Studie: Regelmäßiger Cannabiskonsum hat keinen Zusammenhang mit Gehirnveränderungen

Richmond, VA: Die regelmässige Nutzung von Cannabis ist nicht mit Änderungen in der Struktur des menschlichen Gehirns assoziiert, so die Daten einer neuen Studie, die demnächst im Fachblatt Addiction erscheint.

Ein internationales Forscherteam aus Australien, Großbritannien und den USA haben den Zusammenhang zwischen gewohnheitsmäßigem Cannabiskonsum und dem Volumen der Grauen Materie im Gehirn in sieben Arealen untersucht. Zu den untersuchten Regionen in zwei großen Zwillingsstudien gehört der Thalamus, Hippocampus, die Amygdala und der Nucleus Accumbens.

Die Forscher berichten: „..Variationen im Cannabiskonsum sind statistisch nicht bezogen zu den individuellen Unterschieden im Volumen der Gehirnmorphologie.“

Im Gegensatz dazu ist die wiederholte Nutzung von Nikotin positiv assoziiert mit einem signifikant geringerem Thalamusvolumen in Männern des mittleren Alters.

Die Autoren schreiben „Es ist die größte explorative Studie, die Gehirnbildaufzeichnung mit Selbstberichten von Cannabisnutzung und komorbiden Substanzkonsum kombiniert. Nach der Korrektur für multiple Tests konnten keine Effekte des Cannabiskonsums auf das Volumen irgendeiner untersuchten Region, die insbesondere für Jugendliche und Männer mittleren Alters wichtig sind, gefunden werden.

Sie schlossen daraus, dass „in dem Kontext einer sich ausweitenden Verfügbarkeit als Medizin und Entkriminalisierung sowie den Bedenken wegen der Konsequenzen von besserer Verfügbarkeit sind unsere Erkentnisse, dass die normalen Variationen im Gebrauch von Cannabis statistisch nicht relevant sind in Bezug auf die Morphologie des Gehirns durch Messung von Volumen in nicht-klinischen Rahmen.“

Die Untersuchungen decken sich damit mit bisherigen Studien, die Bilderzeugung genutzt haben um das Gehirn zu untersuchen. Sie berichteten von kleinen bis nicht-signifikanten Effekten auf das Gehirn, verglichen zu den dramatischen Effekten, die Alkohol hat.

Die Studie konnte die Ergebnisse eines 2014 veröffentlichten Papiers nicht replizieren. Die damalige Studie berichtete, dass gewohnheitsgemäßer Cannabiskonsum zu Gehirnabnormalitäten führe, insbesondere in der Amygdala.

Eine Metaanalyse über 69 verschiedene Studien, welche letzte Woche veröffentlicht wurde, berichtet, dass Cannabiskonsum bei Kindern und Jugendlichen nicht mit signifikanten bleibenden Einschränkungen der Kognition einhergeht. Die Ergebnisse einer Reihe von erst kürzlich veröffentlichten Zwillingsstudien berichten ähnliches: dass Cannabiskonsum nicht assoziiert ist mit Änderungen im Intelligenzquotionen oder ausführenden Funktionen.

 

2018 Apr 24. doi: 10.1111/add.14252

via NORML

Ähnliche Beiträge

Studie: THC verstärkt Aktivität bei positiven emot... Eine neu veröffentlichte Studie zeigt, dass THC aus der Cannabispflanze die Gehirnaktivität für positive emotionale Inhalte verstärkt. Marihuana verbe...
Studie bestätigt: Kiffen lindert chronische Schmer... Cannabis war als Arzneimittel schon über Jahrtausende hinweg in Verwendung. In den letzten hundert Jahren wurde der Gebrauch durch Verbote, die keiner...
Hintergründe zu dem Fehlen von Studien zu medzinis... Paul Armentano von NORML schreibt für die Huffingtonpost über das Fehlen von Studien zu medzinischen Marihuana. Es ist das bürokratische Problem, d...
Kosten der Drogenverbote in Deutschland und USA Maximilian Plenert hat auf seiner Webseite Alternative Drogenpolitik einen Artikel zu den Kosten der Drogenprohibition in den USA und Deutschland gesc...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.