Über 948.000 abgehörte Telefonate 2009 in Berlin

Berlin: Die Berliner Zeitung vom 3.4.2010 schreibt, dass die Staatsanwaltschaft im letzten Jahr mehr als 948.000 Telefonate von 540 Menschen überwacht haben. Die Ermittlungen sollen vor allem organisierte Kriminelle im Bereichen Drogen- und Waffenhandel, Erpressung, Raub und Menschenhandel überführen. Nach den Angaben in der Zeitung ging zwar die Anzahl der abgehörten Telefonate um 170.000 zurück, aber die Neigung der Ermittlungsrichter zeigt eindeutig in einer häufigeren Anordnung der Überwachung. So seien es 2009 in 213 Fällen geschehen, im Vergleich, das Jahr zuvor waren es 157 Fälle.

UNODC zensiert ihre eigene Webseite, die sich für eine Entkriminalisierung von Cannabis ausspricht

25.2.2010: Die Behörde für Drogen und Kriminalität der Vereinten Nationen hat ihre eigene Webseite zensiert, die sich für eine Entkriminalisierung von Cannabis ausspricht.

Logografik von der Organisation TRANSFORM, die sich für eine Reform der Drogenpolitik einsetztEine Webseite der Behörde für Drogen und Kriminalität der Vereinten Nationen, die TRANSFORM zuvor schon im Blog erwähnt hatte, wurde zensiert. Es wurde eine ganze Sektion entfernt, die einen seltenen Ausbruch von Pragmatismus, in diesem Falle für die Entkriminalisierung von Cannabis, enthielt.

Das erscheint eher armselig. Die Webseite, um die es geht, lag etwa drei Jahre ungestört, nur um die Argumente für eine Entkriminalisierung zu löschen, nach dem Tag an dem über sie gebloggt wurde.

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Live-Video zur öffentlichen Anhörung zu Drogenpolitik in der Europäischen Union

23.2.2010: Öffentliche Anhörung zu Drogenpolitik in der Europäischen Union, Brüssel

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USA: „Krieg gegen Drogen“ bekommt neuen Brennstoff

Der sogenannte Krieg gegen die Drogen bekommt neues Feuer, d.h. neues und mehr Geld. Dies schrieb die Organisation MPP am 9.2.2010 in ihrer Pressemitteilung. Präsident Obama’s 2011 Budget bläht den Krieg gegen die Drogen: Die Obama Regierung weitet den „Krieg gegen die Drogen“ aus durch das verschieben von Geldern, hin zur Strafverfolgung und weg vom Therapieansatz.

Washington, D.C.: Diese Woche wurden die „Highlights“ der Pläne für 2011 für den Krieg gegen die Drogen durch das Büro für nationale Drogenkontrolle (ONDCP) veröffentlicht. Das Budget setzt 15,5 Milliarden US-Dollar auf den Plan für das Jahr 2011; eine Zunahme von 3,5 Prozent gegenüber 2010 und eine Zunahme von 5,2 Prozent in den Geldern der Verfolgungsbehörden (9,7 Milliarden in 2010 gegenüber 9,9 Milliarden US-Dollar in 2011). Die Behandlung von Abhängigkeiten und Präventionsmaßnahmen wurden von 5,2 Milliarden auf 5,6 Milliarden US-Dollar erhöht.

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UNO: Opiumanbau in Afghanistan wird dieses Jahr stabil bleiben

Nachdem die Menge des Anbaus von Opium in den letzten zwei Jahren rückläufig war, wird sie dieses Jahr in der Nähe der 2009er Menge liegen, sagte das UNO Büro zu Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung am Mittwoch. Der Bericht, eine jährliche Zusammenfassung der Winteropiumernte, basiert auf Berichten aus den Bauerndörfern, ob sie Opium im letzten Frühjahr angebaut haben.

Afghanistan stellt etwa 90% des weltweiten illegalisierten Opiums her, der Rohstoff für Heroin und einige weitere Medikamente. Die Geldsummen, die durch den Opiumhandel entstehen, belaufen sich auf etwas zwischen einem und zwei-Dritteln der Afghanischen Ökonomie. Profite daraus fliessen nicht nur den Taliban zu, sondern auch regionalen Warlords und korrupten Politikern.

