unterstützen, welches nicht nur absolut fehlschlägt um Drogenkonsum zu verhindern, sondern auch unglaubliche Schäden verursacht. Auf der anderen Seite nötigt es junge Menschen, eine „gesunde“ Wahl zu treffen.

Wir stimmen darin überein, dass nicht nur junge Menschen, sondern alle Menschen eine gesunde Wahl treffen sollen in ihrem Leben und wir denken auch, dass das aktuelle Drogenkontrollsystem einen dabei nicht unterstützt.

Durch die Kriminalisierung von manchen Drogen, die durch drei Abkommen der Vereinten Nationen zustande kamen, verbreitet das UN-System keinen gesunderen Ansatz zu dem Drogenproblem in ihren Mitgliedsstaaten. Es ist jetzt klar, dass die Kriminalisierung von Drogen eine der Hauptgründe ist für gesundheitliche und soziale Probleme die mit dem Drogengebrauch zusammenhängen. UNODC weiß davon und gibt es sogar im letzten Jahr teilweise zu, als der vorsitzende Direktor Antonio Maria Costa anfing, über die “unbeabsichtigten Konsequenzen” der Drogenverbote zu reden. Deswegen ist das gleiche System zu Verteidigen gerade zu kriminell Fahrlässig.

Das aktuelle System basiert auf Verboten, welche die Gesundheit und das Wohlergehen von Hunderten von Millionen Menschen verletzt und die Entwicklung von kreativen alternativen Lösungen verhindert, die Probleme im Zusammenhang mit Drogen lösen könnten. Erst damit können jetzt illegale Substanzen industriell, medizinisch und wir andere Zwecke genutzt werden, die der Menschheit nützlich sind.

In dieser Atmosphäre der Angst vor einer „Drogenbedrohung“, die von den Drogenbeauftragten Mechthild Dyckmans (FDP) geschürt werden, werden sich die Menschen für keine anderen Politik als dem „Krieg gegen die Drogen“ aussprechen. Eine Mehrheit der Staaten auf dieserWelt versehen Drogenkonsum noch immer mit teilweise drakonischen und unproportionalen Strafen, wie der Todestrafe. Schadensminderung und freiwillige Behandlungsansätze bekommen weniger Unterstützung und tatsächlich, in vielen Ländern, die eine kreative Lösung für ihre Drogenprobleme nötig hätten, weniger Möglichkeiten.

Drogenkonsumenten sind oft schlechter Qualität und kontaminierten Drogen ausgesetzt, da in diesem System die Drogen ausschliesslich auf illegalen Wege angeboten werden. Konsumenten werden von den möglicherweise sinnvollen therapeutischen Möglichkeiten der Pflanzen und Substanzen ausgeschlossen (Morphium, Cannabis, MDMA, Kokablätter, usw.) die durch die internationalen Abkommen strikt kontrolliert werden oder denen keine medizinische Verwendung zugeschrieben wird. Die Verfolgung von Vergehen der Drogengesetze macht noch immer einen Großteil des „Drogen“ Budgets aus, was viele Länder mit weniger als 30%, die in Prävention, Schadensminderung und Behandlung investiert werden, dastehen.

Ein „Gesunder Ansatz“ bei Drogen ist inkompatibel mit dem aktuell laufenden UN-Drogenkontrollsystem. Wenn die Drogenbeauftragte und die Vereinten Nationen wirklich Gesundheit befürworten, müssten sie erstmal die gesunde Wahl für sich selbst treffen, was eine grundsätzliche Überarbeitung der internationalen Vereinbarungen ausmacht, um mehr Flexibilität für die Mitgliedsstaaten zu erhalten und letztendlich und für alle Male den „Krieg gegen die Drogen“ zu beenden.

Lasst uns der Drogenbeauftragten helfen, eine gesunde Wahl zu treffen. Schicke ihr eine E-Mail via drogenbeauftragte@bmg.bund.de , wie die Drogenverbote deine Gesundheit mehr verschlechtern als die Drogen selbst.

Heute ist Weltdrogentag 2009

So einige Webseiten beschäftigen sich mit dem Weltdrogentag im Jahre 2009. Bei einigen ist es auch ein Anti-Drogentag, aber wir wollen hier ja mal nicht kleinlich sein. Ich kann die Webseite www.weltdrogentag.eu empfehlen. Dort wird das Thema des diesjährigen Drogenaktionstages „Illegalisierter Transport und Handel von Drogen“ erklärt.