Live von der ICRS: Cannabinoid-Forscher diskutieren über Krebs, Schmerzen und Arthritis

7.7.2011 – Das jährliche Treffen der Internationalen Gesellschaft für Cannabinoidforschung (ICRS) findet diese Woche in Chicago statt. Jahan Marcu ist dort vor Ort mit über 250 Forschern, die an 55 Präsentationen zu dem Thema Cannabis und Cannabinoide teilnehmen. Das ICRS Treffen ist ein einmaliger und konzentrierter Sammelpunkt von Cannabinoidwissenschaft, die ihre neuesten Durchbrüche zeigt.

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Die Morgenpräsentation an diesem Tag war dem Studieren von Cannabionide beim Erlernen und dem Gedächtnis gewidmet.

Indolderivate wie WIN55212, eine Komponente die JWH-018 ähnlich sieht, könnte das Lern- und Erinnerungsvermögen in einer differenzierteren Weise als THC stören.

Photo und Grafik zu Cannabis als MedizinDie erste Präsentation wurde via Skype von Dr. Robert Hampson von der Wake Forest Universität in North Carolina gehalten. WIN55212 unterdrücke die Verarbeitung von neuer Information, aber unterdrücke nicht das Abrufen der Informationen. Die Forschung zeigt, dass die Rolle der Cannabinoide beim Lernen und Erinnern die Stärke der neuronalen Verarbeitung im Kurzzeit und Langzeitgedächtnis moduliert. Diese Forschung könnte zu neuen Arzneien führen um PTSD oder Lernstörungen zu behandeln.

Als nächstes brachte Marocoita Gilbert von der East Carolina Universität eine tolle Präsentation über die Effekte von Cannabinoiden auf das Gedächtnis von Vögeln (Finken). Vögel und Menschen lernen zu Kommunizieren durch sprechendes Lernen und die Imitation von Geräuschen der Eltern. Bei Vögeln kann ein Lied von den Eltern an den Nachwuchs gegeben werden. WIN55212 reduziert die Möglichkeiten der Vögel, sich an diese Lieder zu erinnern, was direkt korreliert mit der runterregulierung eines wichtigen Proteins im Gehirn, bekannt als ARC. Diese Finken tendierten dazu, das Lied zu verbessern. Sozusagen haben die Finken, denen Cannabioide gegeben wurden, „Gejazzt“ anstelle Klassik zu spielen.

Dr. Jerry Wright Jr. vom Scripps Forschungsinstitut hat eine Studie zu den Effekten von visuellem Erinnern und dem Lernen bei Affen durchgeführt und reines THC genutzt. Den Affen wurde eine Reihe von Stimuli gegeben. Es stellte sich heraus, dass wenn den Affen nur eine Aufgabe gegeben wurde, gab es keine Unterschiede. Allerdings, als die Anzahl der Aufgaben erhöht wurden, haben sich mehr und mehr inkorrekte Reaktion der Affen gezeigt. Interessanterweise zeigte sich, dass die psychomotorische Koordination der Affen unbehindert war bei bestimmten Tests, die Fingerfertigkeit benötigten.

Die Präsentationen gingen dann zu Schmerzen und Entzündungen über. Kurz gesagt, zeigen die Studien, dass durch Endocannabinoide wie PEA effektive Behandlungsmodelle für Arthritis, Schmerzen und Entzündungen darstellen.

Dr. Barbara Costa startete mit einer Diskussion, dass existierende Arthritismittel auf Schmerzstiller mit geringer Effektivität und vielen Nebenwirkungen beschränkt seien. Cannabionide können einen guten Ansatz bei dieser chronischen Krankheit sein. PEA beschleunigt die Erholung. Starke Rückgänge konnten bei Entzündungen und Schmerzen beobachtet werden, während positive Effekte in den periphären Nerven entstehen, wo die Arthritis die Bewegung behindert. Dr. Costa schlug vor, das Endocannabinoide mit Steroiden verglichen werden sollten, sowie verglichen oder zusammen mit NSAIDS (Entzündungshemmer) angewendet werden.

James Burton der Universität von Nottingham zeigte, dass es PEA auch möglich sei, Immunzellenmigration zu verhindern, ein Durchbruch bei der Schädigung und Entzündung von Gewebe. Sharleen Yuan von der Universität South Dakota freute sich über die Schmerzforschung, die Daten aufzeigt wie der Mechanismus der EC Signalisierung in Neuronen funktioniere.

Das erste Symposium der ICRS Konferenz wurde von Aron Lichtman von der Virginia Commonwealth Universität beendet, der seine Forschung zu einer neuen Substanz, JZL184, präsentierte, die viele Eigenschaften mit THC gemein habe, aber ohne die motorischen Effekte.

