Oregon startet heute den Verkauf von Cannabis

Am 1. Oktober 2015 treten neue Gesetze im US-Bundesstaat Oregon in Kraft, welche den Abgabestellen für medizinisches Cannabis ermöglicht, generell an Personen über 21 Jahren zu verkaufen. Ungefähr 200 Verkaufsstellen werden daran teilnehmen und Cannabisblüten an erwachsene Personen verkaufen.

Kunden wird es ab diesen Tag erlaubt sein, bis zu einer viertel Unze (also etwa sieben Gramm) Blüten der Cannabispflanze sowie bis zu vier nicht-blühende Pflanzen zu kaufen. Essbare Cannabisprodukte dürfen erst nächstes Jahr eingeführt werden.

Die neuen Gesetze wurden von den Wählern im November angenommen und wurden zum 1. Juli eingeführt. Sie erlauben Personen über 21 Jahren den legalen Besitz von bis zu einer Unze Cannabisblüten und ermöglichen den nicht-kommerziellen Anbau von bis zu vier Cannabispflanzen. Weitere Details zu dem Gesetz zur Regulierung und Besteuerung werden zu Beginn des nächsten Jahres erwartet. Die davon seperate Gesetzesgebung (Senate Bill 460), welche schon im August unterschrieben wurde, gibt den Abgabestellen für medizinisches Cannabis die Option, auch an Nicht-Patienten und Steuerfrei bis zum 4. Januar 2016 zu verkaufen.

Colorado und Washington erlauben zur Zeit ebenfalls den Endverkauf von Cannabis, während ähnlcihe Regulierungen in Alaska anstehen.

Die Steuereinnahmen in Washington aus dem Cannabisverkauf betrugen 90 Millionen USD in den ersten 15 Monaten, während die Steuereinnahmen in Colorado insgesamt 70 Millionen USD im vergangenen Jahr betrugen.

Quelle: NORML USA

USA: Krieg gegen Marihuana geht weiter: Förderalbehörden wollen Abgabestellen schliessen

Seattle, USA: Die Drogenverfolgungsbehörde DEA hat 11 bundesstaatlich lizensierten Abgabestellen einen erschreckenden Brief überstellt. Sie sollen innerhalb von 30 Tagen schliessen oder sich der Beschlagnahme gegenübersehen.

Trotz der Initiative 502, welche Marihuana für alle Erwachsene über 21 im Bundesstaat Washington legalisierte und der die Wähler von Washington zustimmten, und dem schon 1998 zugestimmten Vorhaben 692, welches medizinisches Marihuana im Bundesstaat legalisierte, haben jetzt 11 Abgabestellen Briefe von der Drogenverfolgungsbehörde DEA erhalten. Der Verkauf von Marihuana sei illegal unter Föderalgesetzen und sie müssten innerhalb 30 Tagen schliessen. Ansonsten könnte ihr Eigentum beschlagnahmt werden.

„Die Bürger in Washington haben gesprochen“, so Kari Boiter vom Washingtoner Chapter der Americans für einen sicheren Zugang. „Eine Mehrheit der Wähler sagen dass Cannabis kein Verbrechen sei, insbesondere für kranke Personen. Dennoch sind die Förderalbehörden weiterhin hinter Patienten und ihren Fürsorgern hinterher mit Strafen. Soll soe die I-502 Industrie behandelt werden?“

Die bundesstaatliche Kontrollbehörde für Alkoholika arbeitet zur Zeit an einen Plan zur Besteuerung und Regulierung von Marihuana. Die Pläne umfassen lizensierte Produzenten, Verarbeiter und Verteilungszentren.

Es ist unklar, warum die 11 Abgabestellen herausgepickt worden sind. Einige Besitzer der angeschriebenen Abgabestellen gaben an, dass sie völlig innerhalb der lokalen und bundesstaatlichen Regeln arbeiten.

„Diese Kollektive haben intensiv mit den Stadt und dem Bundesstaat zusammengearbeitet um Arbeiten zu können“, so Rachel Kurtz, die Anwältin, welche die Abgabestellen vertritt. „Der Brief der DEA macht keinen Unterschied zwischen legitimen Geschäften und jenen, die keine Anstrengungen unternehmen um bundesstaatliche und lokale Gesetze zu befolgen.“

„Ich würde es sehr gut finden, wenn die DEA herkommt und einen Blick reinwirft“ so Douglas Gerdes, Besitzer von „The Only Natural“, der den Brief am letzten Dienstag erhielt. „Ich habe nichts falsches getan.“

Die Sprecherin der Seattler DEA, Jodie Underwood, sagte zu den Briefen, dass sie identisch seien mit den anderen Briefen im letzten Sommer, in denen es um härtere Strafen gehe für Drogenstraftaten innerhalb von 1000 Fuss bis zu einer Schule, einen Park, oder einen anderen „sensiblen Ort“.

Underwood fügte hinzu, dass der Brief „nicht mit den Gesetzen in Washington zu tun habe.“

Sprecher des Bundesstaates Roger Goodman, ein Befürworter von medizinischen Marihuana sagte dazu, dass die Behörde übertrieben habe. Es gäbe gar keine Regelung, wie weit eine Abgabestelle von einer Schule oder ähnlichem entfernt sein dürfe.
Wegen der hohen Bevölkerungsdichte wäre so ein Geschäft – egal ob nun mit Marihuana oder nicht- auch gar nicht möglich.

Trotzdem gab es einige Abgabestellenbesitzer, die darauf geachtet haben. Aber das zählte nicht für die DEA. „Als ich meinen Shop in Shoreline eröffnete, schätzte die Stadt die Distanz zwischen meiner Zugangstür und der Schultür die Strasse runter auf 1058 Fuss. Aber der Brief sagte, ich wäre innerhalb von 1000 Fuss.“

via the daily chronic: War on Marijuana Returns with Federal Crackdown on Seattle Dispensaries

Regulierung von Marihuanaabgabestellen – Schliessung erhöht die Kriminalität in der Umgebung

Logo der IDPC, International Drug Policy Consortium21.9.2011: Wenn Abgabestellen für medizinisches Marihuana schließen müssen, steigt die Kriminalität in der Nachbarschaft deutlicher an, als in Gegenden, in denen die Abgabestellen geöffnet bleiben dürfen. Dies sind die Ergebnisse einer neuen Studie durch die RAND Corporation. Die Fakten zerstören die Theorie, dass Abgabestellen für Medizinalhanf kriminellen Aktivitäten fördern würden.

Es wurden Straftaten sowohl vor, als auch nach der Schließung einer großen Anzahl von Abgabestellen in Los Angeles untersucht. Die Forscher fanden heraus, dass Tatbestände wie Einbrüche in der Nachbarschaft von geschlossenen Abgabestellen häufiger seien, als in Stadtteilen, in denen sie bestehen bleiben konnten.

Der Link zur Studie: RAND TR987

via international drug policy consortium