Die Afghanischen Opiumproduktion hatte 2007 mit 8200 Tonnen ihren Höhepunkt erreicht und es werden 6900 Tonnen in dem letzten Jahr geschätzt. In diesem Jahr dürfte die Produktionsmenge in etwa gleich ausfallen, aber die UNODC hofft, dass sie die Produktion veringern könne, auch wenn die gleiche Fläche an Land bepflanzt wird. Der globale Bedarf an illegalisiertem Opium liegt bei etwa 5000 Tonnen pro Jahr.

„Überall wird die Kultivierung von Opium höchstwahrscheinlich gleich bleiben in 2010, aber die Anzahl der Opium-freien Provinzen könnte von 20 auf 17 Fallen“, sagt der Bericht. „Dennoch, mit frühzeitigen Ausrottungsmassnahmen könnten bis zu 25 Provinzen Opiumfrei werden.“ Die Studie fragte in 536 Afghanischen Dörfern und fand heraus, dass 35% von ihnen Opium für 2010 angepflanzt hätten. Farmer werden mit besseren Preisen für Opium als für Früchte zitiert. Während der Preis für Rauchopium um 6% gefallen ist im letzten Jahr, der Preis für Rohopium sogar um 13%, sind die Preise für andere Früchte noch viel mehr gefallen. Der Preis für Mais ist um 38% gesunken, der für Weizen um 43%.

Die südliche Helmand Provinz produziert mehr als die Hälfte von dem ganzen Opium in Afghanistan. US und NATO Truppen, unterstützt durch das Afghanische Militär, bereiten zur Zeit eine Großoffensive vor, um das Rückgrad des Opiumhandels dort zu brechen. Sie könnten, in den Minuten in denen du diese Zeilen liest, schon auf dem Weg sein.

Sie sind tatsächlich auf dem Weg, war ja auch schon in der Presse hierzulande:

Aber die Kultivierung wird weitergehen. Wenn nicht dort, dann in anderen Gegenden von Afghanistan, oder in anderen Ländern. Wenn die NATO hofft, dadurch die Profite der Taliban zu verhindern durch das Verlangern woanders hin – vielleicht können sie das schaffen; das ist eine militärische Frage. Wenn sie meinen, dass sie es schaffen, die überschüssige Anpflanzung zu verhindern, möglicherweise schaffen sie auch das. Aber sie werden es niemals schaffen, die Menge des globalen Bedarfs zu senken, mindestens solange, wie die Lager, die natürlich existieren, von den vorherigen Jahren bis oben hin gefüllt sind.

via Drug War Chronicle Issues, 12.2.2010

Update – SWP Studie zur Ökonomie von Afghanistan

Auf soldatenglück ist ein Artikel über die Wandlung von der Militär- zur Drogenökonomie in Afghanistan. Weiter von dort gehts zum PDF der Studie.

Schiffsdrogen – Die neue Art des Haschisch

Noch gefährlicher – Neues Haschisch für Kärnten kommt von Schiffsplantagen, so schreibt Serina Babka für die „Kärntner Krone“ und macht sich damit lächerlich. Ein klassicher Hetz- und Propagandaartikel: So wird wiedereinmal behauptet, das „der THC-Gehalt ist bereits fünfmal so hoch“ sei, was aber von der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen widerlegt worden ist.

„Modernste computergesteuerte Anlagen sorgen für optimales Licht, Temperatur und Bewässerung. Während in den offiziellen Laderäumen Obst, Gemüse und Blumen lagern, wird in den Geheim-Anlagen Haschisch gezüchtet, geerntet und verarbeitet. „Aber auch Marihuana wird direkt an Bord hergestellt.“. Was fällt daran auf? Hätte die Autorin mal das Buch „Rauschzeichen“ – oder ein beliebiges anderes Buch zu Cannabis gelesen – oder wenigstens mal Google gefragt – wüsste sie, dass Haschisch ein Produkt aus dem Harz der Blütenstände der weiblichen Hanfpflanze ist – und weder gezüchtet noch geerntet werden kann.

