69 Anregungen und Fragen zum Coffeeshop in Kreuzberg

Die Grüne Bezirksführung in Kreuzberg möchte einen bzw. mehrere Coffeeshops zur Abgabe von Cannabis ermöglichen. Die Diskussion läuft – leider vor allem unter Fachleuten. Was nun die Betroffenen dazu sagen, oder wie sie sich einen solchen Coffeeshop vorstellen, wurde noch nicht gefragt. Bis jetzt. Fragen und Anregungen sollten auf der Internetplattform ASKFM eingegeben werden. Innerhalb von 10 Tagen sind 69 Anregungen und Fragen zum Coffeeshop-Modell in Kreuzberg eingegangen. Hier die Liste:

Stand: 6.10.2014
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Dyckmans Reise in den Coffeeshop?

Mechthild Dyckmans - Drogenzarin von DeutschlandIn dieser Anfrage auf Abgeordnetenwatch an die Drogenbeauftragte von Deutschland, Frau Dyckmans, geht es um den Themenkomplex der Coffeeshops, insbesondere die Diskussion um den Zugang für Touristen.
Die Organisationen VOC (Verein zur Aufhebung des Cannabisverbots) und WeSmoke (Konsumentenverband) haben bereits geantwortet, dass sie sich auf den Besuch vorbereiten werden.

Wenn du an der Antwort der Abgeordneten und Drogenbeauftragten interessiert ist, kannst du dich bei Abgeordnetenwatch unter der Anfrage zum Besuch im Coffeeshop und der wissenschaftlichen Diskussion mit dem Punkt „Beim Eintreffen einer Antwort benachrichtigen“ mit einer E-Mailaddresse dort einschreiben. Man bekommt dann eine Benachrichtung, sobald eine Antwort vorliegt.
Ich freue mich über weitere Mit-Interessierte!

Banner zur Anfrage auf Abgeordnetenwatch

Die Anfrage vom 19.3.2013

Werte Frau Dyckmans,

ich habe aus Ihrem Newsletter erfahren, dass Sie Ende April eine Delegationsreise in die Niederlande unternehmen werden. Zur Zeit wird in den Niederlanden ja diese Diskussion über Coffeeshops auch für Touristen (?) geführt.

Meine Fragen zu diesem Themenkomplex wären, werden Sie sich auch einen Coffeeshop anschauen und erklären lassen, ähnlich wie Ex-UNODC Direktor Maria Costa?

Im Zusammenhang dazu, haben Sie schon Kontakt aufgenommen mit den Experten der Konsumentenvereinigung der Coffeeshopbesucher www.WeSmoke.nl oder dem Verband VOC, dem viele Coffeeshopbetreiber angehören www.voc-nederland.org ?

Wie empfinden Sie es, dass das niederländische Fernsehn zwar Strassendealern Sendezeit geben für Ihre zwielichtigen Angebote (siehe bit.ly ), aber es keine wissenschaftlich fundierte Diskussion stattfindet über die Auswirkungen der Verbote?

mit freundlichen Grüßen,

Zu finden auf Abgeordnetenwatch unter Mechthild Dyckmans.

Nijmegen wird neue Weed-Stadt Nummer Eins

Es ist so gekommen, wie alle befürchtet haben: Die Touristen stapeln sich vor den geschlossenen Türen; und nerven die Einwohner, ob sie etwas mitbringen. Touristen werden mit schlechtem Material betrogen. Die Strassendealer sind aufgetaucht; die Einwohner bekommen jetzt Angst wegen der Strassenkriminalität. Die Coffeeshops, die den Wietpas ausstellen, sind total überlastet. In der Stadt Nijmegen, in der es den Pass noch nicht gibt, ist der Umsatz in den Coffeeshops um 30% gestiegen. Coffeeshops, kleine Läden und sogar Burger King beschweren sich über Umsatzrückgänge. Alles dies in den Niederländischen Zeitungen:
Extra Geld in der Kasse durch den Wietpas und Breaking News über den Weedpass (Limburger.nl, rtl.nl)

Video zu den Auswirkungen

Es hat so einige Auswirkungen, hier auch in einem Videobericht. Auf die Frage an einen Beamten, was denn die Oberen gesagt hätten bei den ganzen negativen Auswirkungen kam nur – Schweigen. Na Super!

