Welche Droge ist in meiner Droge?

Eine 5-Meo-DALT TüteDie chemische Analyse von 5-Meo-DALT und die Diskussion über inkonsistente Research Chemicals auf dem Markt von 2010. Earth Erowid und Spoon eröffneten am 4. November eine Seite auf Erowid: 5-Meo-DALT ist eine psychoaktive Chemikalie die zuerst von Alexander Shulgin beschrieben wurde. Sie wurde bald darauf synthetisiert und durch Onlinehändler vertrieben. Shulgin berichtet von einer Dosierung von „12-20 mg. Oral“ und eine Wirkdauer von zwei bis vier Stunden.

Es kamen Berichte rein mit den üblichen Effekten – von positiv bis nichts bis enttäuscht. Aber einige Posts im Bluelight Forum in 2010 gaben zu verstehen, dass es möglicherweise verschiedene Chargen auf dem Markt kursieren und von verschiedenen Händlern verkauft werden. Einige Personen berichten von deutlich höheren Dosierungen als von Shulgin angegeben während andere Pulver erhalten haben, das nahezu nicht wirksam ist.

Erowid hat sich entschlossen, das ganze mal genauer Anzusehen und der Frage nachzugehen, was die Unterschiede zwischen einigen dieser Materialien sein könnten:

September 2010 analyisierte Erowid zwei Proben von 5-MeO-DALT, welche von Onlineverkäufern bezogen wurden. Eine Probe wurde von einem Onlinehändler durch einen Freiwilligen von Erowid zur Verfügung gestellt, während die andere Probe von einem zufällig auf Google gefundenen Händler besorgt wurde. Die Probe von dem Freiwilligen war sehr reines 5-MeO-DALT. Dahingegen enthielt die Probe die wir Online kauften keinerlei 5-MeO-DALT. Das Labor welches den Test durchführte konnte nicht mit 100%iger Sicherheit sagen, was es sein könnte aber die Chemiker sagen es sei deutlich ein Kathinonderivat und könnte 4-Fluoromethkathenon (Flephedron) sein.

Erowid veröffentlichte die Ergebnisse (inklusive der GC/MS Angaben) auf EcstasyData als ID: 2025 und ID: 2026.

In Großbritannien wird der Markt für „legale Highs“ sehr stark überwacht. Einige der Produkte scheinen sehr unterschiedliche Inhalte aufzuweisen. Pulver, die als „NRG-1“ verkauft werden können aus einzelnen Stoffen bestehen aber auch aus Kombinationen wie Butylon + MDPV; 4-Fluoromethkathenon; 4-Fluoromethkathenon + MDPV; Koffein; 4-Methylmethkathenon; und weitere, nach Brandt, Sumnall, Measham, and Cole.2

Nach der Popularität und den folgenden Kontroll- und Verbotsverfahren einiger der Kathenonderivate in Großbritannien, Irland und Teilen von Nordeuropa in 2009 und 2010 scheinen Lager mit den neu illegalisierten Produkten zu existieren und durch skrupellose oder uninformierte Händler als andere Chemikalien verkauft zu werden. Zum Beispiel wurde 4-Methylmethkathenon (Mephedron) im April 2010 in Großbritannien illegalisiert, dennoch wurden einige Produkte mit dieser Substanz sowohl vor der Gesetzesänderung als auch danach verkauft, ohne dass den Kunden klar gemacht worden sei, dass es sich um Mephedron handele.3

Dies schafft ein neues Risikop für die Konsumenten von „legalen“ Research Chemicals: Es könnte passieren, dass jemand auf einmal in dem Besitz einer kontrollierten Substanz gerät, ohne es zu Wissen bzw. eigentlich etwas anderes haben wollten, dass in ihrer Gesetzeslage legal sei.

Erowid hofft dass die Analyse von Research Chemicals, die es auf dem offenen Markt gibt, weiter ausgebaut werden und dass die Behörden, vor allem die DEA, ihre schädlichen Restriktionen für die Verfügbarkeit von Drogenanalysen aufheben. Erowid und anderen muss es möglich sein, Analysen zur Schadensminderung durchzuführen.

Quellen:

  • skunkjar. „The Big & Dandy 5-MeO-DALT Thread“. Bluelight.ru. May 4, 2010. http://www.bluelight.ru/vb/showpost.php?p=8348078&postcount=238. Accessed Sep 2010.
  • Brandt SD, Sumnall HR, Measham F, Cole J. „Analyses of Second Generation ‚Legal Highs‘ in the UK: The Confusing Case of NRG-1“. BMJ. Jul 16, 2010.
  • Ramsey J, Dargan PI, Smyllie M, et al. „Buying ‚Legal‘ Recreational Drugs Does Not Mean That You are Not Breaking the Law“. QJM. Jul 2, 2010.
  • Davies S, Wood DM, Smith G, et al. „Purchasing ‚Legal Highs‘ on the Internet–Is There Consistency in What You Get?“. QJM. Jul 2010;103(7):489-493.

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