Die zweite Sitzung fokussierte sich auf die Effekte von Cannabinoiden auf Magen und innere Krankheiten.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind vorgänger von vielen wichtigen biologischen Faktoren. Aminosäuren sind zusammen mit Fettsäuren wichtig, um Vorgänge der Neurotransmission zu regeln. Dr. Kitty Verhoeckx und ihr Team entdeckte, dass Fettsäureserotonine die möglichkeit haben, FAAH Enzyme zu unterdrücken, welche die Level von Endocannabinoiden im Körper erhöhen. Die Forschung studierte die Effekte verschiedener Kombinationen von Ölen (Fisch, Sonnenblume) auf den Metabolismus dieser N-Aclserotonine in Tieren. Die Produktion von Fettsäureserotoninen war direkt bezogen auf die Ernährung.

Erin Rock von der Universität Guekph präsentierte Forschung zu Cannabidiol (CBD). CBD ist das zweithäufigst gefundene Cannabinoid in der Cannabispflanze. CBD scheint die Cannabinoidrezeptoren CB1 oder CB2 nicht zu aktivieren. Anstelle dessen scheint CBD mit den Serotoninrezeptoren (5HT-1A) zu interagieren, um Übelkeit und Erbrechen zu reduzieren. CBD scheint ein effektiver Übelkeits- und Erbrechenhemmer zu sein für Krebspatienten.

Steven Kinsey von der Virginia Commonwealth Universität zeigte, dass THC die formierung von Magengeschwüren blockiere. Weiterhin wurde der schützende Effekt von THC imitiert durch die Erhöhung von Endocannabinoiden durch Hemmung von FAAH. FAAH ist das Enzym, welches Endocannabinoide abbaut. JZL184 schaltete fast alle, bzw. blockierte Geschwüre, aber es setzte eine Toleranz nach 6 Tagen größerer wiederholter Dosen ein.

Dr. Alhouayek von der Universität von Louvain zeigte ihre Arbeit an der Erkrankung von entzündlichen Gelenken (IBD) und Cannabinoiden. IBD passiert etwa 10.000 Personen pro Jahr in entwickelten Ländern. Die Ursachen von IBD sind noch unbekannt und es gibt zur Zeit nur kurative Therapien. Die Aktivierung der CB-Rezeptoren schützte, während die Blockade dieser Rezeptoren Colitis und IBD verschlimmerte. AEA ist bekannt für den schützenden Effekt, aber es ist nur wenig bekannt über die Effektivität von 2-AG. Mäusen mit IBD wurden gut behandelt durch die Steigerung des körpereigenen Endocannabionidsystems duch synthetische Komponenten bekannt als JZL184 und URB597. Darmgewebe konnte durch erhöhte Level von Endocannabinoiden geschützt werden. Die schützenden Effekte stoppten, sobald die CB-Rezeptoren blockiert wurden. CB1 und CB2 Aktivität sei wichtig für einen gesunden Darm. Dennoch wurde angenommen, dass die erhöhten Level des Endocannabinoids 2-AG wichtig für die positiven Effekte sei.

Der Tag endete mit einer Mischung von Krebsforschung, welche die Effektivität der Behandlung von verschiedener Krebsarten mit CBD zeigten.

Mitglieder des Cristina Sanchez’s und Manuel Guzman’s Labor in Spain diskutierten die Mechanismen von Krebs, demonstrierten die Rolle von CB2 und GRP55 bei der Entstehung von Krebs.

Dr. Alessia Ligresti von der Italienischen Endocannabinoid Forschungsgruppe schauten sich 12 verschiedene Pflanzencannabinoide an und fanden, dass CBD ein potenter Agent gegen Prostatakrebs sei.

Dr. Sean McAllister vom California Pacific Medical Center demonstrierte die Effektivität von CBD um aggressive Krebszellen zu behandeln, die aus Krebspatienten geholt wurden.

Als letzte zeigte Gabriella Aviello von der Universität von Naples wie CBD Darmkrebs vorsorgen oder behandeln könnte, eine der üblichsten und tödlichsten Krebsformen in der westlichen Welt.

CBD war der Star des Abends auf dem Eröffnungstag des ICRS: Es zeigt potente Anti-Krebseffekte bei vielen verschiedenen Krebsarten. CBDs verspricht gute Aussichten, und es scheint zu einem klinischen Test mit Brustkrebs zu kommen, organisiert durch Dr. Sean McAllister.

von Jahan Marcu, via FreedomIsGreen

Warum Schokolade besser gegen den Fressflash hilft als Möhren – Cannabinoide verstärken Geschmackssinn für Süsse

Neue Untersuchungen des Monell Centers und der Kyushu Universität in Japan berichten, dass Endocannabinoide direkt auf die Geschmacksrezeptoren auf der Zunge wirken und den Geschmackssinn für Süsse steigern.

„Unsere Geschmackszellen könnten mehr in der Appetitregulierung beteiligt sein, als wir bisher dachten“ sagte der Autor der Studie Robert Margolskee, M.D., Ph.D., ein Molekularbiologe am Monell Center. „Das bessere Verstehen der Vorgänge, die zum Essen oder Überessen führen, könnten helfen gegen die starke Zunahme von Übergewichtigkeit und darauf bezogene Krankheiten zu mindern.“

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