Update

DerWesten hat das Thema übernommen und sagt das gleiche: Der Drogentourismus hat seit der Einführung des Wietpas zugenommen.

BCN – Interessensverein für CoffeeshoparbeiterInnen

Die BCN, die Stiftung für die Belange der Coffeeshopmitarbeiter in den Niederlanden, möchte ein Zeichen setzen gegen die vorgeschlagenen Pläne der niederländischen Regierung. So steht die Befürchtung an, dass ein großer Teil der Mitarbeiter der Coffeeshops als Folge des Wietpas bald Arbeitslos sein werden. Kollektiv möchte die Branche versuchen, dagegen vorzugehen. Einige langjährige Mitarbeiter aus Coffeeshops in Limburg haben deswegen die Stiftung BCN ins Leben gerufen.

Grafik Banner der Stiftung BCN, der Coffeeshoparbeiter GewerkschaftSie haben sich als Ziel gesetzt, sich der Diskriminierung von Ausländern wegen des Wohnsitzkriteriums und der Verletzung der Privatsphäre ihrer Besucher durch eine Registrierung zu widersetzen. Weiterhin natürlich die darauf folgende Massenentlassungen der Mitarbeiter von Coffeeshops zu verhindern. Sie möchten dies mit öffentlichen Debatten und Kundgebungen erreichen.

Wenn Sie auch ein Coffeeshopmitarbeiter sind, der um seinen/ihren Job fürchtet und gegen die Handlungen der Regierung aufstehen möchte, nehmen Sie Kontakt mit der BCN auf. Die Mitgliedschaft ist kostenfrei!

Als nicht Coffeeshop-Arbeiter kann man leider nicht mitmachen, dafür gibt es aber die Konsumentenvereinigung WeSmoke (Niederländisch) oder ENCOD (International).

Niederländische Coffeeshops gehören zum Weltkulturerbe!

Die Cannabiskonsumentenvereinigung „WeSmoke“ möchte die Coffeeshops der Niederlande in das Weltkulturerbe der UNESCO eintragen lassen. Wir finden das eine prima Idee und haben Kontakt aufgenommen. Wenn auch du an dem Erhalt der Cannabis und Coffeeshopkultur interessiert bist, schicke doch eine kurze Email. Den Kontakt findest du weiter unten. An dieser Stelle möchte ich noch gerne auf die Anti-Weedpassdemo am 20. April in Amsterdam hinweisen.

Wie über ANP berichtet wird, sagt Dimitri Breeuwer, der Sprecher der niederländischen Cannabiskonsumentenvereinigung WeSmoke, dass man unter den Weltkulturerbe für gewöhnlich aussergewöhnliche Naturschauspiele oder Kulturen versteht, aber auch besondere Orte. „Dies ist der Grund, warum wir die aussergewöhnlichen niederländischen Coffeeshops auf die Liste des UNESCO Weltkulturerbes haben möchten, dem Zentrum der Cannabislegalisierung.“

Seit Dekaden, insbesondere in den letzten Jahren, haben andere Länder die Niederlande sehr genau begleitet und an der Regulierung von Cannabis, wie es in den Niederlanden praktiziert wird, teilgenommen. Schritt für Schritt folgt der Rest von Europa und sogar die USA dem „niederländischen Modell“. Währenddessen ist das Land selbst damit beschäftigt, seine eigene Regulierungspolitik einzureissen.

