Tschechische Polizei möchte beschlagnahmtes Cannabis für medizinische Zwecke nutzen

Cannabispflanze und Marihuana aus den NiederlandenPrag: Die Polizei in Tschechischen haben vorgeschlagen, das beschlagnahmte Marihuana zu medizinischen Zwecken einzusetzen. Dies solle zum Beispiel bei der Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose oder Parkinson genutzt werden, so berichtet die Zeitung Lidove noviny (LN) am letzten Freitag. Das Justizministerium stehe der Idee nicht im Weg, fügte LN hinzu.

„Es ist ziemlich logisch“ sagte Justizminister Jiri Pospisil (ODS) der Zeitung.

Dennoch sagte er, dass in diesem Fall die Polizei die gesetzestreue Verteilung der Droge sicherstellen müsse.

Die tchechische Polizei beschlagnahmt und zerstört etwa 400 Kilogramm Marihuana, laut der Zeitung.

Bislang wurden keine hanfbasierten Medikamente offiziell in der Tschechischen Republik erlaubt. Nur einige Studien über den Effekt auf die menschliche Gesundheit seien in der Mache.

Experten nehmen etwas Abstand von der Polizeiinitiative. Michal Miovsky, Kopf des Suchtzentrums an der Psychiatrischen Klinik der Charles Universität begrüßt die Idee als einen positiven Schritt.

Dennoch stellte er klar, dass Hanf aus illegalen Zuchten oft Unkontrolliert betrieben werden und damit die Nutzung als Medizin problematisch sein könnte.

Das Gesundheitsministerium gibt zu, dass Cannabis therapeutische Effekte haben könnte, aber warnt zur gleichen Zeit vor unerwünschten Effekten, die bei der Einnahme auftreten und die noch nicht komplett Beschrieben worden seien, schreibt LN.

Die neuere Partei Czech Public Affairs (VV) unterstützt die Idee der Marihuanalegalisierung zu medizinischen Zwecken, schrieb die Zeitung Mlada fronta Dnes (MfD) am Mittwoch.

Die VV schlug erst den Import der „weichen Droge“ aus den Niederlanden vor.

Aber die Partei würde auch der Nutzung des durch die Polizei beschlagnahmten Marihuanas zustimmen, welches viel preisgünstiger sei, wenn die Gesetze dies zuliessen, sagte VV Mitvorstand Kristyna Koci der LN.

Auf der Gegenseite Jakub Frydrych, Chef der Tschechischen Antidrogenbehörde, schreibt die Idee aus unrealistisch ab.

„Ich kann mir das nicht vorstellen. Es ist eine ähnliche Debatte, wie die in der wir diskutierten ob man Opiate aus Heroin machen könnte“, sagte Frydrych.

Kein anderes europäisches Land würde beschlagnahmte Drogen für die Gesundheitsvorsorge nutzen, fügte er hinzu.

Trotzdem unterstützen mehr und mehr tschechische Institutionen und Politiker die Nutzung von Hanf zu medizinischen Zwecken.

Wenn der Zweck erlaubt werden würde, müsste der Staat sich entscheiden, ob es pharmazeutische Firmen oder eine staatliche Stelle sein soll, die Hanf züchten würde oder ob es importiert werden sollte, schreibt LN.

Quelle: Prag Monitor via 420magazine

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