Damit Sie es auch mitbekommt, hab ich ihr heute einen Leserbrief gesendet. Wer dies auch machen möchte, kann die E-Mail an folgende Addresse schicken: Serina.Babka@kronenzeitung.at

Cannabis! auf ARTE – Filmtipp für Freitag, 5. Februar 2010

Die Doku lief schon mal vor einiger Zeit auf Arte und soll wirklich sehenswert sein. Darin soll wohl anhand aktueller Studien und Forschungsergebnisse sämtliche Propaganda widerlegt werden, die noch immer von offizieller Seite verbreitet wird. Schaun wir mal – vll. kann das ja auch jemand aufnehmen?

Update

Ein lieber Mensch hat mal ebend gesucht, und den Film wie folgt gefunden:

Quelle: Cannabis.AT Forum
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Die Drogenpolitische Woche #1 21-30.1.2010

Was sonst noch so passiert ist:

USA: Der Anfang vom Ende: Cannabis Regulierung und Besteuerung in CA, NW, WA

Vom Drug Policy Alliance Network kam eine E-Mail herein, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Auch ich habe schon an dieser Aktion teilgenommen, endlich mal eine US-Aktion, wo man auch „Deutschland“ anklicken kann…

Logo der Drug Policy AllianceLiebe Unterstützer,

Das ist der Anfang vom Ende der Marihuanaprohibition.

Vorhaben für die Besteuerung und Regulierung von Marihuana entstanden in Kalifornien, Washington und New Hampshire und wir können die Bewegung stärken, ebendso andere Reformbemühungen von zukunftsgewandten Politiker/innen, die an besseren Marihuanagesetzen arbeiten.

Die neuen Umfragen sagen, dass fast die Hälfte der US-Bevölkerung glaubt, dass Marihuana legal sein sollte. Dennoch gibt es viele Politiker/innen, die davor zurückschrecken, da sie denken dass sie die Unterstützung der Wähler verlieren.

Du und ich können den Politiker/innen zeigen, dass es große Unterstützung für die Marihuanareform gibt und es nicht länger ein politisches Risiko ist. Wenn genug von uns sich zeigen, können wir den den Gesetzesgebern zeigen, dass eine Basis für die Reform gibt.

Zum jetzigen Zeitpunkt können wir zeigen, wie groß die Bewegung ist, indem wir den Politiker/innen Danken für die Unterstützung der Regulierungs- und Besteuerungsvorhaben.

Unsere Bewegung hat neue Kämpfer, die arbeiten, um die rückwärtsgewandten Marihuanagesetze abzuschaffen und einen neuen Diskurs zu starten. Hilf mir, indem auch du eine kurze Mitteilung schickst. Sie geht an die Politiker/innen in Kalifornien, Washington und New Hampshire, die für eine sinnvolle Marihuanagesetzgebung einstehen.

Bill Piper, Vorstand, DPA Network

Coffeeshops bald Landesweit in Neuseeland

12. Januar 2010: Cannabis Clubs – wo die Nutzer das Gesetz verspotten und sich Treffen zum Rauchen und Kaufen der Klasse-C Droge – könnten schon bald im ganzen Land öffnen.

Foto von Dakta Green, dem Gründer des Daktory Cannabis Clubs in NeuseelandIm nächsten Monat möchten die Gründer von Neuseelands erstem Cannabis Connoisseurs‘ Club, dem Auckland’s Daktory, sich mit anderen Gebrauchern treffen um im ganzen Land „Daktories“ zu eröffnen.

„Wir haben Nachfragen aus nahezu jeder Stadt in diesem Land“ sagte der Gründer Dakta Green den Sunday News.

„Ich würde sogar sagen, in den nächsten 12 Monaten gibt es Daktories in jeder größeren Stadt in diesem Land, jede Stadt sollte mindestens einen haben – 2010 ist das Jahr, in dem die Menschen in unserer Gesellschaft Veränderungen in der Welt verlangen.“

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SAFER boykottiert Starbucks

Die Organisation SAFER (Safer Alternative for Enjoyable Recreation) hat zum Boykott von Starbucks aufgerufen. Starbucks unterstützt mit ihrem Geschäft die Organisation „Colorado Drug Investigators“ (CDIA), die mit Bildern von Gewalt ihre Agenda verbreitet. Es scheint, dass es bei der CDIA mehr um Arbeitsplatzsicherung geht als um das wohlergehen der Menschen.