Die niederländische Cannabisvereinigung WeSmoke sieht diese Änderungen mit Sorge: „Überall auf der Welt wurde ein Konsens erreicht, dass die niederländische Regulierungspolitik besser läuft als die Kriminalisierung der Kultur der weichen Drogen. Wenn wir die starke soziale, politische und öffentliche Signifikanz in praktischen allen Winkeln der westlichen Welt der Coffeeshops miteinbeziehen, sehen wir dass sie dringenden Schutz benötigen.“

Hanfparade 2010: Cannabis ist Weltkultur„Wir können es nicht erlauben, dass ein sich temporär geändertes politisches Klima diese einzigartigen Geschäfte zerstört, welche progressiv und vorsichtig die Pfade einer bestmöglichen Cannabisregulierung testen. Die Coffeeshops können nicht einfach von der Weltbühne verschwinden, wenn zur gleichen Zeit international jeder verlangt, das niederländische Modell zu übernehmen.“ so WeSmoke.

„Das niederländische Modell mit seinen bekannten Coffeeshops hat sich bewährt und zu weniger Drogenabhängigkeit, zu einer medizinischen Behandlung sowie zu einem Rückgang der Drogenkriminalität geführt und dazu beigetragen, dass Cannabis in der Gesellschaft akzeptiert wird. Wenn die derzeitige Regierung in den Niederlanden für all diese Erfolge blind geworden ist, so hoffen wir, dass die UNESCO uns beim Erhalt der Coffeeshops unterstützen kann. Der niederländische Coffeeshop hat die Aufnahme als Weltkulturerbe verdient!“

Währenddessen ist die politische Unterstützung für diese Initiative größer als gedacht: „Wir bekommen Unterstützung für diese Idee aus vielen unerwarteten Richtungen. Wir können uns kein besseres und größeres Signal für eine Politik denken, die gerade unter soviel politischen Feuer steht.“

Auch zum als Thema beim Hanf Journal: Coffeeshops sind Weltkultur

Konsumentenvereinigung WeSmoke: Wesmoke.nl, Dimitri Breeuwer, bestuur@wesmoke.nl – Pressemitteilung per ANP

Nol van Schaik: Wie der Preis des Cannabis in den niederländischen Coffeeshops zustande kommt

Nol van Schaik ist Coffeeshopbesitzer in Haarlem, den Niederlanden. Er schreibt diesen Artikel, da es immer wieder Nachfragen gibt über die Preise des Marihuanas und des Haschischs in den niederländischen Coffeeshops. Dieser ist natürlich ein großes Thema bei den Kunden, bei den Angestellten und jenen, die mit den tolerierten Coffeeshops zu tun haben:

Foto der Coffeeshops Menukarte mit Gras, Hasch und Joints; Foto von MrLurks Hideout WebseiteWährend der letzten großen Runde mit unseren Angestellten, kam die Frage von mehreren von ihnen diese Frage auf. Sie fragten mich, ob wir nicht günstigeres Gras verkaufen könnten… Sicherlich, sagte ich, holt mir günstigeres Marihuana und ich werde es auf dem Menü günstiger anbieten.

Ich verstehe, warum die Frage aufkam, denn unsere Leute müssen sich die Beschwerden über die hohen Cannabispreise von unseren Kunden anhören. Sie wussten einfach nicht, wie die Preise, so wie sie sind, zustande kommen und glaubt mir, die Coffeeshops in Haarlem sind billig im vergleich zu den Preisen in Amsterdam für Blüten und Hasch. Und natürlich beschuldigen die Kunden uns, dass wir die Preise so hoch halten würden. Aber das ist überhaupt nicht so, das Gegenteil ist der Fall, wir haben bei den Preisen überhaupt nichts zu sagen!

In den guten alten Zeiten hatten die Coffeeshops ihre eigene Gruppe von Personen, die das Cannabis anpflanzten, dass heisst, dass die Coffeeshopbesitzer einen Einfluss darauf hatten, welche Sorte wie hergestellt wird. Die Preise waren überall in den Niederlanden die gleichen, einfach nur weil es keine anderen Käufer in unserem Business gab. Sicherlich, ein paar Leute würden ein Kilo mit über die Grenze nehmen, vielleicht auch mal etwas mehr, aber sie haben von den Coffeeshops gekauft und nicht von den Gärtnern. Da gab es immer eine Erhöhung der Preise während und nach der Ferienzeit und das aus zwei Gründen: Gärtner müssen auch mal Urlaub machen, und wenn sie es machen können sie nicht anbauen, sie verlieren Produktionszeit, gut die Hälfte der Ernte. Ein weiterer Grund ist die Sommerhitze.
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NL: Haarlems Coffeeshops weigern sich den Wietpass einzuführen

Alle 16 lizensierten Coffeeshops in Haarlem, den Niederlanden, weigern sich den Wietpass von Justizminister Opstelten einzuführen. Die Besitzer der Cannabiscafes sehen keinen Sinn in der Registrierung ihrer Kunden als Cannabisgebraucher. Smokeout-Demonstration am 20. April 2012 geplant.

