Techniker Krankenkasse überarbeitete Drogenlexikon und verpeilt

Hinweise im Sinne der Schadensminderung an die Techniker Krankenkasse haben veranlasst, dass die Drogeninformationen auf der Onlinepräsenz überarbeitet worden sind. Diese lasen sich bis dahin an, als wären sie in dem Jahre 1970 stehen geblieben. Leider ist Diskussion zum medizinischen Cannabis, das in den USA hunderttausende bekommen, noch nicht angekommen.

Ich habe Anfang letzten Jahres die Techniker Krankenkasse angeschrieben, warum ihre Drogeninformationen so unausgeglichen und verteufelnd sind. Ganz im Sinne der Schadensminderung habe ich den Support der Krankenkasse angeschrieben und darauf hingewiesen. Schliesslich waren die Informationen noch aus dem Jahre 2003, lasen sich aber an wie von 1970.

Mittlerweile wurde die TK-Online Webseite zu Drogen überarbeitet. Insbesondere sind die „Ich kann fliegen“ Texte zu LSD ‚rausgeflogen. Dafür wird auf unangenehme Art und Weise über die „gefährliche Droge“ Ketamin hergezogen, wozu es zum einen keinen Grund gibt zum anderen diese Wortwahl nicht in den Quellen auftaucht.

Auch wird die Entwicklung in Sachen Medizinisches Cannabis nicht angegangen. Dort finden sich noch immer Horrorstories. So wird auf der Seite „Probleme und Folgeschäden bei Cannabiskonsum“ maßlos übertrieben und keineswegs Schadensminderung betrieben. Als besorgte Eltern ohne weitere Hintergrundinformationen würde ich da völlig überreagieren.

Soweit dazu, dies werde ich natürlich der TK gleich mal schreiben. Dort finden auch im Juni die sogenannten Sozialwahlen statt, bei denen Mitglieder der Kasse einen Vertreter für ihre Interessen wählen können. Eine Einbringung der Zivilgesellschaft zur Drogenthematik wäre bestimmt mal nicht schlecht…

2 Kommentare zu “Techniker Krankenkasse überarbeitete Drogenlexikon und verpeilt

  1. So übertrieben finde ich die Darstellung der TK zum Thema Cannabis nicht. Insgesamt stimmen die dort aufgeführten Punkte schon und sind im Gegensatz zu manch anderen Berichten eher sachlich dargestellt.
    Den einzigen Kritikpunkt, den ich hier anbringen kann, ist, dass die TK nicht zwischen Konsum und Missbrauch unterscheidet.

    Der medizinische Gebrauch von Cannabis führt Deutschland leider immer noch ein Schattendasein und es wird wohl noch einige Jahre dauern bis diese Erkenntnis sich auch in Köpfen der Entscheidungsträger festgesetzt hat.

  2. Ja, wie du auch so richtig feststellst, machen die keinen Unterschied – genau das Kreide ich an. Vielleicht sollte ich das noch mehr klarstellen..
    Andere Substanzen werden auf deren Webseiten deutlich differenzierter dargestellt. Von dem Ketamin-Artikel mal abgesehen.

Kommentarfunktion geschlossen. Keine Kommentare sind möglich.