Natürlich kann man sich auch über andere Dinge bei Starbucks empören: Wie z.b. Knebelverträge mit den Kaffeebauern…

Folge dem Link zu der Kampagne und schicke E-Mails an die Geschäftsführung von Starbucks und andere, um dich über diese Geschäftspolitik zu empören!

Logo zum Starbucks Boykott

Update

WhyProhibiton hat eine E-Mail gesendet, in der es heisst, dass Starbucks eine offizielle Presseerklärung veröffentlicht hat, in der sie sich von der CDIA, einer Anti-Medizinisches Marihuana Gruppe, distanzieren. Es ist nicht viel bekannt über die Colorado Drug Investigators Association (CDIA) Gruppe. Insbesondere, seitdem ihre Webseite seit dieser Öffentlichkeit offline genommen wurde. Alles was wir wissen, ist, dass der Vorstand der CDIA besetzt ist durch Mitglieder der Drogenstrafverfolgungsbehörden.

Aus der Zeitung Seattle Post Intelligencer:

Starbucks sagt, dass die Firma keine finanzielle Unterstützung für diese Gesetzeshütergruppe in Colorado gibt.

„Diese Organisation scheint uns zu attackieren, da eine örtliche Gesetzeshütergruppe in Colorado unser Logo auf ihre Webseite gestellt hat. Starbucks hat dazu keine Stellung bezogen, sagt die Presseerklärung weiterhin. „Wir haben großen Respekt für die Männer und Frauen der örtlichen Strafverfolgung. Dennoch haben wir keine dieser Organisationen durch unsere Firma gesponsort. Es gehört zu der Eigenständigkeit der Läden, Gruppen, die in der Nachbarschaft aktiv sind, zu unterstützen. Unsere Läden unterstützen Organisationen öfters dadurch, dass sie Kaffee für Veranstaltungen spenden.“

Das ist eine gute Neuigkeit für Aktivist/innen in der Drogenpolitik, da es bedeutet, dass Starbucks nicht mit der Prohibitionslobby assoziiert werden möchte! Gratulation an alle, die Starbucks kontaktiert haben!

Amt der Drogenbeauftragten erreicht dritten Platz auf Abgeordnetenwatch

Lakritz oder Spice ist die große Frage – und das Interesse am Amt der Drogenzarin ist groß: Die derzeitige Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans hält Platz 3 auf Abgeordnetenwatch. Mit aktuell 50 Fragen und 39 Antworten liegt sie hinter Andrea Nahles (49 Fragen, 44 Antworten, SPD) und Gregor Gysi (61 Fragen, 52 Antworten, die Linke).

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WHO: Einstiegsdrogentheorie erklärt nicht den Anstieg des Konsums

Und alle nochmal: Die Einstiegsdrogentheorie ist ein Mythos!

So kommt auch diese aktuell veröffentlichte Studie vom 7. Januar 2010 zu dem Schluss, dass die Anzeichen für eine Einstiegsdrogentheorie eher aus zufällig Übereinstimmungen beständen als aus kausalen Zusammenhängen. So führe der Konsum einer Droge nicht automatisch zum Konsum einer anderen. Der Studie zufolge impliziere dies, dass Präventionsmaßnahmen, die auf den Gebrauch bestimmter „Einstiegsdrogen“ zielen, nicht durch sich selbst zu einer Reduzierung des Konsums führe. Die genutzten Daten aus 17 Staaten sind von dem World Mental Health (WMH) Programm der Weltgesundheitsorganisation gesammelt worden.
via NORML Stash
Der Infotext zur Studie, wie folgt:
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Drogenbeauftragte Dyckmans legt sich die Welt aus, wie Sie will

Auf Abgeordnetenwatch gibt es mehrere (Fragen und – ) Antworten von der Drogenbeauftragten Mechthild Dyckmans, dass es für Cannabis keine Unbedenklichkeitsbescheinigung gäbe. Auf einen Vergleich mit den anderen legalen Drogen Alkohol und Nikotin lässt Sie sich nicht ein. Nun Antwortet sie im „Jugend debattiert“ Chat am 20.1.2010 um 17:50 Uhr, dass „Auch für Alkohol und Nikotin gibt es keine Unbedenklichkeitsbescheinigung. Nikotin und exzessiver Alkoholgenuss sind ebenfalls gesundheitsschädlich.“
Das nenne ich doch mal eine Auslegung der Welt, „wie sie mir gefällt“ ..