Die Motivation hinter dieser Stellungnahme liegt in dem Ergebnis einer Umfrage (hier komplett als PDF), die von den 16 Coffeeshops durchgeführt wurde und die Aufzeigt, dass nur etwa 12,4% der Teilnehmer sich eventuell registrieren lassen würden als Cannabisgebraucher auf einer Mitgliederliste eines Coffeeshops. Dies zeigt, dass die Haarlemer Coffeeshops am Ende 87,6% ihrer Kunden verlieren würden und höchstwahrscheinlich Insolvent gehen müssten. Im Falle einer Insolvenz kann ein Coffeeshop nicht mehr existieren, daher ist die Teilnahme an dem Weedpass Projekt keine Option, so die Mitglieder der Vereinigung THC, The Haarlem Coffeeshops.

Grafik Banner Aufruf zum Smokeout gegen den Weedpass am 20.4.2012

Es würde auch bedeuteten, dass die Angestellten der Coffeeshops ihre Arbeit verlieren, das sind etwa 90 Personen die dann Sozialhilfe beantragen müssten. Das betrifft nicht nur die Haarlemer Coffeeshops, sondern alle im Land und sie müssten alle das meiste Personal entlassen. Rund 4.500 Menschen würden ihren Job verlieren und schlecht vermittelbar sein, denn ein Lebenslauf mit einem Cannabisjob ist noch immer wie ein Stigmata, das die Arbeitgeber ablehnen.

Die Umfrage zeigt auch, dass etwa 62,9% der Nein-Sager ihr Cannabis wieder auf der Strasse oder von einem Hausdealer kaufen würden, wenn sie sich nur noch registriert Gras im Coffeeshop holen könnten. 21,7% sagen, sie würden anfangen, ihr eigenes Gras zu ziehen.

Wenn die Regierung die Coffeeshopkunden in Zukunft auf die Strassen treibt, werden sie mit Personen, die auch andere Drogen verkaufen als nur Cannabis, in Kontakt kommen. Dies sei unakzeptabel, so die THC.

Die niederländische Toleranzpolitik gegenüber dem Cannabisverkauf basiert auf einer „Trennung der Märkte“, zum einen der Markt der weichen Drogen, wie Cannabis, und der Markt für Heroin, Kokain, die als „harte Drogen“ laufen. Die Coffeeshops sind erfolgreich, dieses Prinzip aufrecht zu erhalten. Die Anwesenheit der Coffeeshops in der niederländischen Gesellschaft macht einen Unterschied, einen klaren und positiv zu wertenden Unterschied: Während die Konsumentenzahlen bei Personen über 16 Jahren in den Niederlanden bei 6,1% liegen, sind es in den USA 12,8% und Großbritannien 10,8% ohne Coffeeshops! Die Verbote scheinen mehr Cannabiskonsum zu verursachen, als der geregelte Cannabisverkauf. Das System kann nicht einfach ausgerottet werden, bloß weil der niederländische Justizminister meint, dass Cannabis rauchen schlecht sei, und „Wir“ alles machen sollten, damit es das nicht gibt.

Die 16 Coffeeshopbetreiber in Haarlem haben sich entschieden, den neuen Kriterien für tolerierte Coffeeshops, wie die Registrierung der niederländischen Bürger als Cannabisgebraucher und die Diskriminierung aller nicht-niederländischen Kunden, nicht zu folgen. Sie können die Insolvenz nicht schlagen, und damit seien sie, ihre Angestellten, Kunden fertig für einen Kampf mit dem Minister Opstelten, noch bevor die Stadt in Reviere der Strassendealer aufgeteilt wird.

