Drogenkonsum am Kottbusser Tor

Was ist nur los am Kottbusser Tor? Diese Frage muss man sich stellen, wenn mensch aufmerksam Indymedia liest. Da ist von Yuppiesierung die Rede, von einer „Bürgerinitiative Kottbusser Tor“, von zwielichtigen Gruppierungen rund um rechtsextreme Strömungen und Securityfirmen.

Blick aus dem U-Bahnhof Kottbusser TorZum Samstag, den 21.2.2009 hatte die „Bürgerinitiative Kottbusser Tor“ zu einer Demonstration unter dem Motto „Drogen weg vom Kottbusser Tor“ aufgerufen. Den im Netz verfügbaren Videos von der Demo zufolge waren dort etwa 20 bis 30 Personen beteiligt. Auch eine Gegendemonstration ist zu sehen. Um genau zu sein, eher zwei Gegendemos – die einen in einer eher Yuppie-raus Mentalität und einer eher besonnenen Gruppe, für die eine Verdrängung der „Junkies am Kotti“ nicht in Frage kommt.

In den Medien wurde die Kundgebung gegen Drogen auf 80 Personen beziffert. Wer sich die Fotos und Videos anschaut, wird bemerken, dass diese Zahl nicht stimmt.

Ich selber war leider nich vor Ort, auch wenn es „mein“ Bezirk ist, vielleicht folgt noch ein Text! Eine Stellungnahme der „Wir bleiben alle“ Kampagne zur Initiative Kottbusser Tor gibt es schon.

Auch Steffen Geyer, bekannt als Sprecher der Hanfparade, war anwesend, um mit einem „Jugendschutz-Verbraucherschutz-Legalisierung“-Transparent und gab den Reportern ein paar Interviews und drogenpolitisches Statements mit auf den Weg.

Dem Drogenkonsumraum „Ska“ läuft Ende März der Mietvertrag aus und kein neuer ist in Sicht. Damit wird die letzte sinnvolle Möglichkeit irgendwo von der Strasse weg zu sein, genommen. Am Freitag vor der Kundgebung gegen Drogen wurde der Kotti von einer Hundertschaft gefilzt und die Junkies „auf den Kopf gestellt“. Da kann kein Streetworker seine Arbeit machen – und wenn der Druckraum zu ist, wird es nur noch mehr Junkies auf der Strasse geben. Der Druckraum hatte auch immer nur bis 17 Uhr offen: Kein Wunder dass es zu anderen Zeiten Probleme gibt.

Das Kottbusser Tor ist Europaweit bekannt bei den Heroinkonsumenten. Dieses Problem wird man auch die nächsten 20 Jahre nicht loswerden…

Aus der Presse:

Wie gehts weiter?

Am 27.2.2009 soll im Festsaal Kreuzberg, Skalitzer Str. 130, 10999 Berlin, um 19 Uhr, eine Podiumsdiskussion zum Thema: „Für ein lebenswertes Kreuzberg – Drogen weg vom Kottbusser Tor“ stattfinden. Dort werden anscheinend nur Vertreter aus Politik und Sicherheit anwesend sein. Personen, die wirklich Ahnung von der Materie haben, wie z.b. von Fixpunkt, die den Druckraum betreiben, oder der Aidshilfe sind nicht vorgesehen.

Das Medienprojekt PSI-TV hat eine Dokumentation davon veröffentlicht: PSI-TV: “Drogen weg vom Kottbusser Tor” Podiumdiskussion vom 27. Februar 2009. Dort auch als Onlinevideo einsehbar!

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