Lange Wartezeiten für Patienten in Deutschland und Kanada

Patienten und Kritiker sagen, dass es zu lange dauert bis eine Lizenz für medizinisches Marihuana ausgestellt wurde. So mussten in Kanada einige Patienten bis zu sechs Monate warten, für eine Erlaubnis die nur ein Jahr gültig ist. In Deutschland zieht die Erlaubnisvergebezeit teilweise zwischen 4-6 Wochen, und eine Lieferzeit der Blüten bis über 4 Wochen hin. Für die Patienten und betreuenden Personen unhaltbare Zustände!

Berlin-Ottawa: Es dauert viel zu lange bis Erlaubnisse für medizinisches Marihuana ausgestellt werden. Das Gesundheitsministerium von Kanada, ähnlich dem Gesundheitsministerium bei uns bzw. dem Bfarm, vergibt Lizenzen an Menschen mit heftigen Krankheiten und einem Rezept ihres Doktors. Fast 5.000 Kanadier haben eine Erlaubnis, Cannabis mit sich zu führen um ihre chronischen Schmerzen zu lindern oder ihren Appetit anzuregen, und etwa 3500 haben eine Lizenz zum Selbstanbau, von denen die Patienten in Deutschland noch träumen.

Einige Patienten sagen, dass es zu lange Dauert bis man eine Änderung oder eine Erneuerung der Lizenz bekommt. Und sie haben Angst, dass sie Probleme wegen dem Besitz bekommen oder ihnen gar die Wohnung von der Polizei gestürmt wird während sie warten.

Cheryl MacLellan betreibt ein Anbaukollektiv für lizensierte Pflanzer und Gebraucher. Sie ist eine ehemalige Polizeibeamtin und sammelt in ihrem Kollektiv 45 Mitglieder.. Sie sagt, während die ersten Lizenzen innerhalb von sechs Wochen kamen, benötigt das Gesundheitsministerium nun bis zu sechs oder sieben Monate um die Anträge zu bearbeiten. Das Ziel des Ministeriums selbst sei 8 bis 10 Wochen.

„Das ist unakzeptabel. Du kannst eine Oxycotinverschreibung bekommen und sofort runter in Apotheke gehen und es mitnehmen.“ sagte MacLellan.

Es stellt auch eine Gefahr für die Personen mit Anbauerlaubnis dar, da durch die Verzögerung bis eine Lizenz erneuert ist müssen sie auch neue Pflanzen ziehen. Schon einmal wurde die Kooperative von der Polizei gestürmt, die Tür eingetreten, und sie möchte das nicht noch einmal.

„Irgendwann müssen wir mit ausgelaufenen Erlaubnissen anbauen“ sagte MacLellan.

Marie Tripp hat ihren Antrag ausgefüllt, nachdem der Doktor ihre verschriebene Dosis von fünf auf 10 Gramm pro Tag erhöht hatte. Tripp leidet an Fibromyalgie, chronischer Schläfrigkeit und Osteoarthritis – nutzt aber keine Schmerzstiller ausser Marihuana. Sie hat Angst, darüber wie lange es dauern könnte bis für sie und ihr Gärtner neue Lizenzen ausgestellt sind.

„Sie lassen die Leute im Regen stehen. Unsere Lizenzen sind Schutz und Sicherheit,“ sagte Tripp, ein Mitglied der Kooperative.

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