JDTV auf der Suche nach Antworten zu dem Wietpass, auf Youtube. Interviewpartner sind Nol van Schaik vom Coffeeshop Indica, Haarlem und Jason vom Coffeeshop Dampkring, Amsterdam:

Wilco Sijm, Vorsitzender der THC
+31 (0)655165594

Nol van Schaik, Sekretariat THC
+31 (0)23-2022270

via: Coffeeshop News. Google News Link zu weiteren Artikeln.

Update

21.2.2012: Die neue Hardliner-Strategie gegen die Toleranzpolitik gegenüber „weicher Drogen“ stirbt an den Türen der Rathäuser. Die Niederländischen Gemeinden können selbst entscheiden, wie sie gegen die Coffeeshops vorgehen, welche keine Wietcard einführen. Eins plus Eins macht Zwei. Viele Gemeinden sind gegen den Weedpass und werden deswegen nicht besonders schnell sein bei der Schliessung der Läden. Die Bürgermeister der Städte sind schon lange gegen den Weedpass. Nun gibt es durch das Justiz und Sicherheitsministerium für sie die Option, selbst zu entscheiden, so das Ministerium. Wenn die Bürgermeister gegen die Läden vorgingen, wäre sehr klar, was dann passiert: Der Handel geht zurück in den Schwarzmarkt, unlizensierte Händler übernehmen die Markt und eine neue Kriminalität wäre die Konsequenz.

Mehr dazu bei Coffeeshopnieuws: Dutch Hardline soft-drugs tolerance policy dies at the gates of the town hall

Video: Die Regulierung von Cannabis in Kopenhagen

Der Stadtrat von Kopenhagen stimmte für die Legalisierung von Marihuana. Schau dir das neue Video von der HCLU an, und finde heraus, warum!

Die internationale Presse berichtete im November letzten Jahres, dass der Stadtrat von Kopenhagen mit überwältigender Mehrheit für einen legalen Rahmen für Cannabis gestimmt hat. Das Videoberichterstattungsteam der HCLU ist in die dänische Hauptstadt gereist und hat einige Entscheidungsträger interviewt, dazu gehören Mitglieder des Stadtrats, um herauszufinden, warum sie die Legalisierung der Droge gewählt haben und wie sie das ganze regulieren wollen.

Es scheint, dass das System was hier entstehen soll, sich von den niederländischen Coffeeshopsystem unterscheidet, bei dem kleine private Shops durch Lokalbehörden lizensiert werden. Die dänischen Politiker zeigen auf, dass die Niederländer die Regulierung des Anbaus von Cannabis und dem Nachschub des Coffeeshops dem Schwarzmarkt überlassen haben, also diesen Teilbereich nicht reguliert haben. Der Stadtrat plant ein Netzwerk von staatskontrollierten Läden und Cafes, in denen die Regierung die ganze Prozedur unter kontrolle hat – von der Kultivierung bis zur Verteilung. Das Ziel ist es, den Konsumenten zu schützen und die Schäden des Konsums zu reduzieren. Die Frage ist, ob die neue linke Regierung dem Experiment zustimmen wird. Die Stadträte sind optimistisch: Selbst wenn der Plan jetzt fehlschlägt, ist es nur noch eine Frage der Zeit bis der Cannabismarkt reguliert wird.

via Drugreporter

Diskussionsrunde zu Drogen- und Suchtpolitik

Am 17.9. war ich zum „Gläsernen Piratenmobil“ ins Yaam eingeladen, um dort über das Konzept des Cannabis Social Clubs zu referieren. Neben mir waren auch einige andere Personen eingeladen, um über andere Modelle wie Coffeeshops und der Drogenkultur als ganzes zu reden. Als zweiten Teil gab es eine Diskussionsrunde, in der verschiedene Modelle verglichen wurden.

Veröffentlicht habe ich das ganze beim Medienprojekt PSI-TV: Piratenpartei lädt ein: Vorstellungs- und Diskussionsrunde zu Drogen- und Suchtpolitik.

