LU: Teilerfolg für Cannabis-Arzt – Petition für Cannabis als Medizin kommt

Luxemburg: Aus der Antwort von Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo auf einen Brief des Abgeordneten Dr. Jean Colombera (ADR) geht hervor, dass Cannabishaltige Medikamente, für die eine Genehmigung für das Inverkehrbringen („autorisation de mise sur le marché“) in einem anderen Land vorliegen, auch in Luxemburg von Ärzten verschrieben und dementsprechend genutzt werden könnten. Colombera, der vor kurzem wegen der Abgabe von natürlichem Cannabis als Medizin verhaftet worden ist, bewerte die Antwort als ersten Erfolg in seinem Kampf für den Cannabis, erklärte er am Dienstag anlässlich einer Pressekonferenz.

Bei einer Hausdurchsuchung am 6. Oktober in der Arztpraxis von Colombera wurden neben Patientendossiers auch Cannabis von der holländischen Firma Bedrocan beschlagnahmt. Colombera hatte in einem Brief vom 25. Oktober 2010 den Minister um Erlaubnis gebeten, einigen von seinen Patienten Cannabis haltige Medikamente verschreiben zu dürfen. Insbesonders handelte es sich dabei um drei Medikamente (Bedrocan, Bediol und Bedrobinol), welche in den Niederlanden erhältlich sind.

Weiter aus der Nachrichtenmeldung:

Verschreiben verboten!

Da diese Arzneimittel aber in den Niederlanden nicht frei verkäuflich seien, sondern einem speziellen Reglement unterliegen, dürfen diese nicht in Luxemburg verschrieben werden. Da es Colombera jedoch um mehr als nur die Nutzung von cannabishaltigen Medikamenten geht, stellte er am Dienstag eine Petition vor, in der die Regierung aufgefordert wird, „das Verschreibungsverbot von Cannabis aufzuheben, und dessen therapeutische Anwendung zu ermöglichen.“ Das Verbot basiere auf einem Gesetz aus dem Jahre 1973, seitdem hätten sich jedoch eine ganze Menge neuer Erkenntnisse ergeben. Untersuchungen haben ergeben, dass Cannabis nicht nur Schmerzen lindere und verschiedenen Krankheiten heilen könne, sondern auch präventive Eigenschaften habe. Die Pflanze sei außerdem von größerem therapeutischem Nutzen, als synthetisch hergestellte Cannabinoide.

Um die medizinischen Vorteile der Pflanze und die damit zusammenhängenden Forschungergebnisse zu erläutern, hatte die kürzlich gegründete „Union francophone pour les cannabinoïdes en médecine“ (UFCM) den kalifornischen Arzt William Courtney eingeladen, der eigenen Angaben nach schon fünf tausend Patienten mit Cannabis behandelt hat. [..] Die Pharmaindustrie sei lediglich an der synthetischen Herstellung von einzelnen Inhaltsstoffen interessiert, sofern diese legal seien. Patienten, die jedoch auf große Mengen angewiesen seien, könnten sich diese Produkte oft nicht leisten. Deshalb wäre ein breiter Anbau von natürlichem Cannabis ideal, da man den größten Nutzen aus der Pflanze ziehe, wenn man sie integral, quasi als Gemüse verzehre.

siehe auch Demonstration für die Legalisierung von Cannabis als Medizin in Luxemburg am 14.10.2010

via Tageblatt

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