Transskript der Chat-Sitzung

Der Chat wurde schon um 18 Uhr beendet, da Frau Dyckmans noch einen Anschlusstermin hatte.

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USA: Staatsanwalt von Seattle schickt Kiffer nach Hause

Foto von Pete Holmes, Staatsanwalt in Seattle, USADer kürzlich gewählte Staatsanwalt der Stadt Seattle, Pete Holmes, macht sich schon gut in der Kampagne, die er vor seiner Wahl versprochen hatte: Anklagen wegen dem Besitz von Marihuana fallen zu lassen. Dies berichtete die Seattle Times in der letzten Woche. Holmes hat zwei Cannabisbezogene Fälle am ersten Tag seiner Arbeit eingestellt und weitere sollen eingestellt werden, darunter auch die Fälle, die noch der vorherige Staatsanwalt zu bearbeiten hatte.

Der Times zufolge hat Holmes Vorgänger, Tom Carr, trotz eines Bürgerentscheides im Jahr 2003, dar die Cannabisverfolgung auf niedrigste Priorität stellen sollte, nicht damit aufgehört, als gering anzusehende Marihuanafälle anzuklagen.

Via Marihuana Policy Project – die auch einige weitere gute News aus dem Bundesstaat Washington zu vermelden hatten. Dort sind laut Umfragewerten 54% der dort Lebenden für eine Regulierung und Besteuerung von Marihuana wie beim Alkohol. Weiterhin sind dort zwei Gesetzesvorschläge für mehr oder weniger weitreichende Entspannungen in Arbeit.

Anthrax-Todesfall bei einem i.v. Drogenkonsumenten in NRW

Aus Nordrhein-Westfalen (Städte Region Aachen) wurde der Fall eines 42-jährigen Mannes übermittelt, der am 13.12.2009 an den Folgen von kutanem Milzbrand verstorben ist. Der Mann hatte sich vermutlich Heroin intravenös in die Kniekehle injiziert. Im Wundabstrich von der Injektionsstelle wurden aerobe Sporenbildner diagnostiziert. Die Verdachtsdiagnose Milzbrand wurde am 18.12.2009 mittels PCR bestätigt. Neben einem chronischen intravenösen Drogenabusus lagen bei dem Verstorbenen eine chronische Hepatitis B und C, eine HIV-Infektion sowie ein chronischer Alkohol- und Benzodiazepinabusus vor.

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Tabakfirmen machen Politik in Europa

New Scientist schrieb am 12. Januar 2010, dass ein bislang geheimgehaltener Bericht aussagt, dass Tabakfirmen vorgegeben haben, wie europäische Politik gemacht werden soll. Dies sagen Katherine Smith und ihre Kollegen von der Bath Universität in Großbritannien. Sie haben sich durch 700 kürzlich veröffentlichte E-Mails, Berichte und Präsentationen von British American Tobacco (BAT) gewühlt.

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Chatten mit der Drogenbeauftragten Mechthild Dyckmans

Wie immer, wenn es um Öffentlichkeit geht, ist davon nichts in der Terminecke der Drogenbeauftragten zu finden. Dennoch hat Google Alerts einen interessanten Termin gefunden: Ein Chat mit der Drogenbeauftragten Dyckmans.
Im Chat will sie am Mittwoch, den 20. Januar 2010, von 17:30 bis 18:30 Uhr live Fragen rund um das Online-Debattenthema: „Sollen in der Schule regelmäßig Drogenkontrollen stattfinden?“ beantworten.

Das kann man sich ja nicht entgehen lassen – und deswegen kann schon Fragen vorher stellen. Ich werd versuchen in dem Chat zu sein, mal sehn was da so abläuft.

Zwei interessante Fragen habe ich schon gestellt. Die werden aber erst verraten, wenn sie online gestellt worden sind.