Hier im Folgenden habe ich die Videos ‚reingelinkt:
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Niederlande: Einführung des Wietpass wird die Kriminalität anheizen

Der Niederländische Wietpass wird die Kriminalität anheizen. Dies ist die Sorge der Organisation Abhängige Nord-Niederlande (VNN) den sie in einem Brief an die Regierung ausdrückt.

Der Wietpass soll wegen Störungen rund um die Coffeeshops eingeführt werden. Aber der VNN zufolge werden die Probleme durch die strengere Politik nur verschärft. Personen, die Marihuana nutzen wollen können dies doch immer Erreichen und es sei besser, dass sie gute Qualitäten in einem Cafe kaufen könnten. Der Organisation zufolge werden diese Menschen ansonsten in die Kriminalität gezwungen. Der Brief wurde auch von anderen Organisationen aus dem Drogen- und Suchtbereich unterzeichnet.

Wir von der Hanfplantage können dem Brief der VNN nur zustimmen. Hier den Standpunkt der VNN als PDF. Wir als Touristen müssen unser Marihuana dann auf der Strasse kaufen. Und dort gibt es auch jede Menge andere Dinge zu kaufen… diese Durchmischung wird mehr Probleme bereiten, und solange es keine Geschäfte auch für die anderen Substanzen gibt, sich potenzieren.

via RTV Drenthe, Niederlande, 14.6.2011

Cannabisabgabe in Berlin – Das Modell und sechs Jahre danach

Kleine Rückschau: Im Jahre 2004 gab es einen Versuch, die Abgabe von Cannabis in Berlin auszuprobieren. Dieser musste zuerst in das Abgeordnetenhaus, die ganze Geschichte siehe oben auf Cannabislegal. So hatten SPD und PDS den Grünen-Antrag für einen Modellversuch zur kontrollierten Abgabe von Cannabis in Berlin grundsätzlich begrüßt.

Auf der Podiumsdiskussion „Neue Wege in der Berliner Cannabis-Politik?“ waren sich Vertreter fast aller Parteien einig, dass die über 30-jährige Verbotspolitik kläglich gescheitert ist. Nur die CDU blieb unentspannt. So hatte Abgeordneter Kurt Wansner auf der Sitzung des Abgeordnetenhauses Zitate aus Studien genommen, deren Quellen auf rassistischen Pamphleten fussten. Nicht gerade eine saubere Recherche.

Weiterhin wurde die Ausdehnung des Drogenkonsums befürchtet, auch das Landeskriminalamt hatte Bedenken. Er fürchtet einen Anstieg der Kriminalität. Nun zeigt sich an den Beispielen Niederlande, in denen trotz der relativen Verfügbarkeit weniger junge Menschen konsumieren, und Portugal das Gegenteil.

Nachdem die Drogen- und Kriminalitätsproblematik dort immer grösser wurde, änderte die portugiesische Regierung Mitte 2001 den Kurs. Seither sind dort Drogen zwar noch immer illegal, der Besitz einer 10-Tages-Verbrauchsmenge wird aber nicht mehr bestraft oder verfolgt. Also eine Entkriminalisierung. Das gilt nicht nur für die meistkonsumierte Droge auf der Welt, Cannabis, sondern auch für andere Mittel wie Heroin und Kokain.

Nach Zahlen des European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction wird Cannabis in Portugal von 3,3, in den Niederlanden 6,1, in Deutschland 6,9 und in den USA von 12,6% der erwachsenen Bevölkerung genutzt.

Es gibt in Portugal seit dem weniger Drogentote, Therapien werden wirksamer, AIDS-Fälle unter Drogenabhängigen nehmen ab, es gibt weniger Verbrechen. Der amerikanische Rechtsexperte Glenn Greenwald hat die Fakten kurz und prägnant in dieser Studie des Cato Institutes (das Greenwald Whitepaper) zusammengetragen.

Wie wäre es, mit diesen neuen standfesten Erkentnissen, mal wieder über eine Cannabisabgabe in Berlin nachzudenken?

Verkauft Zürich bald Gras und Hasch?

Die Stadt Zürich will künftig Cannabis anbieten – kontrolliert und unter wissenschaftlicher Begleitung. Der Gemeinderat überweiste ein Postulat der Grünen und muss darüber beraten. Die Entwicklung geht weiter: Auch Bern und Basel fordern eine Regulierung der Abgabe.

Ex-Staatsanwalt und FDP Ständerat Dick Marty fordernt dazu die komplette Legalisierung:

Als Staatsanwalt jagte er Drogenhändler und Geldwäscher. Heute sagt FDP-Ständerat Dick Marty: « Der Kampf gegen die Drogenkriminalität und das organisierte Verbrechen ist die totale Pleite ». Grosse Fische gingen den Fandern fast keine ins Netz sagt Marty. «Und die Drogenmilliarden fliessen in die legale Wirtschaft, in Fussballklubs und Luxushotels und Pizzerias .»

Doch mit dem Drogengeld breite sich auch eine mafiöse Kultur aus. «Wir hatten noch nie so viel Korruption wie heute», warnt der Tessiner. Marty will darum einen Paradigmawechsel in der Drogenpolitik. Ein fixfertiges Konzept hat er aber nicht. «Vorläufig ist das nur eine Idee.» Die Schweiz müsse aufhören, den Kampf für eine drogenfreie Gesellschaft zu führen. «Eine drogenfreie Gesellschaft hat es in der Gesschichte der Menschheit noch nie gegeben. Wir müssen lernen, mit den Drogen umzugehen.» Die Schweiz habe Regeln für den Umgang mit Tabak und Alkohol geschaffen. «Wir sollten solche Regeln auch für Cannabis, Kokain und Heroin aufstellen», sagt Marty. Das Alkoholverbot in den USA in den 1930er-Jahren habe das organisierte Verbrechen hervorgebracht.

Den Drogenbaronen den Boden unter den Füssen wegziehen, das ist das Ziel von Dick Marty.

Wir finden das Prima – da sollte sich die Drogenbeauftragte hierzulande eine Scheibe abschneiden. Aber so wie die Antworten auf Abgeordnetenwatch ausfallen, hat sie kein gutes Wort für die Drogenpolitik anderer Staaten übrig.

via Tagesanzeiger: Verkauft die Stadt bald Gras und Hasch

Den Haag: Cannabis Tribunal treffen am 3. Mai

Am Montag, den 3. Mai 2010 von 10 bis 17.30 Uhr findet das Cannabis Tribunaal im Cafe Dudok in Den Hague, den Niederlanden statt. Die zentrale These des Treffens ist „Das Cannabisverbot schadet der Niederländischen Gesellschaft und muss so schnell wie möglich abgeschafft werden“.
Logo des Cannabis Tribunal in Den Haag, Niederlande

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Streik in den Coffeeshops am Neunten Juni 2010

Die Coffeeshopbesitzer in Holland rufen zu einem Streik am 9. Juni auf, um die Aufmerksamkeit auf ihre wichtige Rolle in der niederländischen Gesellschaft zu richten. Der Streik wird von dem Coffeeshopbesitzer Nol van Shaik, der den Willie Wortel Cannabis Shop in Harlem gegründet hat, organisiert. Nol van Shaik will mit dem Streik die Coffeeshopbetreiber und ihre Kunden darauf aufmerksam machen, dass sollte eine rechts-konservative Regierung gewählt werden, sie nicht nett zu dem Handel sein werden.

Wenn die Mitte-Rechts Christlich-Demokratische Partei (CDA) oder die Geert Wilders Freiheitspartei nach den Wahlen in den Niederlanden am 9. Juni 2010 dominieren, könnten sich die berühmten liberalen Cannabisgesetze ändern.