Update

Heute, am 17. Januar sind es bereits 23 Fragen, die von interessierten Personen gestellt worden sind. Die Top-Frage gefällt mir sehr gut, „Wäre es nicht sinnvoller, anstatt Drogenkontrollen einzuführen und Drogenkonsum damit unreflektiert zu verurteilen, auf einen bewussten Umgang mit Rauschmitteln, sprich auf Aufklärung, zu setzen?“ und auch „Wer soll die Kontrollen durchführen und wie würden diese finanziert? Wäre es denn sinnvoller, Geld in Drogenkontrollen anstatt in eine allgemeine Verbesserung der Lehrbedingungen an Schulen zu stecken?“. Bedenklich finden einige Personen auch, dass der Staat immer mehr Kontrolle ausüben will. Eine spannende Frage ist ja auch, warum Mechthild Dyckmans unbedingt meinen Urin haben will. Ich find das ja eher ekelig, dass sie mir bis in die Blase guggen will. Die Antwort wäre wahrscheinlich, dass es bei Schülern und Schülerinnen gesetztlich möglich ist. Was bei Erwachsenen nicht so einfach der Fall ist.

Massenhausdurchsuchungen wegen GBL – Verhältnismässig?

Seit den frühen Morgenstunden des 13. Januar 2010 durchsuchen mehr als 1000 Polizeibeamte unter Federführung der Staatsanwaltschaft Nürnberg/Fürth über 300 Objekte im gesamten Bundesgebiet, sowie in Österreich, der Schweiz und Slowenien wegen Verstössen gegen das Arzneimittelgesetz und der Abgabe von der Substanz GBL. Dazu habe ich eine Anfrage an die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans, ihres zeichens Richterin, die sicherlich folgende Fragen erklären kann.
Auch schon bei einem früheren Fall von GBL-Massenhausdurchsuchungen kamen juristische Fragwürdigkeiten auf, die solche Aktionen als rechtswidrig darstellten.

Leider gibt es noch keine Abgeordnetenwatch-Link, den werde ich sobald die Anfrage online ist nachliefern.

Werte Frau Dyckmans,

eine aktuelle Sache: Wie die Bayerische Polizei mitteilt ( tinyurl.com ) läuft zur Zeit eine Massenhausdurchsuchung in 300 Objekten. Dafür werden Bundesweit mehr als 1000 Polizeibeamte eingesetzt.

So gab es schon am 9.7.2008 eine solche Razzia ( tinyurl.com ), die von Rechtsanwälten schon damals als rechtswidrig eingestuft worden ist – siehe tinyurl.com .

So frage ich Sie in diesem Zusammenhang:

a) ob die Durchsuchungsbeschlüsse für die 300 Objekte wiederum wortgleich lauten,

b) Der damalige Beschluss nannte keinerlei Einzelheiten zum Bestellvorgang, zur Art und Menge der bestellten Chemikalien und zu den Modalitäten der Lieferung. Diese Angaben wären aber notwendig. Ebenso notwendig wäre eine Darlegung, warum und unter welchen Umständen die Stoffe zur Herstellung von Betäubungsmitteln geeignet sind. Wie ist dies in diesem Fall gelegen?

c) Laut PM wird den Beschuldigten zur last gelegt, dass diese seit dem Jahr 2007 in einer Vielzahl von Fällen GBL (Gamma-Butyrolacton) bezogen und zum Verkauf vorrätig gehalten haben sollen.
Warum haben sich die Beschuldigten in der Tathandlung strafbar gemacht? Die PM sagt lediglich, die Stoffe seien zur Herstellung von Betäubungsmitteln bestimmt. Hierdurch wird wohl ausgedrückt, der Beschuldigte habe den notwendigen Tatvorsatz gehabt hätte. Aus welchen tatsächlichen Anhaltspunkten aber ergibt sich der Vorsatz?

d) Da aus dem „Vorsatz“ die Strafbewährung folgt, der Kauf der Chemikalien aber als solcher – soweit absehbar – legal war, da dieser Stoff keine Verkaufsbeschränkung unterliegt, kann in dieser Hinsicht noch von einer Verhältnismässigkeit ausgegangen werden – oder ist die Kundendatenbank wieder nur ein gefundenes Fressen für die Anti-Drogen-Statistik der Bundesregierung?

mfg, XXX

Weiteres dazu aktuell im Land-der-Träume Forum, sowie ein Hass-Artikel bei Spiegel.

Update

Es waren wohl mehr als 1527 Beamte in 350 Objekten im Einsatz. So auch in Berlin. Für die Grüne Hilfe wäre es mal interessant, davon die Kopien von Hausdurchsuchungsbefehlen usw. zu bekommen.