Auf seiner Webseite hat van Shaik ein Manifest mit den Argumenten für lizensierten Cannabis Coffeeshop Handel veröffentlicht, in denen er herausstellt, dass sie jedes Jahr 400 Millionen Euro in Steuern beitragen und dass, wenn sie schliessen müssen, die Kunden auf den unkontrollierbaren Schwarzmarkt angewiesen sein werden. Van Shaik möchte auch die strengen Regeln in den Coffeeshops betonen, die auch durchgesetzt werden. Kein Alkohol und keine harten Drogen sollen in den Läden konsumiert werden und es bestehen strenge Altersbeschränkungen.

Banner Grafik zum Streik der Coffeeshops in Holland im Jahre 2010

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Coffeeshops oder Bandenkrieg?

Werden wir auch bald Coffeeshops haben, wie in Kopenhagen geplant ist, um die Bandengewalt einzudämmen?

Die Bild titelt so schön: „In Berlin eskaliert der Krieg zwischen Hells Angels und Bandidos. Ersten Ermittlungen zufolge sollen die Schüsse im Ortsteil Hohenschönhausen aus einem Auto heraus abgefeuert worden sein, wie die Polizei berichtete.

Das Mitglied der Hells Angels war auf dem Heimweg mit Bier, Cola und Dosensuppe unterm Arm, als er angeschossen wurde, wohl aus einem Lieferwagen. Die Kugel durchbohrte sein Herz. Ein Angreifer stach in B.s Oberschenkel, durchtrennte eine Arterie. Er konnte sich trotzdem noch 200 Meter weit schleppen, bevor er zusammenbrach und verblutete.
Seit Jahren streiten Hells Angels und Bandidos um die Macht in der Hauptstadt und somit ums Geschäft mit Prostitution, Drogen- und Waffenhandel. Vor zwei Wochen kam es in Potsdam zu einer Schießerei mit drei Verletzten. Am Rande einer Prügelei im Berliner Umland hackten im Juni mehrere Rocker einem verfeindeten Hells Angel ein Bein ab. Auch in anderen deutschen Regionen häufen sich die Überfälle

So die Bild weiter. Haupteinnahmequelle der beiden Organisationen sollen der Drogen- und Waffenhandel sein, sowie Prostitution. Werden es die Stadtoberen von Berlin aussitzen und das Problem an die Sicherheitskräfte verschieben? Oder werden sie den einfacheren Weg wählen: Coffeeshops oder Drogenfachgeschäfte eröffnen. Ich bin gespannt, ich wohn ja hier ;-)

Erster Coffeeshop in Hamburg eröffnet

Der erste Coffeeshop in HamburgHamburg: Am heutigen 1. April wurde in Hamburg der erste Coffeeshop „Arabica Lounge“ eröffnet. Er liegt mitten im Schanzenviertel und ist jeden Tag von 10 Uhr an geöffnet. Besitzer Thomas dazu: „Wir freuen uns, das wir Lizensiert worden sind“. Die Lizensierung war keine leichte Sache. „Wir mussten ganz schön kämpfen – nicht in der nähe von Schulen, Kindergärten und Bibliotheken. Aber seitdem auch Hamburg spart wurde es einfacher.“

Spacekekse und Super Skunk
Das Restaurant bietet nicht nur neben seinen eigenen Flair der sehr gemütlichen Raucherlounge auch einen Nicht-Raucherbereich. Dort sind Vaporizer zu finden, die jedem frei zur Nutzung stehen. Die Speisekarte bietet alles was das Hanflieberhaberherz begehrt: Von Spacekeksen über Super Skund und viele andere Gras-Varianten auch jede Menge Hanfspeisen für den hungrigen Magen.

10 Jahre danach
Der Besitzer freut sich schon jetzt über die rege Kundschaft. Seiner Meinung nach wäre es das falsche Signal, etwas was sowieso existiert (der Schwarzmarkt, Anm.d.Red.) nicht offen zu regeln. „10 Jahre nachdem Politiker auf der Hanfparade in Berlin gesagt haben, sie wollen einen Coffeeshop mit uns in Berlin aufmachen – ist Hamburg jetzt schneller.“ so Thomas.

In diesem Jahr findet die Hanfparade am 1. August 2009 in Berlin statt. Weitere Infos dazu auf der Webseite der Hanfparade!